zur Navigation springen
Bützower Zeitung

14. Dezember 2017 | 18:01 Uhr

Wokrent : Hier wohnt bald Familie Fledermaus

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Bahn investiert über 10 000 Euro in alten Eiskeller

svz.de von
erstellt am 25.Sep.2014 | 15:52 Uhr

Der alte Eiskeller bei Wokrent ist seit vielen Jahrzehnten ungenutzt. „Ganz früher wurden aus dem See dicke Eisblöcke geschlagen und hier hergebracht. So haben die Leute über den Sommer hinaus für die Kühlung der Speisen gesorgt“, erzählt Michael Constien. Der Landwirt nutzt die Flächen bei Wokrent rund um den Eiskeller. Und jetzt soll diese alte Kühlkammer  wieder mit Leben gefüllt werden. Und das  nicht wieder mit Speisen und Eisblöcken, sondern mit kleinen Nachtschwärmern. Ein Fledermausquartier soll dort entstehen.

Im Rahmen einer Ausgleichsmaßnahme engagiert sich die  DB Netz AG für dieses Bauvorhaben. Die Baumaßnahme ist für das vierte Quartal 2015 geplant, wusste Gisbert Gahler von der Deutschen Bahn.  Doch derzeit gebe es aufgrund der siedelnden Fledermäuse  etwas Verzug bei der Umsetzung dieses Vorhabens.

 Die Errichtung eines Ersatzquartiers würde rund zwei Wochen in Anspruch nehmen und sei somit recht schnell zu realisieren. Allerdings fehlt noch ein klares Ja. Denn erst nach  Abstimmung mit der zuständigen Umweltbehörde des Landkreises kann die Bahn mit dem Bau am Eiskeller beginnen. Auf die Frage, welche Fledermäuse sich dort ansiedeln sollen, konnte Gahler auf die Untersuchungen der  bisherige fliegenden Bewohner zurückgreifen: „Im Eiskeller wurden einige Fransenfledermäuse vorgefunden. Daher ist davon auszugehen, dass sich im Keller diese und andere Fledermausarten ansiedeln werden.“

Was das Quartier für die Nachtschwärmer kosten wird, steht noch nicht genau fest. Die Deutsche Bahn rechnet mit Kosten zwischen  10000 und 12000 Euro. Gahler ist fest überzeugt, dass das eine lohnende Investition ist, denn in diesem Eiskeller seien im Winter bereits vereinzelte Fledermäuse anzutreffen. Durch einen gezielten Innenausbau des Eiskellers könne so eine größere Fledermauspopulation dauerhaft angesiedelt werden. Und auch die umliegenden Bäume – zwölf meterhohe Linden –  stören die Fledermäuse nicht, sie würden ihren Eiskeller dennoch finden. „Die Auswahl dieser Maßnahme erfolgte zusammen mit regionalen Fledermausexperten, die auch den fachgerechten Innenausbau weiter begleiten werden, um einen größtmöglichen Erfolg für dieses Fledermausquartier erzielen zu können“, erklärte der Bahn-Sprecher. Auch Landwirt Michael Constien ist von dem Projekt überzeugt und will es wohlwollend begleiten, versicherte der Jürgenshagener.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen