Ausstellung : Greifswalder Kunst in Bützow

Die Betrachtung der Ostsee auf zwei verschiedene Arten. Manfred Prinz präsentiert im Bützower Kunsthaus ab Sonnabend unterschiedliche Perspektiven mit Farben und Stilrichtungen.
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Die Betrachtung der Ostsee auf zwei verschiedene Arten. Manfred Prinz präsentiert im Bützower Kunsthaus ab Sonnabend unterschiedliche Perspektiven mit Farben und Stilrichtungen.

Der ehemalige Kunstdozent Manfred Prinz präsentiert im Kunsthaus eine breite Spanne an Werken aus seiner Schaffenszeit

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26. April 2017, 12:00 Uhr

Von stürmischen Momenten an den Küsten von Rügen bis zum beruhigenden Anblick kirchturmgeprägter Landschaften Mecklenburgs – dorthin möchte der Maler Manfred Prinz ab dem kommenden Sonnabend mit seinen Werken entführen. Um 15 Uhr wird seine Ausstellung „Malerei und Grafik von Manfred Prinz“ im Kunsthaus Bützow eröffnet. Gestern hat der Künstler dem Aufstellen seiner Werke beigewohnt.

„Die Ausstellungsstücke sollen eine Spannbreite meines künstlerischen Wirkens präsentieren“, sagt Prinz. So befinden sich sowohl Bilder aus Prinz’ Anfängen in der Ausstellung als auch ganz neue. Aber: „Die meisten der hier gezeigten Werke, die ich für die Sammlung gewählt habe, sind in den letzten sechs Jahren  entstanden“, berichtet der Maler.

Die rund 60 Bilder zeigen sowohl einen expressionistischen Stil als auch den von Prinz gern verwendeten Realismus. „Der Realismus ist besonders gut für Landschaftsbilder“, erklärt der Maler. Aber auch der Expressionismus eigne sich in manchen Fällen gut, um die Situation möglichst lebendig wiederzugeben. „Ich habe mich während meines ganzen Lebens immer sehr auf das Naturstudium konzentriert. Mit dem wilden Expressionismus kann dann zum Beispiel sehr gut die Stimmung während eines aufkommenden Sturms eingefangen werden“, so Prinz.

Der Künstler sagt, er habe schon so manchen unbequemen Arbeitsplatz im Freien aushalten müssen. „Ich suche mein Motiv gezielt aus. Dafür habe ich auch schon an der sturmgepeitschten Steilküste gesessen und gemalt. Der Ausgangspunkt für ein in der Kunst zu verarbeitendes Erlebnis ist die Natur vor Ort“, so Prinz.

Neben der Gestaltung der Bilder sei es laut Prinz auch eine Art Geisteshaltung, welchen Stil er gerade verwende. „In meiner Brust schlagen zwei Herzen. Einerseits mag ich die beruhigende Kraft der realistisch gehaltenen Landschaftsmalerei, andererseits die Möglichkeit die Farben mit aller Wildheit zu benutzen.“

Die Unterschiede in den Arbeiten findet Kunsthausleiter Karl-Werner Zießnitz beeindruckend. Seine Frau und ihn verbindet mit Manfred Prinz mehr als die Liebe zur Kunst. „Wir waren seine Schüler, als er als Dozent am Casper-David-Friedrich-Insitut der Universität Greifswald lehrte“, erzählt Zießnitz. An die Lehrjahre hat der Kunsthausleiter gute Erinnerungen. „Manfred Prinz wusste genau, wie er die Schüler zum kreativen Schaffen anregen kann.“ Daneben sei ihm der Stil des Instituts im Gedächtnis geblieben. Die Werke von Prinz könne er einwandfrei als „Greifswalder Schule“ identifizieren. „Die Farbgebung und ihre Abstimmung, die vorherige Grundierung – sie prägen das Bild der Schule, dass Kunst auch eine Lebenshaltung ist“, sagt Zießnitz. Die Bilder von Prinz seien dafür bezeichnend. „Echte norddeutsche Landschaften auf Bildern, in denen ich den Entstehungsumstand klar erkennen kann – ob nun Schnee oder Sonnenschein“, so Zießnitz.

Prinz selbst sagt, ihm sei vor allem die Fantasie der Betrachter wichtig. „Ich habe das Gemalte mit Absicht auf das Wesentliche reduziert. Die Leute sollen ihre eigene Kreativität anregen.“ Er hoffe auf einen guten Zulauf und freue sich auf die Resonanz des Publikums.

Die Ausstellung läuft bis zum 10. Juni.

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