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Bützower Zeitung

18. November 2017 | 20:51 Uhr

Pflege : Hilfe in allen Lebenslagen

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

In Bützow gibt es jetzt eine DRK-Sozialstation / Mitarbeiter unterstützen Pflegebedürftige in ihrem häuslichen Umfeld

von
erstellt am 26.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Für ältere Menschen, die allein nicht mehr für sich sorgen können und keine Angehörigen im näheren Umfeld haben, ist das alltägliche Leben oft eine Tortur. Insbesondere, wenn sie in einem der abgelegeneren Dörfer der Region wohnen. Genau da setzt die Sozialstation an, die das Deutsche Rote Kreuz jetzt in Bützow eingerichtet hat. „Wir unterstützen hilfsbedürftige Menschen, damit sie so lange wie möglich in der Häuslichkeit bleiben können“, sagt Pflegedienstleiterin Anja Behlke.

Zu finden ist die Sozialstation in der Schlossstraße. In dem Büro laufen alle organisatorischen Fäden zusammen. „Das Büro ist unser Knotenpunkt. Die Mitarbeiter holen sich hier die Arbeitsmaterialien und arbeiten dann ihre Aufgaben nacheinander ab“, erklärt Anja Behlke. Ihr Arbeitsgebiet erstreckt sich dann von Bützow über alle umliegenden Gemeinden.

Aber wie kommen hilfsbedürftige Menschen überhaupt an die Leistungen der Sozialstation? „Das ist ganz unkompliziert“, sagt Anja Behlke. „Wer Hilfe braucht, kann bei uns vorbeikommen und mit uns sprechen oder, wenn das Büro nicht besetzt ist, auch jederzeit anrufen. Dann gibt es einen Hausbesuch, in dem die Situation erst einmal erfasst wird. Auf der Grundlage können wir überlegen, wie wir die Unterstützung auf die Person zustricken können.“ Wie genau das in der Praxis aussieht, hängt von der jeweiligen Person ab. Anja Behlke: „Jede Situation ist anders. Es gibt Menschen, die ihre Tabletten für die Woche allein nicht mehr koordinieren können, andere brauchen eine Begleitung zum Arzt, wieder andere sitzen im Rollstuhl und können bestimmte Alltagssituationen wie zum Beispiel die Körperpflege nicht mehr allein bewältigen.“

Vor allem in der Fläche entwickeln sich solche Schicksale oft dramatisch. Es gebe viele Menschen, die gar keine Betreuung bekommen, weil kein Pflegedienst zu ihnen fahren will, sagt Cornelia Bäumer, die Leiterin der insgesamt sechs Sozialstationen im Altkreis Güstrow. Das fängt das DRK auf. „Es gibt so gut wie keine Fläche in unserem Bereich, die wir nicht anfahren. Wir finden immer eine Lösung“, betont Cornelia Bäumer.

Anja Behlke und ihre Kollegen legen in Bützow den Grundstein für die Pflegearbeit des DRK. Denn die Sozialstation wird später Teil der Anlage, die derzeit Vor dem Rühner Tor entsteht. „Wir wollten uns mit unserer Arbeit nicht von dem Baufortschritt abhängig machen. Und wir haben motivierte Mitarbeiter, die jetzt schon mit der Arbeit in Bützow beginnen wollten“, erzählt Cornelia Bäumer.

Mit dem Fokus auf die häusliche Pflege deckt die Sozialstation einen Bereich der Pflege ab, der immer größer wird. Zwei Gründe seien dafür ausschlaggebend. Zum einen habe das Sterben zu Hause in den vergangenen Jahren immer mehr Anerkennung gefunden, zumal es viele Modelle gebe, die das unterstützen, sagt Anja Behlke. „Ich kenne Patienten, die teilweise seit 20 Jahren auf diese Art betreut werden“, berichtet die Pflegedienstleiterin.

Der andere Grund: Die Pflegeheime sind restlos überlastet. „Es gibt Wartelisten. Oft ist keine adäquate Unterbringung im eigenen sozialen Umfeld möglich. Die Leute dann bis nach Stavenhagen zu schicken, ist aber auch keine Lösung“, beschreibt Cornelia Bäumer das Problem. An diesem Punkt kann die Arbeit der Sozialstationen die Rettung sein. „Wir nehmen den Angehörigen so eine Last ab, die logistisch, körperlich und psychisch oft an ihre Grenzen stoßen“, so Bäumer.

Den Bützowern wollen sich die Mitarbeiter der neuen Sozialstation auch noch persönlich vorstellen. Bei der oiffiziellen Eröffnung am 8. November können alle, die mehr über die Angebote erfahren wollen, ihre Fragen stellen und sich den Arbeitsplatz von Anja Behlke und ihrem Team anschauen. Bislang habe es schon viel Kontakt durch die Fensterscheibe gegeben, erzählt die Pflegedienstleiterin. „Die Leute schauen interessiert herein, viele winken uns. Ich bin positiv überrascht, wie freundlich wir hier jetzt schon aufgenommen wurden.“

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