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Bahnübergang Neu Wiendorf : Gemeinde: „Für uns ist das richtig schlimm“

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Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Fünf Jahre steht der Bahnübergang in Neu Wiendorf auf der Agenda – außer immer höher werdender Kosten passiert hier jedoch nichts

svz.de von
erstellt am 14.Jan.2015 | 19:12 Uhr

Nach einem Gespräch mit Vertretern der Deutschen Bahn ist Frank Heidelk, Bürgermeister der Gemeinde Wiendorf, nahezu sprachlos. Der geplante Bahnübergang im Neu Wiendorfer Büdnerweg soll mit 501 032 Euro anstatt der ursprünglich geplanten 281 206 Euro zu Buche schlagen – eine Preissteigerung um satte 78 Prozent. Für die Gemeinde kaum zu bezahlen. „Das Gespräch haben sich die Gemeindevertreter gewünscht, um zu verstehen, was genau gemacht werden soll und warum das jetzt nach vier Jahren um 220 000 Euro teurer werden soll“, erklärt Frank Heidelk die Situation.

Ohne Baustart keine FördermittelNoch ist die neue Kreuzungsvereinbarung jedoch nicht unterschrieben. Seit fünf Jahren geht es mittlerweile hin und her. Zuletzt scheiterte es an der Sicherungstechnik und der Baustart steht nach wie vor in den Sternen. „Das ist doch Wahnsinn! Wir wissen jetzt schon nicht, wie wir das als Gemeinde bezahlen sollen. Und nun noch das. Die Kosten werden immer mehr. Und ständig wird das Bauvorhaben verschoben“, ärgert sich Frank Heidelk. Dabei sei insbesondere das Einwerben von Fördermitteln problematisch, denn ohne festen Termin ist das unmöglich.

Der Gemeindechef zweifelt zudem an der Notwendigkeit der Bauarbeiten. „Hinter dem Bahnübergang wohnen nur wenige und der Rest sind Bungalows. Alles Leute, die sich da auskennen und wissen, dass sie langsam fahren müssen“, so Heidelk.  Er hat jedoch  eine Einschränkung: „Dass die Anlage neu gemacht werden muss, ist ja offensichtlich“, sagt er.  Aber laut Planung wird es neben der signaltechnischen Überarbeitung auch  künftig Vollschranken geben. Bislang ist der Bahnübergang halbseitig beschrankt. „Das ist laut Bahn der Grund für die hohen Kosten. Insgesamt sprechen wir hier schließlich von 1,5 Millionen Euro – das ist doch verrückt.   Und erklären konnten es die Vertreter der Bahn auch nicht“, resümiert Heidelk und fügt hinzu: „Die haben ganz schön rumgedruckst und die Erklärungen waren für einen Laien absolut nicht nachvollziehbar.“

Viele Pläne bei klammer Kasse

Eine Wahl hat die Gemeinde dennoch nicht. Denn das Eisenbahnkreuzungsgesetz schreibt vor, wie und was gebaut wird und beteiligt Gemeinden zu einem Drittel an der Bausumme – die übrigen Kosten teilen sich Land und die Bahn. Auch in diesem Jahr wird die Summe wieder in den Haushalt eingestellt – dafür werden wohl andere Projekte auf der Strecke bleiben.

„Im neuen Jahr wollen wir einige Projekte in Angriff nehmen – alles natürlich abhängig von unserem Budget“, sagt der Bürgermeister. So steht für 2015 die Erneuerung der Heizungsanlage im Gemeindehaus auf der Agenda. Die ist inzwischen rund 30 Jahre alt und soll auf Erdwärme umgestellt werden. Zudem soll das alte Feuerwehrhäuschen abgerissen und der Zeezer Spielplatz fertig gestellt werden.

„Der Preis spielt bei all diesen Vorhaben natürlich immer eine große Rolle und der Bahnübergang macht uns dabei die größten Sorgen“, sagt Heidelk, der hofft, dass bald ein Termin feststeht, damit Fördermittel beantragt werden können.

Dennoch steht Die Gemeinde nicht still: „Wir hatten im vergangenen Herbst eine tolle Pflanzaktion mit einer regen Beteiligung der Anwohner. Das wollen wir in diesem Jahr fortsetzen. Außerdem  wollen wir Müll sammeln und unsere Gemeinde bei einem Frühjahrsputz verschönern“, fasst Frank Heidelk die kleineren Ziele der kommenden Monate zusammen.

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