Havarie drei Meter unter der Erde

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07. Dezember 2009, 10:06 Uhr

Bützow | "Das Stück Leitung liegt hier vor mir. Da ist seinerzeit nicht ganz sauber gearbeitet worden", sagt Peter Dethloff. Ein Riss in einer Hausanschlussleitung sorgte für die Havarie am Fernwärmesystem am zurückliegenden Wochenende in Bützow. Von Freitagnacht bis zum späten Sonnabendnachmittag mussten mehrere Tausend Menschen ohne Heizung und ohne warmes Wasser auskommen (SVZ berichtete). "Das gab es die letzten 30 Jahre nicht", sagt Peter Dethloff.

Der Heizhaus-Chef ist froh, dass der Schaden im Fernwärmesystem behoben ist. "Wir hatten schon vor Längerem festgestellt, dass wir Wasser verlieren", erklärt Dethloff. Man habe intensiv nach den Ursachen gesucht, doch zunächst nichts gefunden. Immerhin zieht sich das Leitungsnetz 13 Kilometer durch den Bützower Untergrund. Eher durch Zufall habe er am Freitag an der betroffenen Stelle an der Kreuzung Wismarsche Straße/Karl-Marx-Straße Wasserdampf aufsteigen sehen. "Ich habe dann dort warmes Wasser festgestellt", erzählt Dethloff. Sofort hätten seine Mitarbeiter begonnen, die Baugrube auszuheben.

Von einer Verkettung unglücklicher Umstände, spricht Dethloff. Denn genau an der Stelle liegt die Fernwärmeleitung ungewöhnlich tief in der Erde. Normalerweise liegen sie rund einen Meter tief. "Dort sind aber drei Meter Tiefe", erklärt Peter Dethloff. Es habe vor 15 Jahren, als die Leitung gebaut wurde, Probleme mit anderen Versorgungsleitungen gegeben.

Er habe dann am Freitag entschieden, um 21 Uhr mit den Reparaturarbeiten zu beginnen. Das Straßenbauamt half mit Technik, ein Schweißer musste organisiert werden. Noch vor 15 Uhr habe er die Großkunden und die Wohnungsunternehmen informiert, dass die Wärmeversorgung abgeschaltet wird. "Wir hatten gehofft, dass wir bis zum Morgen mit den Arbeiten durch sind", sagt Dethloff. Zunächst musste das rund 80 Grad heiße Wasser abgelassen und aus der Grube gepumpt werden. Doch allein das dauerte bis Sonnabendmorgen 6 Uhr.

"Die Kunden haben sehr viel Verständnis gezeigt", sagt Dethloff. Es habe viele Anrufe gegeben. "Wir haben extra eine Kollegin die ganze Zeit ans Telefon gesetzt."

Für BüWo-Chef Monika Gräning habe der Notrufplan funktioniert. "Unser Kollege des Bereitschaftsdienstes hat viele Gespräche entgegengenommen", erzählt Gräning. Kritik, dass das Unternehmen die Mieter nicht informiert habe, kann sie nicht nachvollziehen. In jeden Mietvertrag und in jedem Haus stehen die Notrufnummer. "Jeder hätte dort anrufen können und eine Antwort bekommen." Man könne in einem solchen Fall nicht jeden einzelnen Mieter informieren, sagt Gräning. Ein solche Havarie könne immer passieren. Dethloffs Mitarbeiter hätten gute Arbeit geleistet, sagt die BüWo-Chefin

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