10. Bützower Häftlingstreffen : Häftlingstreffen im Rathaus eröffnet

Die Teilnehmer des Treffens im   Bützower Rathaussaal, der bis auf den letzten Platz gefüllt war. Evelyn Bubber-Menzel
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Die Teilnehmer des Treffens im Bützower Rathaussaal, der bis auf den letzten Platz gefüllt war. Evelyn Bubber-Menzel

Gestern Nachmittag wurde im Rathaus von Bützow das 10. Treffen der ehemaligen politischen Häftlinge aus dem Bützower Strafvollzug eröffnet. Zum Programm gehören auch Treffen mit Jugendlichen.

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24. September 2012, 10:37 Uhr

Bützow | Gestern Nachmittag wurde im Rathaus von Bützow das 10. Treffen der ehemaligen politischen Häftlinge aus dem Bützower Strafvollzug eröffnet. Unter den Teilnehmern aus ganz Deutschland auch Bürgerrechtler Rainer Eppelmann, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Dikatatur.

Nach der Begrüßung durch Bützows Bürgermeister Sebastian Constien sowie durch Maria Pagels-Heineking, die Landesbauftragte M-V für die Stasiunterlagen, und einem Referat über das terroristische Herrschaftssystem des Stalinismus setzten sich die Teilnehmer in einer Podiumsdiskussion mit dem Stalinismus in der DDR auseinander.

"Die Gegenwart der DDR-Vergangenheit - Warum wir nicht aufhören können, darüber zu reden", lautet diesmal das Motto des Häftlingstreffens, dessen Veranstalter die Friedrich-Ebert-Stiftung, die Politische Memoriale e. V. und die Landesbeauftragte M-V für die Stasiunterlagen, die Landeszentrale für politische Bildung sowie die Stadt Bützow sind. "Die einstigen politischen Häftlinge wollen, dass über die Menschenrechtsverletzungen während der SED-Herrschaft weiterhin gesprochen wird, dass ihre Schicksale nicht in Vergessenheit geraten und sich gerade junge Leute mit diesem Teil unserer jüngsten Vergangenheit auseinandersetzen", sagt Dr. Andreas Wagner von Politische Memoriale e. V. Die Veranstaltung sei in den letzten Jahren gewachsen und habe sich zu einem überregionalen Diskussionsforum entwickelt. Erfreulich sei, dass es gelungen sei, das Gespräch mit der jungen Generation in Bützow zu etablieren. So werde den Teilnehmern des Treffens Montagnachmittag im Bützower Gymnasium ein Schülerprojekt zur DDR-Geschichte vorgestellt und in einer Abendveranstaltung ab 19.30 Uhr gibt es im Kultursalon am Pferdemarkt 8 eine Diskussion mit Lehrern und Schülern aus Bützower Schulen zum Thema "DDR-Geschichte vermitteln - wie kann das in der Schule gelingen?"

Das Jubiläumsprogramm des Häftlingstreffens spannt einen weiten Themenbogen. Während am ersten Tag der stalinistische Terror und seine Folgen für die Entwicklung der DDR im Mittelpunkt standen, geht es am heutigen zweiten Tag vor allem um den Sinn des historischen Rückblicks und die Frage, wie ein Gespräch zwischen den Generationen über die Vergangenheit gelingen kann. Damit wird sich heute ab 9 Uhr in ihrem Grußwort an die Teilnehmer auch Uta-Maria Kuder, Justizministe rin von Mecklenburg-Vorpommern, ausein andersetzen. Um 11 Uhr beginnt im Bützower Rathaus ein Gespräch zum Thema "Macht die Auseinandersetzung mit der Geschichte uns zukunftsfähiger?" Dazu wird auch Wolfgang Thierse, Mitglied des Bundestages, erwartet.

Am Abend gibt es zwei öffentliche Lesungen. .

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