SVZ-Sommertour : Hände desinfizieren ist das A und O

Dass die Hygienerichtlinien im Haus konsequent befolgt werden, darauf achtet Fachkraft Kristin Hartmann (zweite von links) in der Bützower Warnow-Klinik.
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Dass die Hygienerichtlinien im Haus konsequent befolgt werden, darauf achtet Fachkraft Kristin Hartmann (zweite von links) in der Bützower Warnow-Klinik. Fotos: Sabine Herforth

Die SVZ-Sommertour führte gestern in die Warnow-Klinik / Kristin Hartmann klärte in Sachen Krankenhaushygiene auf

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19. August 2016, 21:00 Uhr

Fast 150 Mitarbeiter sorgen täglich für einen reibungslosen Ablauf in der Bützower Warnow-Klinik. Die Teilnehmer unserer SVZ-Sommertour bekamen vor Ort einen kleinen Einblick in den Krankenhausalltag.

Zu Beginn machte Geschäftsführer Thomas Blum mit den Besuchern eine kleine Zeitreise. Der 5. Mai 2015 hatte an der Warnow-Klinik zahlreiche Spuren hinterlassen. Die Reparaturen, die komplett von der Versicherung übernommen wurden, kosteten etwa 600  000 Euro. „Das ist schon ganz erheblich für 20 Sekunden“, meint Blum.


Desinfizieren wichtiger als Händewaschen


Mit einem völlig anderen Thema setzte Kristin Hartmann die Führung fort. Sie steht den Mitarbeitern in Sachen Hygiene mit Tipps rund um Verfahrensweisen oder Handlungsabläufen zur Seite. Den Teilnehmern der Sommertour wollte sie im Gespräch vor allem die Angst vor multiresistenten Krankenhauskeimen nehmen. „Wir haben alle eine normale, gesunde Hautflora und Keime gehören dazu“, erklärte sie.

Eine ständige Desinfektion der Hände sei im Alltag deshalb unnötig. Dass Erreger resistent werden, habe viele Auslöser – allen voran die übermäßige Anwendung von Antibiotika in vielen Bereichen. „Hinterfragen Sie das“, mahnte sie ihre Zuhörer, sich bei einem Schnupfen nicht direkt ein Antibiotikum verschreiben zu lassen.

Kritisch könne für Patienten der Staphylococcus aureus werden. Jedoch nur, wenn Hygienevorschriften nicht eingehalten würden. „Das ist ein normaler Keim, von dem jeder vorübergehend besiedelt werden kann. Im Krankenhaus kann er gefährlich sein“, erklärte Kristin Hartmann, die eine zweijährige Fortbildung im Bereich Hygiene gemacht hat. „Die Hände zu desinfizieren ist wichtiger, als sie zu waschen“, betonte sie. Nur so würden die Bakterien abgetötet. Doch auch das will gelernt sein, davon konnten sich die Teilnehmer selbst überzeugen. Nach Anleitung rieben sie sich die Hände mit einem Desinfektionsmittel ein, das unter UV-Licht „Benetzungslücken“ sichtbar macht.

Dabei zeigte sich, wer die nicht ganz ernst gemeinte Regel „30 Sekunden die Keime ersäufen und erschlagen“ verinnerlicht hatte. Denn so lange dauert eine konsequente Desinfektion der Hände.

Sorge bereitete den Gästen, dass zunehmend Fremdfirmen für die Reinigung in Krankenhäusern zuständig sind und womöglich nicht mit der nötigen Sorgfalt ihre Aufgaben erledigen.

„Das kann ich nicht ganz abstreiten“, gibt Hartmann zu. In Bützow würden feste Reinigungskräfte arbeiten, „die sich auch verantwortlich fühlen. In großen Krankenhäusern ist das schwieriger.“

Häufig gehe es auch ums Geld, fügt Thomas Blum an. „Wir müssen auch wirtschaften, aber wir haben einfach eine andere Philosophie“, sagt er.


Intensive Betreuung auf Palliativstation


Zuletzt ging es ins zweite Obergeschoss, wo im Februar 2015 die Palliativstation eröffnet wurde. „Wir haben hier acht Patientenzimmer“, erklärt Blum. Diese sind großzügig und freundlich gestaltet. Das Angebot beschränke sich nicht allein auf die medizinische Versorgung, so der Geschäftsführer. Die Erkrankten würden unter anderem auch von Physio-, Musik-, sowie einem Kunsttherapeuten betreut. Ab Herbst wird das Team von einer Seelsorgerin unterstützt. „Die Angehörigen werden intensiv mit einbezogen“, sagt Blum.

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