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Bützower Zeitung

20. November 2017 | 20:20 Uhr

Aufbau-Tagebuch : Hilfe für Bützows Bäume

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Hebebühnen-Baumsteigerrotte Schlemmin räumt Bützows Innenstadt auf

von
erstellt am 12.Mai.2015 | 17:36 Uhr

Eine Woche nach dem  Tornado   herrscht emsiges Treiben in der gesamten Stadt. Dächer werden begutachtet, Scheiben repariert und auch rund um Bützows Wälder laufen die Aufräumarbeiten des Landesforstamtes auf Hochtouren. Das Team der Hebebühnen-Baumsteigerrotte Schlemmin ist angereist, um Bützows Straßen und Wälder von Bruchholz zu befreien. 

„Für uns ist das auch eine  außergewöhnliche Situation“, so Forstwirt Henning Friz bei der Mittagspause  im Bützower Rathaus.  Hier, beim Helfer-Stützpunkt, trifft er sich mit Kollegen. Vorbei schauen allerdings auch  Rathausmitarbeiter wie  Kathrin Apel aus der Finanzbuchhaltung. Sie findet es „erstaunlich, wie viele Betriebe und Privatpersonen in der Stadt aktiv waren und noch sind.“ Besonders aufgefallen sei ihr der Fortschritt bei der Stiftskirche. „Es ist beeindruckend, was sich bei der Kirche bereits getan hat“, merkt sie an.

 Henning Friz macht sich  nach der Stärkung wieder an die Arbeit. Johannes Bilke und Sebastian Fachin begleiten ihn. Bis zu zehn Meter hoch fahren sie ihre Hebebühne aus, um an die zerstörten Baumkronen zu kommen. „Wir retten so viele Bäume, wie wir können“, so Friz. Allerdings seien viele der „Naturdenkmäler“ dem Sturm zum Opfer gefallen.

Ziel ist es Wege freiräumen

„Unser Ziel ist es die Wege rund um Bützow wieder frei zu räumen“, sagt Forstwirt Bilke. „Damit stellen wir sicher, dass die Verkehrsteilnehmer sie wieder ordnungsgemäß befahren können.“ Zunächst bat Wolfgang Koch vom städtischen Bauhof darum, die Gegend rund um die Wismarsche Straße zu  säubern. „Hier hat der Sturm ganz besonders zugeschlagen“, berichtet Friz. Trotzdem sei er begeistert, dass bereits einige Privatpersonen am vergangenen Wochenende die Wege von herumliegenden Bäumen befreit hätten.

Aktiver Einsatz von  Privatpersonen

„Das erleichterte  die Arbeit sehr. Wir konnten uns auf die Brennpunkte konzentrieren“, erinnert sich der 46-Jährige. Sein Team habe im Bereich der Wismarschen Straße  die Gefährdungspunkte an den Bäumen beseitigt.

Einige Erlenweiden seien abgebrochen oder entwurzelt. „Die Schäden nach dem Sturm sind großflächig“, fasst der Forstwirt zusammen.   „Viele der abgebrochenen Weiden  befanden sich in unmittelbarer Grundstücksnähe. Das kann gefährlich werden“, merkt sein Kollege Bilke an.  

Nächste Station der Baumsteigerrotte war  der Bützower Leninring sowie die Straße Am Sandkrug. „Im Leninring haben wir eine einzeln stehende Pappel mithilfe einer Hubeinsatzbühne gefällt“, so Friz. Der Baum sei durch den Sturm stark in Mitleidenschaft gezogen worden, so dass der Erhalt nicht mehr möglich war.

Weiter ging die Aufräumtour in der Straße Am Sandkrug. „Mit einem Freischneider pflegten wir eine Weide durch“, so Bilke.

Bis zu 20 000 Festmeter Bruchholz

Letzte Station der gestrigen Aufräumarbeiten war die Pustohler Chausee. Hier stand die  Verkehrssicherungspflicht im Fokus. „Die Aufräumarbeiten sind aufregender, weil sich der Einsatzort ständig ändert“, so Friz. Er freut sich über den Zuspruch aus der Bevölkerung: „Die Leute sind dankbar für unsere Arbeit.“

Rund drei  Monate werde das Forstamt noch benötigen, um alle Waldwege freizuschneiden, erklärt der Leiter des Forstamtes Schlemmin, Mathias Regenstein. Er geht von einem Schaden in Höhe von 15 bis 20 000 Festmeter Bruchholz im seinem Revier aus. „Der Hauptschaden ist zwischen Oettelin und Werle zu beobachten“, so Regenstein, der  beschreibt, dass alle Baumarten geschädigt wurden: „Selbst 200 Jahre alte Buchen hat es wie Streichhölzer auseinandergerissen.“  Die Bäume, die heute gerodet wurden, werden zunächst  zu einem ehemaligen Möbelwerk am Rühner Tor gebracht und dann weiterverarbeitet. 

Alles zum Thema Tornado in Bützow unter: www.svz.de/tornado

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