Selow : Hennenhaltung nach Bio-Standard

Bei der Bio-Landpartie ging Anna Propp mit Jonas aus Bröbberow und Ludwig aus Hof Tatschow die Hühner füttern.
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Bei der Bio-Landpartie ging Anna Propp mit Jonas aus Bröbberow und Ludwig aus Hof Tatschow die Hühner füttern.

Anna und Lukas Propp führen ihren Betrieb nach strengen Auflagen / Eier gehen nach Berlin und an kleine regionale Läden

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30. September 2015, 12:00 Uhr

In Gras und Sand scharren, nach Körnern picken, auch mal einen Regenwurm finden und dann ein ausgiebiges Staubbad nehmen: So sieht das optimale Leben eines Huhns aus. Für so ein optimales Leben ihrer 1650 Legehennen sorgen Anna und Lukas Propp. Und das gelingt, weil sie sagen: „Wir passen nicht das Tier an den Stall an, sondern den Stall an das Tier.“ Seit Juli dieses Jahres scharren und picken die braunen Legehennen und ihre 33 Hähne Auf den Hufen 8. Dahinter verbirgt sich der Bio-Legehennenbetrieb der Propps in Selow.

Lukas Propp bewirtschaftet als Agrarbetriebswirt auf der 200 Jahre alten Hofstätte 50 Hektar Ackerland und Wiesen. Die direkt hinter dem Haus liegenden Flächen ermöglichen ihm eine Symbiose von Ackerbau und Tierhaltung. Hier erfahren die 1650 Legehennen Freilandhaltung mit einem mobilen Stall auf dem Acker. Davon konnten sich die Gäste beispielsweise bei der Bio-Landpartie Anfang September überzeugen. „Der mobile Stall besteht aus zwei Einheiten“, erläuterte der Fachmann. „Das ist der Stall an sich und dazu gibt es einen Wintergarten für das hässlich-nasse und kalte Wetter, welches auch Hühner nicht mögen. Beides steht auf Kufen und kann mit Hilfe von zwei starken Traktoren weiter gezogen werden.“

Mit dem mobilen Stall bekommen die Tiere immer neue, frische Flächen, die mit diesem Prinzip vor Überweidung geschützt werden. Die gerade nicht genutzte Fläche wird neu bearbeitet, kann sich erholen, nachwachsen und bleibt länger grün. „Damit gewährleisten wir eine hohe Tiergesundheit und somit eine antibiotikafreie Haltung. Auch schützen wir so den Boden und das Grundwasser vor einer zu hohen Nitratbelastung durch den Kot“, erklärte der 28-Jährige. Da der Stall innerhalb der Fruchtfolgen auf dem Acker versetzt wird, ermöglicht das eine Doppelnutzung der Flächen. Denn im kommenden Jahr wird auf den nicht genutzten Flächen Futtergetreide für die Legehennenhaltung angebaut.

Nach dem Kleegras für die Hühner wechseln sich Weizen, Erbsen, Triticale und Roggen auf den Flächen ab, sodass der Verbrauch der Erde minimiert wird. Für das Getreide hat Lukas Propp sich extra eine Mahl- und Misch-Anlage angeschafft, mit der er sein Hennenfutter selbst herstellen kann. „Das gibt uns eine gewisse Sicherheit vor Verunreinigungen, wie es immer mal in zugekauftem Futter vorkommt“, so der Landwirt.

Dass dann auch Bio drin ist, wo Bio drauf steht, dafür garantiert der Demeter e.V. „Das ist der strengste Bioverband, der international agiert“, so Propp. Hufe 8 ist Mitglied und wird regelmäßig kontrolliert. Das garantiere eine gute Vermarktung seiner Bio-Eier. Die Hennen legen 1400 bis 1450 Eier pro Tag. „Das entspricht einer 90-prozentigen Legeleistung.“ Geliefert werden die Eier vorrangig an einen Berliner Naturkostgroßhandel und an regionale Läden, wie die Bunten Höfe.

Auf ihren Wiesen halten Lukas und Anna Propp noch eine kleine Herde Angus-Rinder. Sie haben die Aufgabe, die extensiven Wiesen und überschüssiges Kleegras der Legehennenweiden zu verwerten. Derzeit in Bau ist ein zweiter mobiler Stall für weitere 1650 Legehennen. Und auch die direkte Vermarktung von Eiern und Fleisch auf dem Hof ist geplant.

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