Groß Raden : Gene, Gräber und Gelehrte

Forscht und lehrt in Rostock: Dr. Daniel Winger mit Steinartefakten.
Forscht und lehrt in Rostock: Dr. Daniel Winger mit Steinartefakten.

Es gibt neue Forschungsansätze zur Wanderung der Langobarden im Freilichtmuseum Groß Raden.

svz.de von
07. März 2018, 14:16 Uhr

Das Archäologische Freilichtmuseum Groß Raden lädt morgen um 19 Uhr zum nächsten Vortrag in das Ausstellungsgebäude, Kastanienallee 49 ein.

In der Völkerwanderungszeit verschwanden die Germanen aus weiten Teilen Norddeutschlands. Sie suchten und fanden neue Siedlungsgebiete in ganz Europa. So auch die Langobarden: Der Stamm, der ursprünglich an der Elbe siedelte, machte sich auf nach Italien und gründete dort ein neues Reich, dessen Name in der heutigen Lombardei fortlebt. So weit, so gut, aber ist dieses einfache Bild überhaupt richtig?

Im Vortrag behandelt Dr. Daniel Winger, ausgehend von neuen Ausgrabungen eines langobardischen Gräberfeldes am Plattensee in Ungarn, exemplarisch die Wanderung der Langobarden im sechsten Jahrhundert. Neben der Archäologie wird es dabei auch um den Einsatz neuer naturwissenschaftlicher Methoden gehen. Insbesondere die Analyse stabiler Isotope wird herangezogen, die einerseits Ernährungs-Rekonstruktionen, andererseits die Identifizierung ortsfremder Individuen erlaubt. Gänzlich neu ist der Einsatz der Paläogenetik. Entsprechend geht es auch darum, Möglichkeiten und Grenzen archäologischer und naturwissenschaftlicher Methodik aufzuzeigen. Neue Methoden führen nicht nur zu neuen Erkenntnissen, sondern auch zu neuen Fragestellungen.

Vor dem Vortrag besteht wieder die Möglichkeit, die Sonderausstellung „Blutiges Gold – Macht und Gewalt in der Bronzezeit“ zu besichtigen.

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