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Bützower Zeitung

20. November 2017 | 01:23 Uhr

Selow : Hungrige Mäuler warten auf Futter

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Vier Jungstörche haben sich in Selow gut entwickelt / Bald stehen erste Flugversuche an, ehe es im August ins Warme geht

svz.de von
erstellt am 15.Jul.2017 | 05:00 Uhr

Ein schöner Anblick bietet sich derzeit in Selow. Mit etwas Glück können Anwohner und Durchreisende nämlich gleich sechs Weißstörche auf den Horst an der Ortsdurchfahrt bestaunen. Wahrscheinlicher ist aber, dass sich „nur“ vier Rotstrümpfe blicken lassen – die Jungstörche. „Die Kleinen haben Hunger“, weiß Stefan Kroll, Storchenbeauftragter des Altkreises Bad Doberan. „Da müssen die Eltern fleißig Futter beschaffen.“

Im Juni war Stefan Kroll und ein Team auf Reisen durch die Region, um Storche zu beringen. Deswegen weiß er auch, dass in Selow vier Jungstörche im Horst aufwachsen. Denn der Blick eines Laien könnte meinen, im Nest würden vier ausgewachsene Rotstrümpfe hocken. Stefan Kroll erklärt jedoch, dass bei den Jungtieren die Schnäbel und die Beine noch nicht die Farbigkeit der Erwachsenen angenommen habe.

In Kürze werden die vier Neu-Selower das Fliegen lernen wollen. Kroll berichtet, dass sie bereits „Flugmuskel-Training“ machen würden. Erste Flugversuchen werden dann in unmittelbarer Nähe zum Horst durchgeführt. Nach und nach werden die Störche flügge. Und voraussichtlich in der Zeit vom 10. bis zum 15. August treten sie dann laut Stefan Kroll die weite Reise ins Warme an. 80 Prozent der hiesigen Störche seien „Ostflieger“, die gen Afrika ziehen. Andere überwintern in Frankreich oder Spanien.

Nicht nur im Selower Horst befinden sich gleich vier Jungstörche. Auch in Schwaan und in Groß Belitz sei beispielsweise ein solcher Bruterfolg zu verzeichnen. Auf solche Erfolge können primär die Frühankömmlinge, die Ende März oder in den ersten Apriltagen kamen, blicken. Diese hätten laut Kroll nämlich sehr gute Futterbedingungen gehabt. Schlechter hatten es die Nachzügler. Denn der viele Regen beeinträchtigte zum einen die Futtersuche, zum anderen schadete er den Störchen selbst und den Nestern. Da das Gefieder noch nicht ausreichend entwickelt war, seien viele Störche umgekommen. Laut des Storchenbeauftragen sei dies beispielsweise in Kurzen Trechow und Zepelin der Fall gewesen. Und manche Horste hätten sich voll Wasser gesogen. Das Gewicht konnten einige Pfeiler nicht aushalten, weswegen die Nester abknickten und herunterfielen. Solche Vorfälle seien aber eher in anderen Regionen festgestellt worden. „Auch Selow hat bereits ein sehr hohes Nest“, sagt Stefan Kroll. Aber es scheine noch so stabil zu sein, dass es dem Wetter trotzen konnte.

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