Rühn : Haare ab für krebskranke Kinder

Ein Lächeln will Emma Bittner durch ihre Haarspende auch krebskranken Kindern ins Gesicht zaubern
Ein Lächeln will Emma Bittner durch ihre Haarspende auch krebskranken Kindern ins Gesicht zaubern

Die neunjährige Emma Bittner aus Rühn spendet 36 Zentimeter ihrer Haarpracht für bedürftige Kinder

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05. November 2014, 20:44 Uhr

Schnipp, schnapp, Haare ab. Klingt wie ein normaler Frisörbesuch, doch bei Emma Bittner steckt noch viel mehr dahinter. Neun Jahre ließ sie ihre Haare wachsen, pflegte sie wie ein Heiligtum. „Ab und zu haben wir mal die Spitzen geschnitten, mehr aber nicht“, sagt Mama Stefanie. Ein gemeinsamer Fernsehabend veränderte aber alles. „Es ging in einer Sendung um Kinder, die ihre Haare abschnitten und krebskranken Kindern spendeten“, erklärt Stefanie Bittner. Die kleine Emma war sofort Feuer und Flamme und wollte das auch. Die Mama ging erst einmal von einer Kurzschlussreaktion aus und regte an, doch noch einmal eine Nacht drüber zu schlafen. Doch Emma rückte nicht mehr von ihrem Wunsch ab. „Sie war so sehr davon überzeugt, wir konnten und wollten sie auch nicht umstimmen“, sagt Stefanie. Auch aus der Familie gab es Rückhalt. „Alle fanden es eine tolle Sache“, sagt Stefanie.

Die Frisörin griff zur Schere und schnitt einen 36 Zentimeter langen Pferdeschwanz ab. Aus Emmas Mähne wurde plötzlich schulterlanges Haar. Für die Neunjährige aber überhaupt kein Problem, denn auch nach dem Blick in den Spiegel war sie voll und ganz von diesem Schritt überzeugt. „Ich finde das jetzt sogar hübscher. Ich will die Haare nicht mehr lang wachsen lassen“, sagt Emma. Außerdem habe die neue Frisur sogar Vorteile. „Nun tut es beim Kämmen nicht mehr so weh. Außerdem muss ich beim Sport nun keinen Zopf mehr tragen“, sagt die Rühnerin.

Eine viel größere Freude bereitet sie aber krebskranken Kindern, die durch ihre medizinischen Behandlungen keine Haare mehr auf dem Kopf haben. „Wir haben uns im Internet schlau gemacht, wo wir das hinschicken können. Voraussetzung war, dass die abgeschnittenen Haare mindestens 25 Zentimeter lang sind“, erklärt Stefanie Bittner. Inzwischen wurden Emmas Haare zur Kinderkrebshilfe gesendet, wo sie in der Masse zu Perücken weiterverarbeitet werden. Emma hat auch noch einen kleinen Brief dazu geschrieben und hofft, einem krebskranken Kind die schwere Zeit zu verschönern.

Emma, die ja selbst noch ein Kind ist und mit reichlich Haar gesegnet ist, beweist damit ein ganz großes Herz. Selbst wenn ihr die neue Frisur irgendwann doch nicht mehr gefallen sollte, ist es nur eine Frage der Zeit, bis die Haare wieder lang sind.

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