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Kassow : Hier wackelt jetzt wirklich jede Latte

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Kassows Bürgermeister setzt auf Hilfe vom Straßenbaumt Güstrow

Seit gut vier Wochen ist der Verkehr zwischen Kassow und Kambs deutlich mehr geworden. Kassows Bürgermeister Hans-Joachim Lang hat das bereits vorausgesagt. Doch damit stand das Gemeindeoberhaupt nicht allein da. Auch im  Straßenbauamt Güstrow   war man sich sicher, dass  während der Brückensperrung in Schwaan der Verkehr zum größten Teil diese Strecke nutzt. Bereits im März gab es das Angebot, die Brücke für bestimmte Lasten zu begrenzen. Geld für eine Sanierung konnte Ronald Normann jedoch bereits zu Beginn des Jahres nicht aus dem Hut zaubern.   „Wir sind beide Leidensgenossen, Herr Lang. Und ich bin nicht der gute Onkel mit dem großen Geldbeutel. So leid mir das auch tut“, erklärte der Leiter des Straßenbauamtes.

Doch in weiteren Gesprächen näherten sich beide an. „Er hat mir gesagt, wir müssen schauen, wie groß die Schäden dann sind  und was wir machen können“, erklärt Hans-Joachim Lang. Der Blick in seine Gemeindekasse lässt nur einen Schluss zu: „Kassow kann sich eine Sanierung nicht leisten. Die ist aber dringend nötig“, versichert der Bürgermeister.

Mittlerweile seien zahlreiche Bretter auf der Brücke lose, die Bankette völlig ausgefahren und auch die Betonspuren in keinem guten Zustand. „Ich habe mit der Straßenmeisterei bereits einen Entlastungsschnitt machen müssen. Die Betonplatten haben sich regelrecht aufgebäumt. Aber das ist nur eine Notlösung“, betont der Bürgermeister. Langfristig müsste der Teil der Betonspurbahn ausgetauscht und erneuert werden. „Das ist nicht eben mit 50 Euro getan. Aber ich muss jetzt ganz klar sagen: Herr Normann, jetzt sind Sie dran!“

10000 Euro hat die Gemeinde erst vor zwei Jahren in die Strecke zwischen beiden Orten und ja auch Gemeinden gesteckt. Investitionen, die in den vergangenen Wochen  abgefahren wurden, meint Lang. Denn nicht nur Bankette, sondern auch der Mittelstreifen wurde arg in Mitteleidenschaft gezogen. „Das sind richtige Kuhlen, die hier reingefahren wurden. Weil die meisten ja auch nicht sinnig fahren“, moniert er während wieder ein Autofahrer mit einem Dienstwagen durch die Löcher braust. „Der könnte doch in den Parktaschen warten. Aber nein, das wird ja nicht gemacht. Im schlimmsten Fall wird man noch überholt, wenn man rechts ranfährt, um die anderen vorbei zu lassen“, wettert der Bürgermeister über die Fahrweise so mancher Autofahrer. Denn die interessiere nicht, wo das Geld für Reparaturen herkomme.  

Der Kassower Bürgermeister hofft nun, dass das Straßenbauamt noch ein Ass aus dem Ärmel zaubert. „Die Straßen gehören zu unseren Pflichtaufgaben, aber wir haben nicht einmal einen beschlossenen Haushalt, geschweige denn Rücklagen für solche Aktionen. Dann muss das Land kommen, und die Löcher wieder schließen, oder wir müssen irgendwann die Strecke aufgeben. Aber das kann es ja auch nicht sein“, ist Bürgermeister Lang überzeugt.

Doch der jetzige Zustand der Brücke sei „katastrophal“. Zahlreiche Schrauben fehlen, die Bretter sind morsch. „So schnell fällt zwar keiner in die Warnow, aber es muss dringend etwas gemacht werden“, sagt er und hofft auf das Straßenbauamt.

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