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Wir in Bernitt : Bunte Milchkannen für die Ewigkeit

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Kathrin Finck malt in stundenlanger Feinarbeit fotorealistische Motive

svz.de von
erstellt am 19.Okt.2015 | 11:45 Uhr

Die Leinwand ist als Untergrund zum Malen nicht genug für die Bernitterin Kathrin Finck. Sie bemalt lieber Milch- und Gießkannen oder auch Briefkästen.

„Gemalt habe ich schon immer – ich wollte auch mal Kunst studieren“, verrät Kathrin Finck. In der DDR sei dass aber ein kühner Wunsch gewesen, so dass sie schließlich in der Pflanzenproduktion arbeitete und so auch nach Bernitt kam. Die Malerei begleitete sie in dieser Zeit nur unregelmäßig.

In einem Künstlerfachgeschäft in Lübeck entdeckte sie schließlich Ölfarben und rüstete sich spontan mit Zubehör aus. Kurz darauf wagte sie sich an ein erstes Stilleben. „Das ist richtig gut geworden“, erinnert sie sich. „Dann habe ich die Kinder portraitiert. Aber es hat sich mehr und mehr auf diese Milchkannen eingesponnen“, so Finck. „Jeder hat hier auf dem Hof irgendwo eine Milchkanne“, weiß die Künstlerin, die hauptberuflich als Hausverwalterin tätig ist.

Ostsee-Ansichten, Häuser, Haustiere oder Menschen bildet sie fotorealistisch auf den Milchkannen ab. Eine Technik, die sie sich über Jahre aneignete. „Ich habe nach und nach ein Auge dafür entwickelt“, so Finck, die seit 2001 wieder mehr und mehr Zeit für ihr Hobby findet.

2011 wurde ein Fernsehsender schließlich aufmerksam auf die Bernitterin und drehte ein Portrait. „Von da an habe ich richtig viel zu tun gehabt. Das Telefon hat geglüht“, so Finck.

Gerne würde sie von der Malerei leben können. Der Aufwand für eine Milchkanne und das Honorar stünden jedoch in keinem Verhältnis. „Ich stecke richtig viel arbeit rein.“ Die Vor- und Nacharbeit übernimmt ihr Mann. Er schleift die Kannen an, bringt eine Grundierung und die gewünschte Grundfarbe auf. „Dann fange ich an und mache alles wieder weiß, was ich bemale. Dann kommt das Motiv“, so die Künstlerin. Zum Schluss kommt noch ein Autolack auf die fertige Kanne.

Was sich schnell gemacht anhört, bedeutet in Arbeitszeit gut 35 bis 40 Stunden allein für das Wunschmotiv. An einigen Arbeiten hatte sie besonders lang zu tun . So erfüllte sie einem Motorradfan den Wunsch ihn auf seiner Maschine zu malen und hielt auch Venedig bildlich fest. „Die Dresdner Frauenkirche war eine echte Herausforderung.“

Oft verbringt sie das Wochenende mit der Malerei und versinkt in den filigranen Pinselstrichen. „Die Arbeit als selbstständige Hausverwalterung verlangt mir in der Woche alles ab“, erklärt Kathrin Finck. Das Malen sei dann zwar anstrengend, aber sie könne dabei einfach den Kopf freibekommen. Der Lohn für die stundenlange Arbeit sei schließlich, „wenn sich jemand über die Maßen freut“, wenn sie ein fertiges Werk übergibt. Und von diesen haben ihre Kunden lange etwas. „Die Kannen überstehen aufgrund der hochwertigen Farben und der Bearbeitung locker 30 Jahre.“

Weitere Infos zur Kathrin Fincks Milchkannen auf: www.kannenkunst.de

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