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Bützower Zeitung

21. September 2017 | 08:56 Uhr

Bützow : Gänsemarkttage am Scheideweg

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Nach dem 23. Stadtfest: Diskussion über das Wo und Wie ist in vollem Gange

von
erstellt am 02.Sep.2017 | 05:00 Uhr

Knapp eine Woche ist es her, dass Bützow seine 23. Gänsemarkttage gefeiert hat. Erstmals wurde wieder die Langestraße gesperrt, mit dem Ziel sie zu einer Flaniermeile zu gestalten. Zudem wurde der Citylauf wiederbelebt. Doch wie geht es nun mit dem Stadtfest weiter? Alle Jahre wieder wird in der Bützower Stadtvertretung nach dem Wo und Wie diskutiert. Es wird davon gesprochen, dass es endlich ein vernünftiges Konzept geben sollte. Doch so richtig vorangekommen sind die Stadtvertreter damit noch nicht. Sicherlich ist dies auch dem geschuldet, dass sich aufgrund von Baumaßnahmen immer wieder die Ausgangslage geändert hat. Dennoch bleibt die Frage: Wie kann es künftig weitergehen?

Die Bützower Zeitung befragte die Fraktionsvorsitzenden der Stadtvertretung. Alle betonten unisono, dass dies zunächst nur ein ganz persönlicher Eindruck sein könne, da die Fraktionen noch nicht zusammengesessen hätten. Es zeigt sich eine große Spannbreite der Meinungen.

Kunsthandwerker könnten beleben

„Es war soweit in Ordnung“, sagt zum Beispiel CDU-Chef Frank Schröder. Defizite sah er in der Ausschilderung der Umleitungsstrecke, die mit der Sperrung der Langestraße verbunden war. Bezogen auf die Flaniermeile kritisiert Schröder die Händlerauswahl. „Das passt nicht zu einem Stadtfest“, sagt Schröder. Er denke da eher an einen Kunsthandwerkermarkt. „Wir müssen das Rad nicht neu erfinden. Es gibt sicherlich Organisatoren, die auf einen Pool von Handwerkern zurückgreifen können.“ Aus der Sicht von Schröder sollte der Marktplatz noch mit eingebunden werden, zum Beispiel dort auf einer kleinen Bühne zusätzliche Programme angeboten werden. „Und ich bleibe dabei. Das Stadtfest sollte weiterhin kostenlos bleiben“, so Frank Schröder.

Alles ist immer auch eine Frage des Geldes

„Wollen wir Gänsemarkttage oder Schlossfestspiele. Das hat mal jemand dieser Tage gesagt“, so Manfred Urban von den Linken. Er habe für die Verlängerung der Festmeile plädiert. Getrübt worden sei das zum einen, da die Straßensperrung so teuer geworden sei und die Händlermeile im „unteren Teil der Langestraße sehr lückenhaft besetzt war“. Und auch künftig sei alles immer auch eine Frage der Finanzen.

Frage: Welche Ansprüche haben wir

Ein schwieriges Thema, befindet auch Ralf-Peter Katzer, Fraktionschef der UBB. „Die Frage ist doch, welche Ansprüche man an so ein Stadtfest hat.“ Seiner sei nicht der, in einer Flaniermeile einzukaufen. „Ich möchte unterhalten werden, etwas essen und trinken, es muss etwas für Kinder angeboten werden, ich möchte Freunde treffen“, sagt Ralf-Peter Katzer. Dafür sei der Bereich vom Schloßplatz bis zum Gänsemarkt völlig ausreichend. Außerdem würde er dafür plädieren, das Feuerwerk etwas früher zu starten. Es seien viele Eltern mit Kleinkindern da, die nur deswegen ausharren. „Zum Feuerwerk muss es dunkel sein. Und Ende August ist das auch schon um halb zehn gegeben.“

Mehr Power am Sonnabendabend

„Ich war schon immer ein Verfechter, es so zu belassen, wie es in den letzten Jahren war“, sagt Matthias Röse von den Einzelbewerbern. Der Schloßplatz und die Schloßstraße als Flaniermeile seien völlig ausreichend. Die Langestraße zu sperren sei sinnlos, weil sie gar nicht so mit Leben gefüllt werden kann, so Matthias Röse. Überlegt werden sollte, wie für Sonnabendabend noch eine attraktivere Veranstaltung auf die Bühne gebracht werden könnte.

