Wir in Warnow : Frisch und aktuell

23-74420935.JPG
1 von 2

Dorita Büttner betreibt seit fast sechs Jahren den „Warnower Dorfladen“

von
30. November 2015, 10:00 Uhr

Musik klingt aus dem Radio, es riecht nach frischen Brötchen, drei Stühle und ein Tisch laden zum Verweilen ein – das ist das Reich von Dorita Büttner, seit nunmehr sechs Jahren. Es ist der Warnower Dorfladen, derzeit der einzige, den es im Amt Bützow-Land noch gibt.

Das Telefon klingelt. Ein Mann ruft an, fragt ob er noch ein schnelles Mittagessen bekommen kann. „Den Namen hab ich nicht ganz verstanden. Er ist neu hier, baut gerade ein Haus um“, weiß Dorita Büttner. Als der Mann Minuten später in den Laden kommt, gibt es eine heiße Bockwurst, Kartoffelsalat dazu und einen Kaffee. Der Kunde setzt sich, lässt sich das Essen schmecken. Als er den Laden verlässt, kündigt er an, dass er in zehn Tagen wieder da sei. Dann geht es weiter mit den Umbauarbeiten am Haus. Und dann schaut er sicherlich zum Mittag wieder mal vorbei.

Eine Kundin kauft frische Brötchen, ein Mann holt Kuchen, für einen anderen, der ihm die Winterreifen aufziehen will. Das alles erfährt man ganz nebenbei, beim Einkauf im Dorfladen.

Dorita Büttner ist vom Fach, hat einst in der Konsum-Kaufhalle am Leninring in Bützow Verkäuferin gelernt. Nach der Wende jobbte sie in verschiedenen Verkaufseinrichtungen, unter anderen in Krakow am See, zuletzt in Sternberg. Damit war immer ein längerer Anfahrtsweg verbunden.

Als dann vor sechs Jahren die Betreiber des Dorfladens in Warnow aufhörten, musste sie sich schnell entscheiden. „Ich habe es nicht bereut. Man wird nicht reicht, aber darum geht es ja auch gar nicht“, sagt die 45-Jährige.

Viele seien froh, dass es den Dorfladen gibt, obwohl ihn nicht alle nutzen. „Ich kann natürlich mit den Preisen nicht ganz so mithalten wie die großen Discounter. Doch ich sage den Leuten immer, wenn man das Geld für Benzin mit berechnet...“ Was sie besorgen kann, dass organisiert sie. „Per Smartphone und Internet ist das kein Problem.“

Und noch einst ist ihr wichtig. Sie versucht mit regionalen Partnern zusammenzuarbeiten. Frisches Brot, Brötchen und Kuchen kommen von der Bäckerei Techel aus Bützow. „Andererseits habe ich auch Rohlinge, die ich noch aufbacken kann.“ Die Eier kommen von einem Biohof aus der Nähe. Eine Truhe mit Bauernhof-Eis von Rene Weiß aus Buchenhof steht im Verkaufsraum. Und Kerzen ordert sie vom Ferienpark Seehof bei Schwerin. Dort absolviert Tochter Lara gerade eine Ausbildung. „Und dort gibt es eine Kerzenzieherei“, erklärt die zweifache Mutter. Andererseits beliefert sie zum Beispiel auch das Naturdorf Eickhof. „Es geht immer um ein Geben und Nehmen.“

Inzwischen ist die Post durch, denn auch eine Postfiliale gehört mit zum „Sortiment“ im Dorfladen und natürlich die neuesten Neuigkeiten. „Du bist doch der Dorfladen. Du musst es doch wissen, sagen die Leute immer zu mir“, erzählt Dorita Büttner.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen