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Ausstellung in Schwaan : Großformatiges in Nebenarmen finden

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Sich abseits des Hauptstroms aufhalten, auf kleinen Pfaden wandeln - Orte, die Grit Sauerborn für ihre Arbeiten gerne aufsucht. Unter dem Titel "Nebenarme" stellt sie derzeit in der Schwaaner St. Pauls-Kirche aus.

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erstellt am 21.Aug.2012 | 11:26 Uhr

Schwaan | Sich abseits des Hauptstroms aufhalten, auf kleinen Pfaden wandeln - Orte, die die Künstlerin Grit Sauerborn für ihre Arbeiten gerne aufsucht. Unter dem Titel "Nebenarme" stellt sie derzeit großformatige Ölbilder auf Leinwand sowie Tuschezeichnungen auf Papier in der Winterkirche der Schwaaner St. Pauls-Kirche aus. "Ich bewege mich schon seit Jahren abseits des Hauptstroms, denn dort finde ich meine Linien, meine Formen", erläutert Grit Sauerborn. Sie arbeite schon jahrelang in der Natur, um ihre Fertigkeiten und ihr Handwerk zu schulen. "So entwickele ich auch meine eigene Art zu malen", sagt Grit Sauerborn, die gebürtig aus Bützow stammt.

Diesen Stil entdeckt der Betrachter in ihren Werken beispielsweise beim Bild "Vier Fragen". Sie stand eines Tages auf einer Kreuzung bei dem Ort Klein Siemen, erzählt die Künstlerin. Da hatte sie sich plötzlich den Gedanken, dass die Kreuzung auch unterschiedliche Richtungen sind, denen man folgen könne - getreu dem Motto "Wo geht es lang im Leben". In ihrem Atelier habe sie dann das Motiv der Kreuzung wieder aufgegriffen und auf das Wesentliche reduziert. Auf dem Bild ist nun einen Grau-Weiß-Ton die Kreuzung überdimensional angedeutet. Sie findet sich noch einmal im Himmel wieder. Diese Art der Darstellung gefällt auch Irene Merzdorf. "Mir gefällt, wie sie die verschiedensten Themen bearbeitet und auch neue Themen aufnimmt und sich erschließt", sagt die 72-Jährige. Sie bleibe nicht stehen, und merke ihr an, dass ihre Erfahrung in den Bildern immer weiter arbeitet, fügt Irene Merzdorf hinzu. Grit Sauerborn kann bisher auf ein relativ erfülltes, künstlerisches Schaffen zurückblicken: Nach einer Ausbildung in der Plakatmalerei und Schriftgestaltung sowie Studien der Malerei und Grafik an der Kunstschule Rostock, arbeitet sie am Volkstheater Rostock, nimmt danach eine lehrende Tätigkeit an der Kunst- und Medienschule. In den 2000er-Jahren nimmt sie diverse Stipendien wahr - darunter eines der Deutsch-Japanischen Gesellschaft oder des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Auch an Kulturprojekten - wie dem Herman-Hesse-Projekt - beteiligt sie sich. Auch in der Kunstmühle Schwaan hatte sie 2006 ein Stipendium erhalten. "Ich bin ein Lokalpatriot, mag Schwaan sowie die versteckten, idyllischen Plätze in Kleinstädten", sagt Grit Sauerborn. Einen idyllischen, zumindest aber grünen Platz hatte sie auch in der Gärtnerei Rohde. Nur andeutungshalber zeigt sie die Umrisse des Betriebes, während ein satter Grünton die Leinwand dominiert.

Nicht ganz so idyllisch kommen Sauerborns Tuschezeichnungen daher. "Sie stammen aus meinem tiefsten Inneren", sagt sie. Während ihrer Zeit in Japan wurde ihr Interesse am Zeichnen sowie an freien Zeichnungen geweckt. Bilden die Formen und Linien weder Figuren noch Orte ab, so strukturieren sie dennoch das Blatt und weisen mal auf eine lustige Stimmung hin, und mal auf eine ernstere. Interessiert schauen sich Besucher der Arbeiten an. "Wenn wir die Gelegenheit haben, Kunst kennen zu lernen, nehmen wir diese wahr", sagt Wolfgang Markiefka. Er besuche Freunde in Schwaan, lebe ansonsten aber in der Provençe in Frankreich. "Die Leute sind hier sehr freundlich und sehr harmonisch", fasst er die Atmosphäre zusammen.

Öffnungszeiten: Di bis Sa 10 bis 17, So 11 bis 17

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