Bützow : Genau bis auf den Zehntel-Millimeter

Eine Schweißnaht ziehen ist für ihn ein Kinderspiel. Alexander Hellmayer ist angehender Metallbauer im ersten Lehrjahr und trägt bereits viel Verantwortung.
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Eine Schweißnaht ziehen ist für ihn ein Kinderspiel. Alexander Hellmayer ist angehender Metallbauer im ersten Lehrjahr und trägt bereits viel Verantwortung.

Ausbildungsserie der Bützower Zeitung – Teil 11: Metallbauer

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19. Februar 2018, 09:00 Uhr

„Im Maschinenbau liegt die Toleranzgrenze teilweise bei zehntel Millimeter. Auch wenn wir die Arbeit des Lehrlings immer kontrollieren, es ist schon ein großer Anspruch an ihn. Niemand wird sich hinstellen und seine Löcher nachbohren“, sagt Martin Fust, Metallbaumeister und Ausbildungsleiter bei Metallbau Bützow.

Dort ist Alexander Hellmayer auszubildender Metallbauer im ersten Lehrjahr. Schon mit elf Jahren hatte er sein erstes Schweißgerät in der Hand – natürlich nur unter dem wachsamen Blick seines Vaters. „Mein Vater war Landmaschinenschlosser. Von ihm habe ich die handwerkliche Ader“, erzählt Alexander Hellmayer. Und so fühlt sich der 19-jährige Schwaaner, der vor kurzem nach Oettelin gezogen ist, den Herausforderungen seines Alltags gewappnet. Nachdem er ein zweiwöchiges Schulpraktikum bei Metallbau Bützow absolvierte, war für ihn klar, dass er die Ausbildung machen möchte.

Mittlerweile kann er einige Erfolge vorweisen. So war er bereits am Überseehafen in Rostock bei der Konstruktion von Treppenwangen (seitliche Träger bei Treppenstufen) beteiligt. Ebenso verschlug es den Azubi vor kurzem in das 600 Kilometer entfernte Neuss, wo er bei der Errichtung eines Maschinenturms in einem Aluminiumwerk mithalf.

Damit auf der Baustelle alles glatt läuft und ineinander passt, müssen in der Fertigungshalle die Einzelteile sorgsam bearbeitet werden. „Wenn dort ein Fehler passiert, muss er entweder auf der Baustelle korrigiert werden, oder noch schlimmer, ein Einzelteil muss zurück in die Fertigung“, erklärt Martin Fust. Oft sei auch Zeitdruck im Spiel. Alexander Hellmayer schloss allerdings schnell Vertrauen in seine Fähigkeiten. Er genießt seine Arbeit. „Es ist schön, selbst Dinge entstehen zu lassen“, sagt er. „Außerdem kann man auf Baustellen ein wenig sein eigener Herr sein.“

Ebenso kann sich der Azubi nicht über zu wenig Abwechslung beschweren. Das liegt auch daran, dass sein Arbeitgeber sowohl auf Maschinenbau und Stahlbau spezialisiert ist als auch Zulieferer im Schiffbau ist. Deshalb kann sich Alexander Hellmayer auch schon mal von den Kollegen abschauen, wie Brandschutzklappen für Schiffrümpfe angefertigt werden.

Zusätzlich zu seiner Arbeit bei Metallbau Bützow geht Alexander Hellmayer auf die Berufliche Schule Güstrow, wo er in fachspezifischen Lernfeldern die Theorie beigebracht bekommt. Dazu gehört es beispielsweise, Längen und Flächen zu berechnen oder auch technische Zeichnungen anzufertigen und lesen zu können. Diese bilden nämlich immer die Grundlage für alle Fertigungsarbeiten.

Ergänzt wird die Ausbildung des angehenden Metallbauers durch überbetriebliche Fachlehrgänge von der Handwerkskammer Schwerin. In diesen lernt er den Umgang mit seinem Werkzeug, anders gesagt das Bohren, Pfeilen, Sägen, Fräsen und Abkanten.

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