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Bützower Zeitung

24. November 2017 | 12:28 Uhr

Rühn : Geschichten rund ums Holz

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Auf dem 8. Adventsmarkt auf dem Klostergelände Rühn geht nichts ohne den nachwachsenden Rohstoff

svz.de von
erstellt am 13.Dez.2015 | 17:38 Uhr

Was hat Holz mit der Adventszeit zu tun? Sehr viel, wie der 8. Adventsmarkt des Klostervereins Rühn am Wochenende zeigte. Rund 5000 Besucher strömten an den beiden Tagen auf das Klostergelände. „So viele wie noch nie zum Adventsmarkt“ sagt David Pilgrim vom Verein.

Schon vor dem Einlasstor zum Adventsmarkt herrscht reges Treiben. Gabriele Möller streckt den rechten Arm in die Höhe. „Das sind zwei Meter“, erklärt die stellvertretende Leiterin des Forstamtes Schlemmin. Das hat in den zurückliegenden Tagen in Oettelin rund 550 Nordmanntannen geschlagen. Weihnachtsbäume, frisch aus dem Wald, seien immer noch am meisten gefragt, erzählt die Expertin. Etwa zwei Meter hoch soll auch der Weihnachtsbaum sein, den Vera Steinberg aus Bützow mit nach Hause nehmen möchte. Mit ihren Kindern Marthe und Julika ist sie nach Rühn gekommen. Er soll schön voll sein und doch an der einen Seite ein wenig flacher. Es braucht einige Zeit, bis sie den richtigen Baum gefunden hat. „Männer entscheiden schneller, wenn sie alleine sind. Ist die Frau dabei, dauert es länger“, ist die Erfahrung von Gabriele Möller. Yvonn Jäger hat sich relativ schnell entschieden. „Er muss schön voll sein und eine schöne Spitze haben“, erklärt sie ihre Auswahlkriterien. Zufrieden zieht sie mit ihrem Mann und dem Weihnachtsbaum von dannen.

Kleine Bäume aus Holz, aber auch Kerzenhalter und Obstschalen, verziert mit einem kleinen Schokoweihnachtsmann, bieten Uwe Facklam und seine Frau Irmgard an ihrem Stand an. 1987 machte sich der Drechsler aus Baumgarten selbständig. 26 Jahre lang führte er seine Werkstatt. Nun ist die Arbeit mit Holz noch ein wenig Zeitvertreib für den 71-Jährigen. „Es gibt kaum noch Drechsler, deshalb hat der Klosterverein gefragt, ob ich mitmache“, erzählt Uwe Facklam. Das ist schon einige Jahre her. Mit Drechselarbeiten sein täglich Brot zu verdienen, ist hingegen schwer. Der Enkel sollte die Werkstatt übernehmen. „Doch die Kosten sind einfach zu hoch“, so Facklam.

„Es soll nicht in Arbeit ausarten, sondern wirklich Hobby bleiben“, sagt Arno Diederichs aus Jesendorf. Seit 15 Jahren fertigt der Hausmeister der Förderschule in Sternberg in seiner Freizeit Weihnachtskrippen. „Wir hatten damals eine im Baumarkt gekauft“, erzählt der 57-Jährige. Doch die habe nicht lange gehalten „Meine Frau sagte dann zu mir: Du kannst doch selbst so gut mit Holz umgehen. Bau uns mal eine Krippe.“ Gesagt, getan. Schnell wurde auch die Verwandtschaft aufmerksam. Rund 30 Stunden benötigt er für eine Krippe. Dabei verwendet er das Holz von Obstbäumen, aber auch von Eiche, Linde oder Fichte. „Im Prinzip alles, was ich in die Hände bekomme.“ Nun ist er zum zweiten Mal auf dem Adventsmarkt in Rühn.

Und während Facklam und Diederichs mit Kunden über ihre Geschenkartikel aus Holz ins Gespräch kommen, lodern in den Feuerschalen auf dem Rühner Klosterhof Holzscheite und verbreiten ein wenig Wärme.

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