Schwaan : Geschichte in gedruckter Form

Bei der Ausstellungseröffnung zur jüdischen Geschichte im Herbst 2016 war Albrecht Josephy-Hablützel (l.), Nachfahre der weitverzweigten jüdischen Familie Josephy aus Schwaan, aus der Schweiz angereist. Hier im Gespräch mit Hella Ehlers vom Schwaaner Kulturförderverein.
Bei der Ausstellungseröffnung zur jüdischen Geschichte im Herbst 2016 war Albrecht Josephy-Hablützel (l.), Nachfahre der weitverzweigten jüdischen Familie Josephy aus Schwaan, aus der Schweiz angereist. Hier im Gespräch mit Hella Ehlers vom Schwaaner Kulturförderverein.

Kulturförderverein bringt Broschüre über jüdisches Leben in Schwaan heraus / Am Freitag Lesung in der Bibliothek

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24. Januar 2018, 08:00 Uhr

Ein großes Anliegen des Schwaaner Kulturfördervereins besteht darin, einen besonderen Teil der Schwaaner Geschichte für nachfolgende Generationen zu bewahren. So entstand bereits vor über zwei Jahren die Ausstellung „Von Moses Abraham bis Willi Marcus. Zur Geschichte jüdischen Lebens in Schwaan“. Nun liegt auch eine Broschüre unter dem gleichen Titel vor. Am kommenden Freitag, 26. Januar, wird sie in der Schwaaner Stadtbibliothek vorgestellt.

Die Vernissage zur Ausstellung in Schwaan im Herbst 2016 stand unter dem Eindruck der Erlebnisse von Albrecht Josephy-Hablützel. Der Nachfahre der weitverzweigten jüdischen Familie Josephy aus Schwaan war extra zur Ausstellungseröffnung aus der Schweiz angereist. Im Frühjahr 2017 wurde die Exposition auch in Rostock im Max-Samuel-Haus erfolgreich gezeigt.

Hella Ehlers vom Kulturförderverein gehörte mit zur treibenden Kraft für dieses Projekt. Die Germanistin erklärt: „Die Darstellung erfasst den Zeitraum von der Privilegierung Moses Abrahams im Jahre 1749 als erster Schwaaner Schutzjude und dem Wirken des Kaufmanns Willi Marcus, dem letzten Vorsteher der Jüdischen Gemeinde. Marcus wird 1942 nach Auschwitz deportiert und ermordet.“

In ihrer Lehrtätigkeit an der Universität Rostock hatte sich Hella Ehlers schon seit Mitte der 1980er-Jahre auch mit jüdischer Geschichte beschäftigt. Das war ein Ansatz. Ein anderer das umfangreiche Material von Schwaans Hobbyhistoriker Fritz Luckmann. „Auf der Grundlage von Archivalien werden die wechselvolle Rechtsstellung der Juden in Schwaan, ihre schwierige wirtschaftliche Lage im ländlichen Raum, die Gegebenheiten eines traditionellen Gemeindelebens sowie rituelle Einrichtungen im Ort im Kontext dieses spezifischen Aspekts Mecklenburger Geschichte beleuchtet“, so Hella Ehlers und weiter: „Dabei entfalten sich individuelle Lebensgeschichten, in denen sich eindrucksvoll das Ringen um bürgerliche Gleichstellung und die Mitgestaltung der Stadt als Schwaaner Bürger artikuliert.“

Die Lesung am Freitag in der Stadtbibliothek beginnt um 19 Uhr. Die Broschüre ist in einer Auflage von 200 Exemplaren gedruckt worden. Sie kann gegen eine Spende an dem Abend erworben werden. Der Eintritt zur Veranstaltung selbst ist frei. Der Verein freut sich auf eine „rege Teilnahme und einen anregenden Gedankenaustausch“, sagt Hella Ehlers.

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