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Bio-Landpartie : Genuss macht den Bio-Landbau aus

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Landwirtschaftsminister Till Backhaus eröffnet in Rühn die neunte Bio-Landpartie / Bester Betrieb erhält ab 2017 eine Auszeichnung

von
erstellt am 11.Sep.2016 | 20:30 Uhr

Die ökologisch bewirtschaftete Landwirtschaftsfläche in Mecklenburg-Vorpommern wächst und beträgt derzeit etwa 125 550 Hektar. Seit 2014 sind 6500 Hektar Öko-Fläche hinzugekommen.

Wie vielfältig die Produkte sind und wie diese erzeugt werden, konnten Interessierte am Sonnabend erfahren. Anlässlich der neunten Bio-Landpartie öffneten zahlreiche Höfe in der Region ihre Türen. Eröffnet wurde die Veranstaltung von Landwirtschaftsminister Till Backhaus in der Ölmühle von Ingo Sander in Rühn. „Ich stehe ausdrücklich zum biologischen Landbau“, sagte er und zeigte sich beeindruckt, wie die Aktion in den vergangenen Jahren gewachsen sei.

Bei der ersten Bio-Landpartie zählte Backhaus noch acht Teilnehmer, in diesem Jahr seien 57 bio-zertifizierte Betriebe beteiligt, erklärte er.

Sie alle würden mehr Transparenz schaffen und zudem für deutlich mehr Biodiversität sorgen, sagte der Minister. „Das mit Lebensmitteln und Genuss zu verknüpfen macht Bio-Landbau aus“, so Backhaus weiter.

Vor Ort konnten sich die Besucher selbst davon überzeugen, was dies bedeutet. Ingo Sander gab in einer Führung durch die Ölmühle Einblick in die Herstellung seiner Produkte. „Ich habe früher Gemüse angebaut“, begann er. Als er irgendwann die Nachtkerze für sich entdeckte, hatte er zunächst vor, die Samen zu verkaufen. Doch, was er sich auch überlegte, rentabel schien der Weiterverkauf nicht. „Dann kam ich irgendwann auf die Idee, das Öl in Flaschen zu füllen und so zu verkaufen.“

Hinzu kamen später Leinsamen, Mariendistel und viele andere Samen, die zu Öl gepresst werden. „Das, was wir hier pressen, hat 99,9 Prozent Reinheit“, betonte Sander. Beimischungen würden den Geschmack verändern, zeigte er sich überzeugt von seinen Produkten. „Wir wollen schöne milde Öle haben.“

Das Nebenprodukt, der Presskuchen, werde ebenfalls weiterverarbeitet, beispielsweise als Futtermittel. Essbar sind die kleinen Stücke, die beim Pressen übrig bleiben dennoch. Till Backhaus nahm Ingo Sander beim Wort und probierte ein Stück. Viele Besucher machten es ihm nach und knabberten an den gepressten Samenresten.

Das fertige Öl wird schließlich abgefüllt, etikettiert und zu 80 Prozent versandt. Fließbänder gibt es in der Halle jedoch keine. „Hier ist alles Handarbeit.“

Zuletzt wurden die verschiedenen Öle verkostet. Ingo Sander beantwortete bereitwillig die Fragen der Besucher, beispielsweise nach der Haltbarkeit seiner Produkte, die ohne Konservierungsmittel auskommen. Bei normalem Gebrauch könne das Leinöl drei, die Distel- und Nachtöle sogar sechs Monate bedenkenlos verwendet werden, erklärte Sander. Er und alle anderen teilnehmenden Betriebe haben im nächsten Jahr die Chance, das „BioZeichen M-V“ des Agrarministeriums zu erhalten. „Bei der zehnten Bio-Landpartie werden wir den besten Betrieb auszeichnen“, kündigte Landwirtschaftsminister Backhaus an.

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