Tourismus : Gemeinsam Ideen entwickeln

Kanutouristen an der Sagsdorfer Brücke.
Kanutouristen an der Sagsdorfer Brücke.

Brit Abeln lebt unter anderem vom Wassertourismus – ein Tourismus, der der Natur nicht zugutekommt. Für die Warnow und das Umland wünscht sie sich eine Interessengemeinschaft.

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20. August 2015, 20:00 Uhr

Brit Abeln ist die Betreiberin des Naturdorfs Eickhof. Neben der Beherbergung von Kindern und Feriengästen bietet sie auch einen Kanuverleih an. Mit ihr sind es im Raum Sternberg und Umgebung mindestens sechs Kanuverleiher, die derzeit wieder Hochsaison haben. Eine Hochsaison, die der Natur nicht zugutekommt.

100 bis 150 Menschen in Kanus, Kajaks und Schlauchbooten geben sich allein jedes Wochenende dem Vergnügen der Wasserwanderung hin, war von Rangerin Margot Rossow aus dem Naturparkzentrum Warin zu erfahren. „13 000 Paddler mit etwa 5 660 Booten waren es laut Zählung im Warnow-Durchbruchstal 2014 in den vier Saisonmonaten“, weiß Brit Abeln. „Ab 30 Zentimeter Wasserstand wird es gefährlich für die streng geschützte Bachmuschel. Das wird schnell zuerst im Warnow-Durchbruchstal erreicht und dann muss die Durchfahrt für Kanuten gesperrt werden.“

Spätestens dann müssen sich die Kanuanbieter eine Alternativroute ausdenken, wenn sie ihre Geschäfte weiter betreiben wollen. Gedanken dazu hat sich  Brit Abeln schon vor zehn Jahren gemacht und ihrer Meinung nach gute Alternativlösungen zum Warnow-Durchbruchstal gefunden.

„Wir können sehr gut von Eickhof oder der Klein Radener Brücke aus die Warnow entlang in Richtung Bützow paddeln. Das ist ganzjährig möglich“, erklärt sie. „Durch eine gezielte Vernetzung im Hinblick auf Kombiangebote können wir so auch die Rad- und Wanderangebote, gegebenenfalls auch die Reit-und Kremserfahrangebote, fördern.“ Ihrer Meinung nach sollte man Knotenpunkte auf der Strecke festlegen, wo die Paddler beispielsweise  auf Fahrräder oder Kremser umsteigen oder zu Fuß  weiterwandern können. Eine Möglichkeit bestehe etwa bei Zernin, das man mit dem Kanu erreicht.  Von dort aus können die Touristen  einen Abstecher in die Alte Pfarrscheune Zernin mit Besichtigung der Kirche machen und anschließend auf dem alten Landweg weiter zum Boitiner Steintanz wandern, wo man mit Kremser oder Kutsche wieder abgeholt wird. Empfehlenswert wäre auch ein Halt auf der Warnow in Höhe von Rühn mit einem Abstecher zum Kloster Rühn, wo man mit einer Führung erst in die Geschichte des Klosters eintaucht und dann in der Klostergaststätte speisen kann, erklärt Brit Abeln ihre Ideen.

Das Warnowtal nicht nur von der Warnow aus, sondern auch von Land aus   erobern, über alte Landwege eine freie Landschaft erleben und die Sehenswürdigkeiten und Angebote links und rechts der Warnow bzw. der Landwege  besuchen, das möchte Brit Abeln forcieren. Möglich sei das durch die Vernetzung und Förderung des ländlichen Tourismus in der Region Warnow-Durchbruchstal – Steintanz – Kloster Rühn durch die Ausweisung eines Wanderwegenetzes auf vorhandenen alten Landwegen. Diese wurden bereits von der Familie Ernst und Gudrun Schützler kartiert. „Es müsste eine Interessengemeinschaft Warnowtourismus für den Bereich Bützow Land gegründet werden mit dem Ziel, buchbare Angebote zu entwickeln. Auch müssten sich die Vertreter aller relevanten Einrichtungen (Tourismusvereine, Gemeinden, Naturpark, Dienstleister) zusammenschließen. Insbesondere zum Zwecke der gemeinschaftlichen Finanzierung von Projekten und Wartungsaufgaben. Und für das alles müsste ein Verantwortlicher berufen werden, der Veranstaltungen organisiert, Ansprechpartner ist und gegebenenfalls Fördermittel beantragt.

„Zwei Veranstaltungen gab es bereits mit dem Förderverein Bützow Land, mit dem Ergebnis, dass dieses Projekt von den privatwirtschaftlichen Dienstleistern, also von unten heraus, angeschoben werden muss und dass ein Fördermittelantrag für das Projekt Landwege gestellt werden soll“, sagt  Brit Abeln  und fügt hinzu: „Im Herbst soll es dann ein weiteres Treffen geben.“

Letztlich gehe es darum, die Vermarktung der Natur rund um das Warnow-Durchbruchstal gezielt und mit Bedacht einzusetzen, so Abeln. Damit sollte es zeitweise zu einer Beruhigung des Naturschutzgebietes Warnow-Durchbruchstal kommen. Gleichzeitig kann an anderer Stelle – nämlich zwischen Eickhof und Bützow – eine Optimierung des kanutouristischen Angebotes erzielt werden „zum Wohle derer, die links und rechts der Warnow Angebote vorhalten“.

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