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Bützow : Heiße Debatte um Haus 36 in Kirchenstraße

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Stadtvertreter geben Planung in Auftrag / Sanierung nur mit Fördermitteln möglich

von
erstellt am 11.Okt.2017 | 05:00 Uhr

Hat die Stadt das Haus Kirchenstraße 36 unter falschen Voraussetzungen gekauft? Das ist eine der Frage,n die auf der Stadtvertretersitzung am Montagabend unter anderem im Raum stand. Die Stadtvertreter sollten eine „Grundsatzentscheidung zur Sanierung und Nutzung des Gebäudes Kirchenstraße 36“ treffen. Vor der Abstimmung gab es noch einmal eine intensive Debatte.

„Wir sollten das machen. Aber die Stadt sollte das vorantreiben“, erklärte Frank Schröder, Fraktionsvorsitzender der CDU. Für Wolfgang Wehrmann (EB) ist das Projekt „zu verwaschen und zu vage. Das ganze Konzept steht nicht auf festen Füßen“, sagte Wehrmann. Ralf-Peter Katzer (UBB) warf Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) vor, die Bereitstellung von 500 000 Euro Fördermitteln für die Sanierung als feststehende Größe angekündigt zu haben. „Unter diesen Voraussetzungen hat der Hauptausschuss dem Rückkauf des Hauses zugestimmt“, sagte Katzer.

Hintergrund: Das Haus befand sich zuletzt in Privatbesitz. Der Eigentümer hatte es vor Jahren von der Bützower Wohnungsgesellschaft, einer einhundertprozentigen Tochter der Stadt erworben. Doch danach passiert an dem leerstehenden Gebäude nichts. Durch den Tornado wurde es zusätzlich erheblich beschädigt, stellte eine Gefahr für die öffentliche Sicherheit dar. Deshalb kaufte die Stadt das Haus zurück und nahm eine Notsicherung vor. Die Idee: Das Haus wird saniert, im Obergeschoss entstehen möglicherweise Büroräume, im Untergeschoss ein interkulturelles Zentrum, das von Bürgern und Vereinen gleichermaßen genutzt werden kann, und zu einem Ort der Begegnung von unterschiedlichen Kulturen entwickelt wird.

Und für solche Projekte würden Fördermittel von bis zu 500 000 Euro in Aussicht gestellt. Das erklärte Christian Grüschow und widersprach Katzer, dass er die Summe schon als sichere Einnahmequelle bezeichnet hätte. „Die Möglichkeit besteht. Doch dazu müssen wir zunächst ein Projekt vorlegen“, erklärte der Bürgermeister. Und ein solches soll jetzt im Auftrag gegeben werden.

Insgesamt rechnet die Stadt mit einem Sanierungsaufwand von rund einer Millionen Euro. Die Formulierung, dass die „Realisierung als Sanierungsmaßnahme ,Altstadt’ aus dem städtischen Sondervermögen heraus“ erfolgen sollte, hatte Ralf-Peter Katzer auf den Plan gerufen. Da reichte ihm die Formulierung nicht, dass zusätzlich „weitere Mittel von mindestens 50 Prozent der Gesamtkosten einzuwerben“ sind. Was passiert, wenn es die 50 Prozent Fördermittel aus einen speziellen Bundesprogramm nicht gibt?

Dann müssten sie sich erneut darüber verständigen, wie mit dem Haus umgegangen wird, erklärte Christian Grüschow. „Wir haben es auf jeden Fall gesichert“, sagt Christian Grüschow. Das hätte der bisherige Besitzer so nicht hinbekommen, sagte der Verwaltungschef. Da das Haus jedoch auch einen geschichtlichen Hintergrund habe, stehe er zum Rückkauf. Den bedeutenden geschichtlichen Wert für die Stadt , als Wohnhaus des ersten Pastor der evangelisch-reformierten Gemeinde, stellten die Stadtvertreter auch nicht in Frage. Am Ende gab es 16 Ja-Stimmen für den Beschluss. Damit ist der Weg frei, das Projekt weiter voranzutreiben.

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