Bernitt : Holz sorgt für warme Schulen

Auch aus Bruchholz kann das Material für die Heizungsanlage in Bernitt gewonnen werden.
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Auch aus Bruchholz kann das Material für die Heizungsanlage in Bernitt gewonnen werden.

Bernitt: Moderne Heizungsanlage soll auch Feuerwehr, Dorfladen und Wohnblöcke versorgen

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05. Januar 2018, 05:00 Uhr

Die Gemeinde Bernitt plant bei der energetischen Sanierung einen großen Schritt in die Zukunft. Bei der Wärmeversorgung schlägt Bernitt einen neuen Weg ein. Er soll nachhaltig sein und vor allem für die Gemeinde bei den Kosten mehr Planbarkeit bringen. Deshalb ist der Bau einer neuen Heizungsanlage zwischen Schule und dem ehemaligen Konsum geplant. Von da aus sollen gleich mehrere Gebäude in der Dorfmitte mit Wärme versorgt werden.

Bereits vor mehr als einem Jahr gab es die ersten Überlegungen für diesen Weg. Denn der Zustand der Heizungsanlagen sowohl in der Grund- als auch in der Regionalen Schule erforderte ein zeitnahes Handeln. Die Kessel in den beiden Einrichtungen stammen aus dem Jahr 1992. Allein ein Kesseltausch hätte mit insgesamt rund 30 000 Euro zu Buche geschlagen. Die komplette Sanierung der Heizungsanlagen hätten bis zu 100 000 Euro erfordert.

Vor knapp einem Jahr stellte sich die Landesforst MV-Energie GmbH aus Güstrow und ihr Konzept zum ersten Mal den Gemeindevertretern vor. Ihr Angebot: Eine Heizungszentrale auf der Basis von Hackschnitzeln zu errichten. Zunächst sollte diese Anlage im Heizungskeller im Hauptgebäude der Regionalen Schule untergebracht werden. Doch mit der weiteren Entwicklung des Vorhabens wird nun von einem Standort zwischen dem ehemaligen Konsum und der Schule ausgegangen.

Im Zuge der Planungen wurde zudem noch ein zweiter Anbieter, der ebenfalls auf der Basis von Hackschnitzeln Wärme erzeugt, aufgefordert, ein Angebot abzugeben. Letztendlich entschieden die Gemeindevertreter sich aber für die GmbH aus Güstrow.

Aus Sicht von Bürgermeisterin Birgit Czarschka ist dieser Schritt folgerichtig. Nach derzeitigen Berechnungen fallen für die Beheizung der ausgewählten Objekte Mehrkosten von knapp 11 300 Euro im Jahr an. Neben den beiden Schulen sollen auch der Kindergarten, der Dorfladen, die Feuerwehr und die beiden Wohnblöcke mit Wärme versorgt werden.

„Jedoch entfallen dafür die notwendigen Investitionskosten. Außerdem müssen wir uns auch nicht um die Unterhaltung der Anlagen kümmern. Das alles ist damit schon abgedeckt“, sagt die Bürgermeisterin. Für die Schulen betragen diese Mehrkosten rund 4500 Euro. Deshalb war die geplante Investition auch Gegenstand einer Debatte im Amtsausschuss. Und dort gab es Gegenwind. Den Grund lieferte Friedemann Preuß, Bürgermeister in Klein Belitz. Er monierte, dass der zweite Anbieter bei der Beschlussvorlage gänzlich rausfalle. „Das verstehe ich nicht“, sagte er. „Das ist nicht nachvollziehbar.“

Bauamtsleiterin Doris Zich erklärte, dass es bereits Verhandlungen zwischen der Gemeinde Bernitt sowie dem Güstrower Unternehmen gab und dass ein notwendiges Grundstück bereits geschaffen worden sei. Das habe die andere Firma nicht vorzuweisen. Außerdem seien Investitionen in dem Kostenvergleich nicht enthalten, was einen direkten Vergleich beider Angebote unmöglich mache. Zudem bevorzuge die Gemeinde Bernitt den genannten Versorger. Auch weil der die Investition im Paket anbietet, dadurch zusätzliche Kosten ausgeschlossen werden, so Zich. „Das kann es ja auch“, polterte Friedemann Preuß, „aber ich muss die Meinung ja nicht teilen“. Er monierte, dass bereits eine Vorentscheidung gefallen sei. Am Ende gaben sechs der stimmberechtigten Ausschussmitglieder dem Vorhaben ihren Segen. Nur Friedemann Preuß sagte „Nein“. Zudem gab es eine Enthaltung.

Damit war auch in dieser Hinsicht der Weg frei, das Bauvorhaben weiter voranzutreiben. Birgit Czarschka freut sich darüber, sieht darin auch eine Stärkung der einheimischen Wirtschaft. Denn das Befüllen der Heizungsanlage erfolgt mit erneuerbarer Energie aus der Region, vor allem aus dem Forstamt Schlemmin. So könnte zum Beispiel Durchforstungsholz aus Gemeindewäldern und Material aus Baumbruch genutzt werden. „Das sichert auch Arbeit hier vor Ort“, sagt Birgit Czarschka. „Eine verlässlichere Planung der Wärmekosten für die Zukunft wird vorhergesagt, da Holzhackschnitzel im Vergleich zu herkömmlichen Energieträgern über eine gewisse Stabilität verfügen“, heißt es im Beschluss. 15 Jahre beträgt die Vertragslaufzeit.

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