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Flucht aus JVA Bützow : Hund spürt Häftling auf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Großaufgebot der Polizei findet Strafgefangenen sechs Stunden nach seiner Flucht aus der Bützower JVA

svz.de von
erstellt am 28.Aug.2014 | 21:00 Uhr

Es waren nur noch wenige Wochen bis zu seiner Entlassung. Denn mehr als die Hälfte hatte der 25-jährige Strafgefangene, der am Mittwochabend aus der Bützower Klinik geflohen ist, bereits abgesessen. „Der junge Mann hatte sich im Juni selbst gestellt und seine Haftstrafe angetreten und wäre im November entlassen worden“, erklärte Tilo Stolpe, Sprecher des Justizministeriums Mecklenburg-Vorpommern.

Der Gefangene aus der JVA Waldeck hat am Mittwochabend gegen 22.30 Uhr in der Bützower Klinik eine JVA-Beamtin gewaltsam überwältigt, gefesselt und war anschließend aus der Klinik über ein Fenster entwichen. Zu den Hintergründen war auch gestern Abend bis Redaktionsschluss noch nichts bekannt. „Der Gefangene hatte drei Tage zuvor Geburtstag. Vielleicht war das ein Auslöser. Eine Flucht ist ja ganz oft eine Affekthandlung. Manche laufen davon, weil sie von der Freundin verlassen werden, manche weil sie Geburtstag haben und diesen nicht hinter Gittern feiern wollen. Das ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Das kann wirklich nur immer der Betroffene erklären. Manchmal aber auch nicht einmal der“, erklärt der Pressesprecher. Im Fall des gebürtigen Vorpommers habe es zuvor keine Hinweise darauf gegeben, dass der Inhaftierte gewalttätig werden könnte. „Er sollte eine Gesamtstrafe von rund fünf Monaten absitzen wegen Fahrens ohne Führerschein, Erschleichens von Leistungen sowie Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz. Er hatte sich am Tag der Urteilsverkündung im Juni selbst zum Haftantritt gestellt. Und zeigte sich kooperativ“, sagte Stolpe.

Kurz vor seiner Flucht war der 25-Jährige wegen einer Untersuchung ins Krankenhaus nach Bützow gebracht worden. „Während seines Aufenthaltes in der Warnow-Klinik in Bützow wurde er ständig von einem Bediensteten bewacht. Konnte aber dann doch durch ein Fenster fliehen“, sagte der Sprecher.
Nach seiner Flucht wurde umgehend die Polizei alarmiert.

Nach einer sechsstündigen Suchaktion mit einem Hubschrauber mit Wärmebildkamera, mehr als einem Dutzend Polizeibeamten und einem Spürhund konnte der Entflohene am Ufer der Warnow gefasst werden. Er war völlig durchnässt und unterkühlt. „Er hatte versucht die Warnow zu durchqueren, war dann aber völlig erschöpft und unterkühlt von den Spürhunden gefunden worden“, wusste Gerd Frahm, Sprecher der Polizeiinspektion Güstrow.

Die JVA hat gegen den Häftling Strafanzeige gestellt. „Die Flucht an sich stellt keine Straftat dar. Allerdings wird geprüft, inwieweit Straftaten während seiner Flucht begangen worden sind“, erläuterte Tilo Stolpe.

Die verletzte 45-jährige Justizvollzugsbeamtin steht unter medizinischer Betreuung. Sie konnte noch nicht zum Vorfall befragt werden.

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