Pläne für Bahnhof : Große Pläne für Bützower Bahnhof

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhard Rehberg informierte sich gestern über öffentliche und private Initiativen der Warnowstadt

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03. März 2016, 05:00 Uhr

Die Stadt Bützow und Poppe Gerken, Eigentümer des Bützower Bahnhofgebäudes, haben Großes vor: Ein moderner Verkehrsknotenpunkt soll entstehen. Doch wie und wann sich die Pläne umsetzen lassen, das steht auf einem ganz anderen Blatt. Gestern informierte sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhard Rehberg über die Pläne und kam dabei ins Staunen.

Im Bützower Haushaltsplan für die Jahre 2016 und 2017 ist festgeschrieben, dass Teile des Bahnhofsvorplatzes zu einem Verkehrsknotenpunkt ausgebaut werden sollen. Pläne, die auch von Poppe Gerken begrüßt werden. Der Zepeliner Unternehmer hat vor knapp eineinhalb Jahren das Bützower Bahnhofsgebäude und ein Nebengebäude – den sogenannten Würfel – von der Bahn gekauft. Der Würfel ist mittlerweile zu einem Wohnhaus umgebaut worden. Und auch im Bahnhof konnte bereits ein Geschäft einziehen. „Wir wollen hier Leben reinbekommen“, sagt Poppe Gerken.


Wohnungen und Bahnhofshotel


Deshalb hat er auch das Bahnhofsgebäude so weit wie nötig entkernt, möchte dort Wohnungen einbauen. Er befürchtet nur, dass ihm die strengen Bauauflagen bei der schnellen Umsetzung der Pläne einen Strich durch die Rechnung machen könnten. So soll er jetzt noch ein großes Brandschutzgutachten in Auftrag geben.

Die Räume der ehemaligen Mitropa sollen wieder zu einer Gastwirtschaft ausgebaut werden. „Darüber könnte ich mir auch ein kleines Bahnhofshotel vorstellen“, erklärt Poppe Gerken. Reisende die hier ankommen, können übernachten und dann am nächsten Morgen weiterfahren. Im Schnitt frequentierten mittlerweile täglich 2000 Menschen den Bahnhof, informierte sich Gerken bei der Bahn.

Das große Reiseaufkommen und auch die große Zahl der Pendler wird auf dem Bahnhofsareal deutlich. Die unbefestigten Parkplätze sind unter der Woche fast immer voll belegt. Diese Fläche bis zu einem Gebäude am Verladebahnhof (unterhalb der Brücke Tarnower Chaussee) möchte die Stadt erwerben. „Die Busse, die jetzt noch auf der anderen Seite des Bahnhofes halten, können dann hier stoppen. Außerdem könnten wir die Zahl der Parkplätze von 38 auf etwa 80 erhöhen“, erklärt Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos). Poppe Gerken schlägt vor, noch weiterzudenken und „ein Parkdeck“ mit zwei Ebenen zu bauen. „Denn schon jetzt reichen ja die Plätze nicht aus“, sagt Gerken.

Die Stadt setzt darauf, noch in diesem Jahr mit den Planungen zu beginnen und im nächsten Jahr zu bauen. Fördermittel seien beantragt, erklärt Grüschow. Doch noch müsse die Stadt zunächst in den Besitz der Fläche kommen. Die Verhandlungen mit der Bahn laufen. Die seien nicht immer einfach, wie man am Beispiel der Bahnhofstoilette sieht. Dort gibt es seit Jahren immer wieder Klagen darüber, dass das stille Örtchen dreckig ist und oftmals gar nicht funktioniert.


„Superklo“ schon lange nicht mehr super


Ein 50-Cent-Stück ist normalerweise der Schlüssel in das „Toiletten-Paradies“ am Bützower Bahnhof. Dort steht seit 1999 ein „Superklo“, mit Musik und automatischer Reinigung. Doch die schönsten Zeiten hat die einst so moderne Toilette längst hinter sich.

„Man hat uns klipp und klar gesagt, die Bahn müsse keinen Toiletten vorhalten und würde sie am liebsten ganz zu machen“, erzählt Bürgermeister Christian Grüschow. Bisher zahlt die Stadt für den Unterhalt einen Anteil von 8000 Euro jährlich. „Den Betrag haben wir vergangenes Jahr gekürzt, haben nur 7000 Euro bezahlt“, erklärt der Verwaltungschef. Der Grund: Die Klagen, über den dreckigen Zustand häuften sich. Auch gestern zeigte das Schild von außen „besetzt“ an, doch drinnen war kein Mensch. Und auch der Geldschlitz war gesperrt.

Warum aber auf einem Bahnhof keine Toilette sein soll, dass erschloss sich auch dem Bundestagsabgeordneten nicht. Eckhard Rehberg, der im Aufsichtsrat einer der Bahntöchter sitzt, wollte das auf jeden Fall mitnehmen.

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