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Handgeschriebene Anweisungen für Cannabis-Aufzucht gefunden

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Rostock//Tarnow | Die 3. Große Strafkammer des Landgerichtes Rostock setzte gestern die Hauptverhandlung gegen den des unerlaubten Handeltreibens mit Betäubungsmitteln angeklagten vietnamesischen Staatsbürger Le Coung H. (48) aus Rostock fort. Erwartet wurde der Zeuge Duc Thang Nguyen aus Hamburg. Als er auch eine halbe Stunde nach dem angesetzten Termin nicht erschien, verfügte das Gericht auf Vorschlag des Staatsanwalts eine Ordnungsstrafe von 150 Euro oder ersatzweise drei Tage Haft. Außerdem wurde die polizeiliche Vorführung des Zeugen angeordnet.

Le Coung H., der als Hauptangeklagter gilt, soll mit mehreren, ebenfalls angeklagten Landsleuten in Einfamilienhäusern in Tarnow, Gnemern und Marlow so genannte Indoorplantagen zur Aufzucht von Cannabispflanzen betrieben haben (SVZ berichtete). Ihm wird vorgeworfen, in der Zeit von Januar 2009 bis Oktober 2010 in den angemieteten Häusern nicht nur Cannabis-Plantagen angelegt, sondern daraus auch kräftige Gewinne erzielt zu haben.

So wurden in Gnemern und Tarnow sowie im ehemaligen Marlower Landschulheim auf mehreren Hausetagen je über 1000 Cannabispflanzen in unterschiedlichen Wachstumsphasen gefunden. Insgesamt seien im Tatzeitraum unter Mithilfe weiterer bisher unbekannter Mittäter - die Spur führt bis nach Holland - weit über 50 Kilogramm Marihuana gewonnen und diese gewinnbringend veräußert worden, heißt es in der Anklageschrift.

Der vietnamesische Dolmetscher entzifferte gestern handgeschriebene Anweisungen für die Behandlung der Cannabispflanzen, die bei Hausdurchsuchungen in Tarnow und Gnemern gefunden wurden. Aus ihnen geht hervor, welche unterschiedlichen Präparate für das Wachstum der Stämme, der Blätter und der Blüten der Pflanzen angewendet und in welcher Menge sie den Cannabissetzlingen je nach Größe zugeführt werden sollten. Die Aufzeichnungen enthalten auch Anweisungen für Ruhezeiten der Pflanzen.

Der Cannabis-Prozess wird am 21. Dezember fortgesetzt. Vorgesehen ist die Vernehmung eines Zeugen, der ins Zeugensschutzprogramm genommen wurde.

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erstellt am 05.Dez.2011 | 07:25 Uhr

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