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Kurzen Trechow : Gesperrte Straße sorgt für Aufregung

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Eine kleine, gesperrte Straße sorgt in Kurzen Trechow für Aufregung. Der Vorwurf an den Gutshausbesitzer: Er habe die Anwohner nicht darüber informiert, dass „Gefahr im Verzug“ war.

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erstellt am 26.Okt.2012 | 11:21 Uhr

Kurzen Trechow | Ein kleines Stück gesperrte Straße sorgt in Kurzen Trechow für Aufregung: Da vom maroden Speicher und dem alten Pferdestall an der Straße lose Steine herabstürzten, war "Gefahr im Verzug" und auf Anordnung des Umweltamtes musste Gutshausbesitzer Christian Schierning, dem inzwischen Pferdestall und Speicher gehören, die Straße an den alten Bauwerken entlang aus Sicherheitsgründen sperren.

Wie er sagte, musste dies innerhalb von drei Tagen, also in kürzester Zeit, geschehen. Schierning ließ also das Stück Straße am Speicher absperren und zeichnete mit offenbar selbstgefertigten Schildern eine "Umleitungsstrecke" neben der gefährdeten Straße aus.

Damit aber erzürnte er offenbar so manchen Anwohner, die plötzlich und ohne Vorwarnung die Umleitung über den unbefestigten Weg am Bolzplatz fahren mussten. Auf der Gemeindevertretersitzung Mittwochabend machten die verärgerten Bürger ihrem Unmut Luft. "Warum wurden wir nicht informiert?", so die Frage, die die Anwohner bewegte. "Wir sind Betroffene und mit uns hat kein Mensch gesprochen", ärgert sich ein Kurzen Trechower ziemlich lautstark. Das Fahren über den unbefestigten Weg sei eine Zumutung, sie habe sich von ihrem Auto schon den Auspuff abgerissen und musste für die Reparatur 50 Euro bezahlen, schimpfte eine Anwohnerin.

Seit 23 Jahren habe er sich um den Kauf des Speichers und des Pferdestalles bemüht, die schon aus dem Jahre 1860 stammen und total baufällig sind, meinte Christian Schierning. "Für den Ort ist es doch wichtig, dass auf dem Grundstück etwas passiert", steht der Gutshausbesitzer etwas ratlos vor den zum Teil ziemlich heftig vorgebrachten Vorwürfen. "Hier war Gefahr im Verzug und die Straße musste sofort gesperrt werden", erläuterte er. Er sei allen Forderungen der Behörde nachgekommen und sei immer zusammen mit der Gemeinde vorgegangen, so der Gutshausbesitzer.

Und er kündigte an, dass er neben der gesperrten Straße eine feste Umgehungsstraße bauen lassen werde. "Aber es ist jetzt noch nicht klar, wann", sagt Schierning. Denn Landesumweltamt und das StAUN müssten dazu ihre Genehmigung geben.

Auch das Umleitungsschild fehle oft, außerdem sei es zu klein, monierten die Anwohner. Das Schild sei dran gewesen, es werde nur nachts immer wieder "abgerissen und in den See geschmissen", sagte Christian Schierning. "Wir mussten nachts schon die Absperrung und die Beschilderung verteidigen", meinte er. Jeder wisse, wer das war, aber keiner könne etwas dagegen tun.

"Mir gefällt nicht der Umgang miteinander, man hätte miteinander reden müssen", legte Gemeindevertreter Harald Krey erneut den Finger in die offene Wunde und schlug vor, das Thema Straße auf einer Einwohnerversammlung zu beraten. Es sei verkehrt gelaufen, "wir müssen miteinander reden. Wir hoffen, dass die neue Straße so schnell wie möglich fertig wird", versuchte Bürgermeister Erhard Finck zu beschwichtigen.

Christian Schierning versuchte Schadensbegrenzung und gab der Einwohnerin für die notwendige Auspuffreparatur die ausgegebenen 50 Euro aus eigener Tasche zurück.

Etwas zu weit ging die Diskussion offenbar Gemeindevertreter Martin Hackbarth. Das Hauptproblem scheine doch ein kommunikatives Problem untereinander zu sein, meinte er. "Wir müssen miteinander sprechen und nach Lösungen suchen", fand er.

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