Es zeigen sich weniger Händler

Als eine „runde Veranstaltung“ bezeichnet Burkhard Beck von der SPD-Fraktion das Stadtfest. Jedoch habe er den Eindruck, dass im Vergleich zu vorangegangenen Jahren das Interesse von Händlern, sich dort zu zeigen, zurückgegangen sei, sich verändert habe. Wenn sich der Citylauf wieder etablieren sollte, und das habe die gute Resoanz gezeigt, dann komme man nicht umhin, die Langestraße zu sperren. Aber das sei nicht für alle Tage des Stadtfestes notwendig.

Diskussion jetzt beginnen

Was fast alle Stadtvertreter zu bedenken gaben: dass mit der Neugestaltung des Schloßparkplatzes und des Schloßplatzes selbst die Diskussion über das Wo und Wie noch einmal ganz anders geführt werden müsste. Denn der Schaustellermarkt ist auf jeden Fall an einen anderen Ort zu verlegen. Einig waren sich auch alle, den Citylauf als einen Höhepunkt der Veranstaltung wieder zu etablieren.

Und wie sehen Sie, liebe Leser, die Zukunft der Bützower Gänsemarkttage? Teilen Sie uns Ihre Meinung mit per Post an SVZ, Gödenstraße 17 in 18246 Bützow oder per E-Mail an buetzow@svz.de

Komentar von Ralf Badenschier: Zeit des großen Flanierens ist vorbei

Die Sonne scheint. In der Luft liegt der Duft von ganz unterschiedlichen kulinarischen Leckereien. Irgendwo dringt Musik ans Ohr. Menschen spazieren die Langestraße hinauf und hinab, lachen, reden, sind einfach gut drauf. Auf einem Fahrrad strampeln Bützower einem Rekord entgegen, um mit dem 24-Stunden-Rennen Geld für einen guten Zweck einzuwerben.

So habe ich die Flaniermeile bei den Bützower Gänsemarkttagen erlebt... Nicht Anno 2017, sondern vor etwa 20 Jahren. Doch das ist Geschichte. Ob wir es nun wollen oder nicht. Die Realitäten in den zurückliegenden Jahren haben sich verändert.  Etliche Geschäfte haben in der Bützower Innenstadt geschlossen. Leider. Die Gründe sind vielschichtig.  Doch das ist hier nicht das Thema. Vielmehr geht es darum, wie soll es weitergehen mit den Bützower Gänsemarkttagen?

Ich glaube einfach nicht mehr daran, dass es möglich ist, die Bützower Innenstadt  von der Post bis zum Schloßplatz als Flaniermeilezu  beleben. Ich bin da beim UBB-Fraktionschef Ralf-Peter Katzer, der die Frage aufwirft: Was erwarten wir vom Stadtfest?

Geht es ums Shoppen? Haben wir dafür nicht den Shopping-Abend? Ich jedenfalls möchte mit keiner Einkaufstüte herumlaufen und  aufpassen müssen, dass mir das Eis nicht auf das Hemd kleckert, weil ich keine Hand frei habe.  Ich möchte  unbeschwert feiern, möchte mich  mit Freunden treffen,  tanzen, Kulinarisches genießen, einfach mal abschalten.

Das alles ist in einem  überschaubaren Areal möglich, wie zuletzt zwischen Schlossparkplatz und Gänsemarkt. Wenn die künftig ihr Gesicht verändern, dafür kein Platz mehr ist, bietet sich vielleicht ein anderer Bereich an. Wie wäre es zum Beispiel zwischen Markt- und Sportplatz. Auf dem Marktplatz die Bühne, auf dem Sportplatz die Schausteller und dazwischen in der sanierten Straße Ellernbruch – die Arbeiten haben  begonnen – flanieren, vielleicht vorbei an einigen kleinen Ständen von regionalen Händlern und Vereinen.

Und nicht zu vergessen der Citylauf. Die Streckenführung lässt sich sicherlich so legen, dass nicht drei Tage lang die Bützower Innenstadt für den Fahrzeugverkehr lahm gelegt werden muss.

Vor allem aber ist es wichtig, dass eine Diskussion sehr schnell beginnt, mit dem Ziel einer langfristigen Lösung. Sonst diskutieren die Stadtvertreter jedes Jahr irgendwann im Frühjahr aufs neue, was Ende August passieren soll. Besonders wichtig: Es darf nicht allein eine Aufgabe der Stadtvertreter sein, sondern  eine für alle Bützower. 

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