Jürgenshagen : Gesucht: Neuer Träger für die Kita

Versteinerte Mienen in Jürgenshagen: Nach der Stellungnahme des Vorstands der Diakonie Güstrow, Christoph Kupke (rechts), sprachen sich Elfriede Schmidt, Bürgermeisterin der Gemeinde Jürgenshagen, und Gemeindevertreter Michael Constien (links) für einen Wechsel des Kindergarten-Trägers aus.
Versteinerte Mienen in Jürgenshagen: Nach der Stellungnahme des Vorstands der Diakonie Güstrow, Christoph Kupke (rechts), sprachen sich Elfriede Schmidt, Bürgermeisterin der Gemeinde Jürgenshagen, und Gemeindevertreter Michael Constien (links) für einen Wechsel des Kindergarten-Trägers aus.

Runder Tisch führt nicht zu einer Einigung zwischen den Jürgenshagenern und der Diakonie Güstrow als Betreiber des Kindergartens.

svz.de von
07. Juli 2018, 12:00 Uhr

„Tschüss“ sagte eine Mutter eines Kindes aus der Kindertagesstätte „Um die Welt“ in Jürgenshagen am Donnerstagabend. Sie verabschiedete damit Christoph Kupke, den Vorstand der Diakonie Güstrow, noch vor dem letzten Satz seiner Stellungnahme zur aktuellen Kündigung der Trägerschaft. Die Gemeinde Jürgenshagen hatte diese ausgesprochen, nachdem die Elternvertretung zahlreiche Beschwerden aus der Elternschaft gesammelt und in einem Brief zusammengefasst der Gemeindevertretung übergeben hatte.

In der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung war ein runder Tisch mit dem Vorstand der Diakonie Güstrow, Christoph Kupke, vereinbart worden. Bürgermeisterin Elfriede Schmidt (Für unser Dorf) ließ am Donnerstag noch einmal die vielfältigen Vorwürfe aus der Elternschaft vorlesen. Vor rund 40 Elternteilen betonte Janine Weber noch einmal, dass sie im Frühjahr nur um Hilfe gebeten habe, um ein klärendes Gespräch mit der Kita-Leitung zu führen. Die Gemeindevertretung, die selbst mit der Zusammenarbeit mit der Diakonie Güstrow unzufrieden war, sprach sich im April daraufhin einstimmig für eine Kündigung der Trägerschaft aus.

Am Donnerstag bestätigten einige Elternteile die Kritik. Christoph Kupke las seine Stellungnahme vor und erntete bereits zu Beginn Kopfschütteln, als er sagte, er kenne diese Fragen nicht. Soweit er mit Kritik befasst gewesen sei, hätte er diese ausräumen können. Zum Personalschlüssel sagte er unter anderem, dass die Diakonie „das Risiko eines Überhangs“ trage. Sprich: Es geht ums Geld. Aus unterschiedlichen Gründen habe es eine „sehr hohe Fluktuation“ gegeben. Wenn er eigene Fehler sehe, dann den Versuch, es allen recht zu machen. Die Gemeinde habe immer wieder mit der Kündigung der Trägerschaft gedroht. Zum Beispiel bei geplanten Gehaltserhöhungen, und die Leitung habe „teils nicht genug hinter den Mitarbeitern gestanden“. Wenn die Gemeinde künftig die Erzieherinnen nach dem öffentlichen Tarif bezahle, würden die Kosten für die Eltern „deutlich steigen“.

Zu den jetzigen Bedingungen werde die Diakonie Güstrow die Trägerschaft nicht fortführen, las Kupke weiter vor. Er forderte eine zehnjährige Laufzeit mit zwei Optionen über je fünf Jahre statt der bisherigen jährlichen Kündigung. Das veranlasste Michael Constien (Für unser Dorf) zur Rückmeldung an die Elternvertretung, der „Brandbrief“ an die Gemeindevertretung sei genau richtig gewesen. Die Politiker hätten irrtümlicherweise geglaubt, in der Kita sei es „ein bisschen zur Ruhe gekommen“. Die Ernsthaftigkeit der Anliegen sei bei der Diakonie Güstrow nicht angekommen. „Sie haben mich eines Besseren belehrt“, sprach Constien Kupke direkt an. Ferner berichtete der Jürgenshagener von den Gemeinden Baumgarten und Bernitt, die mit dem Amt Bützow Land Trägerschaften für ihre Kitas vereinbart haben – mit einer Kündigungsfrist von sechs Monaten zum Jahresende. Constien sagte dem Diakonie-Vorstand, er habe „den Eindruck, dass Sie ganz gerne verzichten“.

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