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Bützower Zeitung

22. Oktober 2017 | 21:28 Uhr

Schwaan : Fundus der Kunstmühle gefragt

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Gemälde aus Schwaan sind bis Mai im Gustav-Lübcke-Museum Hamm zu sehen / Schenkungen im Wert von rund 10 000 Euro für Kunstmuseum

von
erstellt am 03.Jan.2017 | 09:00 Uhr

Was passiert mit der alten Gaststätte „Zur Börse“ in Schwaan? Es gibt ein Wertgutachten und auch einen Investoren für das denkmalgeschützte Haus. Nun muss sich in den kommenden Wochen zeigen, was möglich ist. Auch die Stadt selbst wäre daran interessiert, dort zum Beispiel als Mieter einzuziehen. „Unser Gedanke war, über einen Dachausbau eine Verbindung zu schaffen. Eine Dachwohnung als Atelier für Künstler wäre etwas, das von seiten des Museums wünschenswert ist“, sagte Bürgermeister Mathias Schauer (UWS) vor Jahresfrist in einem Gespräch mit SVZ.

Eine Überlegung, die es schon gab, als einst die historische Mühle saniert und zum Kunstmuseum umgebaut wurde. Seit dem hat es sich zu einem anerkannten Besuchermagneten entwickelt, der Touristen aus vielen Ländern anzieht. Und nicht nur das. Die Schätze der Schwaaner Kunstmühle, die Werke der hiesigen Künstlerkolonie, sind bundesweit gefragt.

Kurz vor dem Jahreswechsel wurde zum Beispiel im Gustav-Lübcke-Museum Hamm (Nordrhein-Westfalen) eine Sonderausstellung unter dem Titel „Lieblingsorte – Künstlerkolonien. Von Worpswede bis Hiddensee“ gezeigt. Bis zum 21. Mai sind erstmals Werke von sieben nordische Künstlerkolonien in einer Schau vereint, wie die Veranstalter mitteilen. Die Schau zeige „einen umfassenden Überblick über das kunstgeschichtliche Phänomen der Koloniegründungen im ausgehenden 19. Jahrhundert. Worpswede als bekannteste Malerkolonie in Norddeutschland macht den Anfang. Es folgen wie auf einer Reiseroute Schwaan und Hiddensee, Heikendorf und Nidden, Ahrenshoop und Ferch“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Unter den etwa 80 Arbeiten von rund 40 Malern befinden sich auch Leihgaben aus der Schwaaner Kunstmühle. Dazu gehören unter anderem „Schwaan im Morgennebel“ (ca. 1910) von Franz Bunke, „Obstbaumblüte“ (1914) von Rudolf Bartels sowie „Im Park“ von Alfred Heinsohn. Die progressiven Künstler in den Künstlerkolonien hätten zu ihrer Zeit wesentlich zu einer touristischen Entwicklung der Gegenden beigetragen, sagt Dr. Friederike Daugelat, die die Ausstellung in Hamm initiierte und bis Ende 2016 Direktorin des Museums war.

Rund 100 Jahre später hat Schwaan daran angeknüpft. Denn mit der Kunstmühle wurde ein bei Touristen beliebter Anziehungspunkt geschaffen. Wie sehr die Arbeit von Museumsleiter Heiko Brunner und seinem Team geschätzt wird, zeigen auch die zahlreichen Dauerleihgaben und auch Schenkungen.

So konnte der Fundus der Schwaaner Kunstmühle gleich um sechs Werke im Gesamtwert von geschätzten 10 000 Euro erweitert werden. Dazu gehört ein Aquarell des Malers Egon Tschirch, das eine Rostockerin dem Museum überlassen hat. Ein Frau aus Stuhr bei Bremen hat den Schwaanern gleich drei Werke von Peter Paul Draewing geschenkt. Das „Stillleben mit Flieder“, ein Ölgemälde auf Leinwand, sowie die Grafiken „Die Wartburg“ und „Fischerkate“ sind jetzt im Bestand. Ein Mann aus Ahrensburg hat dem Museum das Ölgemälde „Interieur am Fenster“ der Malerin Helen Dolberg (1881-1979) sowie die Zeichnung „Sitzende Frau mit Einkaufskorb“ des Künstlers Louis Douzette (1834-1824) übergeben.

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