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Bützower Zeitung

22. November 2017 | 19:44 Uhr

Bützow : Gremium straft Schwarzbau ab

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

In ihrer Sitzung bezogen die Stadtvertreter klar Position und lehnten die nachträgliche Billigung eines illegalen Baus ab

von
erstellt am 13.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Über einen Schwarzbau ärgerten sich die Stadtvertreter in ihrer Sitzung. Im Baugebiet „Vor dem Rostocker Thore-Süd“ entstand ein Haus, dass nicht dem Bebauungsplan entspricht.

„Dieser Sachverhalt ist durch die Bauaufsicht aufgefallen“, informierte Doris Zich das Gremium. „Es besteht die Möglichkeit diesen Verstoß durch Änderung des B-Plans zu ’heilen’“, so die Baumamtsleiterin weiter.

Die Verwaltung legte einen Aufstellungsbeschluss vor, der den bestehenden B-Plan entsprechend ergänzt. Gleichzeitig war darin aber auch eine Änderung vorgesehen, um einen zweiten Sachverhalt zu klären: Denn im gleichen Baugebiet möchte nun auch eine Familie bauen, plant jedoch ein Haus, dass die Baugrenzen überschreiten würde.

Da der Beschluss beide Fälle vereinte, hätte eine Zustimmung bedeutet, den unerlaubten Bau nachträglich zu billigen. Eine Ablehnung hätte zur Folge, dass die bauwillige Familie ihr Projekt nicht realisieren kann.

Der Bauausschussvorsitzende Axel Ullrich (CDU) informierte, dass in kleiner Runde bereits hitzig diskutiert wurde. Denn das Problem bestehe darin, dass ein Bürger nicht nach Vorschrift baute, während ein anderer den Sachverhalt im Vorfeld abklären möchte. Er wolle den Schwarzbau nicht erleichtern, jedoch Bauwillige nicht benachteiligen. „In meinen Augen ist es ein nachträgliches Legalisieren“, schloss sich auch Matthias Röse (Einzelbewerber) dieser Meinung an. Er wolle aber niemandem „Steine in den Weg legen, weil sich andere nicht an Regeln halten“.

„Es ist unrechtmäßig etwas entstanden“, stimmte auch Wolfgang Wehrmann (Einzelbewerber) zu und fügte an: „Wenn man so eine Sache jetzt legalisiert, fragt sich so mancher Bützower: Was macht ihr da?“

Wehrmann hatte den Punkt schon zu Beginn der Sitzung von der Tagesordnung nehmen wollen, weil er den Landkreis und nicht die Stadt in der Verantwortung sieht.

„Den Aufstellungsbeschluss würde ich schon gern beschließen“, betonte Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) nach längerer Diskussion. Er schlug vor, die Vorlage entsprechend zu ändern. Auch die übrigen Stadtvertreter machten ihren Standpunkt klar. Der Bauherr habe gewusst, dass sein Bau so nicht genehmigt würde, meinte Stadtvertreterin Gudrun Lidzba (CDU). „Er hat dieses Haus trotzdem gebaut.“ Sie beantragte, den betreffenden Teil aus der Beschlussvorlage zu streichen, um im Sinne der bauwilligen Familie abstimmen zu können.

Damit waren letztlich alle Stadtvertreter zufrieden und sprachen sich einstimmig für den Aufstellungsbeschluss aus.

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