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Wir in Steinhagen : Kleines Dorf mit Anschluss zur Welt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Peter Kramer kam vor 21 Jahren aus Schleswig-Holstein nach Mecklenburg

von
erstellt am 05.Okt.2015 | 12:00 Uhr

Er ist Unternehmer in Neuendorf, Gemeindevertreter von Steinhagen und noch immer Mitglied im Schützenverein seiner Heimatdorfes Bujendorf in Schleswig-Holstein. Und er fühlt sich richtig wohl in seiner neuen Wahlheimat, im kleinen beschaulichen Neuendorf in Mecklenburg – Peter Kramer.

„Ich habe nie diese Diskussion verstanden von Ost und West“, sagt der Norddeutsche, Jahrgang 1966. „Ich bin auf dem Lande groß geworden. Und lebe jetzt wieder in einem Dorf.“ Da gebe es keine großen Unterschied. Es gibt eine funktionierende Dorfgemeinschaft und einige wenige Nachbarn, die sich vielleicht nicht ganz so gut verstehen. So sei das Leben. Überall.

„Dieses Leben hier, die Ruhe, das Miteinander, das gefällt mir.“ Und wen es in die Stadt zieht, der kommt von Neuendorf ganz schnell dorthin. „Über die A20 ist man in einer halben Stunde in Rostock, oder wer ein Konzert in Hamburg erleben will, ist dort in eineinhalb Stunden. Also hat Anschluss an die Welt.“

Auch da hat sich in den zurückliegenden 25 Jahren vieles verändert. Als Kramer 1994 nach Neuendorf kam und hier am 1. Januar 1995 seine Firma mit einem Mitarbeiter eröffnete, da benötigte er noch vier Stunden aus seiner alten Heimat. Heute sind es knapp über eine Stunde. Zehn Jahre später, 2005 eröffnete er eine Zweigniederlassung seiner Neuendorfer Firma in Lübeck, beschäftigt an beiden Standorten zusammen mittlerweile rund 50 Mitarbeiter, darunter derzeit zehn Azubis. Jungen Menschen eine berufliche Chance geben, auch wenn sie nicht Abitur haben, das gehört für Kramer zur ganz normalen Firmenphilosophie. Es komme auf die Leistung an.

„Und was die Menschen hier im Osten nach der Wende geleistet haben, darauf können sie stolz sein.“ Kramer vergleicht das mit der Entwicklung im Westen nach dem zweiten Weltkrieg. Dort hätte der Amerikaner geholfen und die Menschen haben das Land aufgebaut. Im Vergleich dazu hätten die Menschen hier nach 1990 viel geleistet. „Die Firmen im Westen haben davon profitiert. Mit einem Mal waren da 16 Millionen mehr Verbraucher.“ Und manche Firma habe expandiert. Natürlich gebe es zu jeder Zeit auch Glücksritter. Die kommen, machen das schnelle Geld und seien dann wieder weg. Doch am Ende setzen sich die durch, die ein Ziel und eine Strategie haben und dann danach handeln, Werte schaffen – und dabei die Gemeinschaft im Blick haben. Davon ist Peter Kramer überzeugt. „Und bei allem sollte man nicht vergessen, dass wir die erste Generation sind, die keinen Krieg mehr kennengelernt hat.“ Auch das sollte man bei der derzeitigen Diskussion im Blick haben.

Peter Kramer ist überzeugt, es lebt sich gut in diesem Land. Einen Wunsch hat er aber noch: Er möchte als Schützenkönig von Bujendorf im Festumzug von Bützow nach Neuendorf „einmarschieren“. Denn dem Schützenkönig steht eine solche Zeremonie zu. Organisiert von den Freunden aus dem Schützenverein.

 

 

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