Bützow : Garderobe aus der DDR gesucht

Er hat eine Vorliebe für das Visuelle. Hannes Wichmann ist ausgebildeter Mediengestalter in Bild und Ton. Sein nächstes Projekt ist eine Fotostrecke über das Leben in der DDR.
Er hat eine Vorliebe für das Visuelle. Hannes Wichmann ist ausgebildeter Mediengestalter in Bild und Ton. Sein nächstes Projekt ist eine Fotostrecke über das Leben in der DDR.

Der Bützower Hannes Wichmann benötigt zeitgenössische Freizeitbekleidung für seine Fotoserie.

svz.de von
19. Februar 2018, 21:00 Uhr

Hannes Wichmann möchte einen ganz besonderen Blick auf die Lebensgestaltung in der DDR werfen. Der 27-jährige Bützower, der momentan in Hamburg als Kameraassistent für eine Produktionsfirma arbeitet, sucht zeitgenössische Urlaubs- und Freizeitkleidung aus der DDR in den 70er und 80er Jahren. „Damit möchte ich mit weiblichen Models eine Fotoserie erstellen“, sagt Hannes Wichmann. Allerdings fehlen ihm noch die entsprechenden Kostüme.

„Zwar habe ich schon beim Volkstheater Rostock nachgefragt, doch die hatten nur Uniformen und berufliche Kleidung“. Dafür bekam Hannes Wichmann die Empfehlung, mal bei den Menschen in der Umgebung nachzufragen. Diese besäßen die Kleidung aus dieser Zeit viel eher. Bei manchen liegt das ein oder andere Prachtstück vielleicht noch im Schrank, erhofft sich der Fotokünstler.

„Ich suche zum Beispiel Abendkleider, Bademode und allgemeine Freizeitkleidung. Vorwiegend geht es mir um Damenmode in der Größe S, aber auch um kleinere Herrenanzüge in M oder S. Die Kleidung darf sowohl bunt als auch einfarbig sein. Ausleihen würde ich mir die Kostüme dann im April oder Mai für ein bis zwei Tage“, sagt er. Die Fotos schießen will er an authentischen Plätzen der DDR-Zeit und an Orten die eine ebensolche Atmosphäre transportieren. So kommen für ihn zum Beispiel das Hotel Neptun in Warnemünde oder auch die von den Nationalsozialisten gebaute Ferienanlage in Prora auf Rügen in Frage. Aber auch versteckte Hinterhöfe reizen Hannes Wichmann. „Das Inszenieren der Vergangenheit macht mir besonders viel Spaß. Außerdem setze ich mich so auch mit dem Leben in der DDR auseinander“, so Hannes Wichmann. Sein letzter Berührungspunkt seien die NVA-Soldaten-Figuren im Kindergarten gewesen, mit denen er gegen Indianer gekämpft habe, lacht er.

Die Fotos, die Hannes Wichmann ausschließlich mit einer analogen Fotokamera ablichtet, möchte er nach ihrer Fertigstellung hier in der Umgebung präsentieren. Vielleicht auch im Kunsthaus in Bützow. „Der Betreiber des Kunsthauses Karl-Werner Zießnitz war immerhin mein ehemaliger Kunstlehrer. Vielleicht sieht er dann, dass mir das Fotografieren eher liegt, als zu zeichnen“, sagt Hannes Wichmann. Wer dem Künstler die genannten Kleidungsstücke für kurze Zeit zur Verfügung stellen möchte oder sonstige Requisiten aus der DDR-Zeit, kann sich bei Hannes Wichmann per Email an info@hanneswichmann.de oder unter der Rufnummer 040/84 50 17 28 melden.

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