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Bützower Zeitung

21. November 2017 | 04:00 Uhr

Benitz : Geschäftssinn mit 17 Jahren

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Schülerin Laura Behn entwarf einen Businessplan zum Vertrieb von Beton-Deko und fährt damit nun zum Bundeswettbewerb

svz.de von
erstellt am 05.Okt.2017 | 12:00 Uhr

Mit nur 17 Jahren legt Laura Behn aus Benitz einen Geschäftssinn an den Tag, von dem so mancher Betrieb nur träumen kann. Für das „Network for Teaching Entrepreneurship“, kurz NFTE, entwarf die Schülerin einen Businessplan, der den Vertrieb von dekorativen Beton-Pilzen vorsieht. Mit dieser Idee erreichte Laura Behn den 3. Platz beim NFTE-Landesevent für Berlin und die neuen Bundesländer in Potsdam. Damit hat sie sich für das Bundesevent in Berlin qualifiziert. Und wenn es auch da gut läuft, winken Wettbewerbe in New York oder Sofia.

Handarbeit war schon immer die Leidenschaft der jungen Benitzerin. Seit etwa drei Jahren stellt Laura Behn Dekogegenstände aus Beton her. Am beliebtesten sind die Pilze. Dass ihr Talent aber solche Kreise ziehen würde, damit rechnete sie nicht. Dafür war vor allem die Warnowschule Papendorf ausschlaggebend, die die 17-Jährige besucht. „Die Schule hat Lauras Potenzial mehr erkannt als wir“, sagt Mutter Cornelia. Vor allem der Lehrer Jörg Neumann habe das Talent der Benitzerin erkannt und gefördert. Und als Laura vor der Wahl stand, ein Praktikum zu absolvieren oder sich am NFTE-Projekt zu beteiligen, wurde aus dem Hobby eine Geschäftsidee mit ihrer fiktiven Firma „Ilse“. Es entstand ein Firmenlogo, Gewinn- und Verlustrechnungen wurden aufgestellt und eine entsprechende Präsentation angefertigt. Der Masterplan im Konzept: „Ich will ein regionales Standbein erlangen, dann überregional und irgendwann weltweit agieren“, so Laura Behn. Und all dies überzeugte die Jury in Potsdam.

Am Fließband kann allerdings nicht produziert werden. Jeder Betonpilz, jede Betonvase, jedes Betonblatt oder jeder Betonhocker wird von Laura Behn eigenhändig angefertigt. Deswegen ist jedes einzelne Stück auch ein Unikat. „Der erste Pilz war wirklich nicht schön“, erinnert sie sich an die ersten Gehversuche mit Beton. Da musste Papa erst einmal zeigen, wie der Mischer richtig funktioniert. Mit der Zeit wurden die Dekoartikel aber immer besser. Mittlerweile zieren sie das ganze Grundstück der Behns in Benitz.

Zeit kostet das Anfertigen der Stücke auch sehr viel. Die Pilze beispielsweise – die in allen Größen je nach Kundenwunsch entstehen können – benötigen drei bis fünf Tage zum Trocknen und einen zum Kleben. Und gegebenenfalls kommen noch Verzierungen hinzu. Eine Woche geht pro Stück locker drauf.

Auf (positiven) Druck der Schule, mit dem Wissen um ihr Können und mit einer guten Präsentation in der Hand fuhr Laura Behn vergangene Woche nach Potsdam zum Wettbewerb. Laura trat einfach so vor die Jury. „Ich konnte ja nicht wissen, dass ich mit meinen Betonpilzen so weit komme“. Die Jury sei überzeugt gewesen. Das Ergebnis: Laura Behn ist eine von zwei Mecklenburgern, die sich für den Bundeswettbewerb qualifiziert haben. Und die Konkurrenz war groß. Die Geschäftsideen der anderen Teilnehmer reichten von einer Picknickdecke mit Ameisenschutz bis hin zu einer App für Menschen mit Nahrungsmittelintoleranzen.

Auch wenn ihre Eltern anfangs nicht überzeugt waren, so sind sie es jetzt umso mehr. Ob sie stolz auf ihre Tochter sind? „Aber wie! Es ist faszinierend, so eine kreative Tochter zu haben“, sagt Cornelia Behn. Wenn es nach Lauras Mutter geht, sollten viel mehr junge Menschen an solchen Projekten teilnehmen. „Viele haben gute Ideen, präsentieren diese aber nicht“, sagt sie. Das sei sehr schade.

Bevor nun am 20. und 21. Oktober der bundesweite Wettbewerb ansteht, ist noch Einiges zu tun. „Die Flyer überarbeiten, Visitenkarten entwerfen...“ – Laura Behn zählt viele Baustellen auf. Auch eine Kleidervorschrift gilt es bei der Präsentation zu beachten. Sollte es wieder für einen der vorderen Plätze reichen, könnte die 17-Jährige sich für die nächste Etappe qualifizieren und sich mit Menschen aus der ganzen Welt messen.

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