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Bützower Zeitung

12. Dezember 2017 | 07:40 Uhr

Rühn : Historischer Altar leuchtet wieder

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

In der Klosterkirche wurde das Kunstwerk offiziell übergeben / Mehrere Restauratoren arbeiteten über Monate an der Wiederherstellung

von
erstellt am 23.Okt.2015 | 08:00 Uhr

Wer die Klosterkirche in Rühn jetzt betritt, wird gleich auf ein besonderes Kunstwerk aufmerksam: den Flügelaltar. Während er über lange Zeit in keinem guten Zustand war, erstrahlt er nun wieder in neuem Glanz. Ein Restauratoren-Team hat in den vergangenen Monaten dafür gesorgt, dass die Kunstwerke, die den Altar zieren, wieder leuchten. Gestern wurde er bei einer kleinen Feierstunde in der Klosterkirche offiziell übergeben.

Pastorin Helga Müller ist von der Verwandlung des Flügelaltars, der zu den bedeutendsten Werken des niederländischen Hofmalers Cornelius Krommeny gehört, begeistert. „Es ist schon toll, dass das Herz der Kirche so leuchtet.“ Als sie ihn zum ersten Mal fertig restauriert gesehen hat, habe sie geglaubt, vor einem ganz anderen Altar zu stehen.

Um dieses Ergebnis zu erzielen, haben mehrere Restauratoren viele Arbeitsstunden investiert. Heiko Brandner aus Rostock hat zusammengenommen drei Monate an dem Altar gearbeitet. Um den Vorher-Nachher-Effekt zu illustrieren, zeigte der Restaurator gestern mehrere Fotos vom verschlissenen Zustand der Kunstwerke. Die Bilder machten klar, wie schlecht es um den Altar wirklich stand. Etwa 60 Prozent der Farbfassung seien zwar noch vorhanden gewesen, aber mit Seitenlicht sei deutlich erkennbar gewesen, dass sie an vielen Stellen lose war.

Ein wichtiger Arbeitsschritt bei der Restaurierung sei die Entfernung des Firnis gewesen, der zur Farbeigenschaft beiträgt, nach einer gewissen Zeit, aber auch dazu neigt, zu vergilben. Mit der Abnahme seien auch alte Retuschen von der letzten Restaurierung, die laut Brandner vermutlich 1931 stattfand, mit abgenommen worden. Im Anschluss haben die Restauratoren die Flächen punktgenau retuschiert. „Das heißt, wir haben nur an den Fehlstellen die Farben ergänzt“, erklärt Heiko Brandner.

Bei ihrer Arbeit richteten die Restauratoren ihre Aufmerksamkeit nicht nur auf die Vorderseite des Altars. Auch die Rückseite ist über die Jahre in Mitleidenschaft gezogen worden. Heiko Brandner: „Durch das große Ostfenster erwärmt sich der Altar auf dieser Seite.“ Die thermischen Effekte würden für Bewegung im Holz sorgen. Aus diesem Grund ist die Rückseite jetzt mit einer Farbe versehen, die einen speziellen Verdunklungsstoff enthält. „Da geht kein Licht durch“, so Heiko Brandner.

Die Kosten für die Restaurierung lagen bei knapp 53 000 Euro. Getragen wurden sie zum größten Teil durch Stiftungsgelder. Den größten Teil trug die Ospa-Stiftung mit einem fünfstelligen Betrag, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz beteiligte sich mit 10 000 Euro. Und auch die Stiftung Kirchliches Bauen in Mecklenburg investierte in den Rühner Flügelaltar. Die Gemeinde Baumgarten, von der die Klosterkirche genutzt wird, musste einen Eigenanteil von 3000 Euro beisteuern.

Helga Müller erhofft sich durch das prachtvolle Aushängeschild viele Besucher. „Es kommen täglich viele Leute, um sich die Kirche anzuschauen. Wenn sich das rumspricht, kommen sicher noch mehr Touristen vorbei“, sagt die Pastorin.


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