Bützower kandidiert in Landratswahl : Für SPD am Start: Sebastian Constien

Zu den ersten Gratulanten zur Wahl Sebastian Constiens (2.v.r.) als SPD-Landratskandidat gehörten Erwin Sellering, der unterlegene Kandidat Lutz da Cunha,  Stefanie Drese und Heidemarie Beyer aus Lübzin (v.l.). Foto: Hans-Jürgen Kowalzik
Zu den ersten Gratulanten zur Wahl Sebastian Constiens (2.v.r.) als SPD-Landratskandidat gehörten Erwin Sellering, der unterlegene Kandidat Lutz da Cunha, Stefanie Drese und Heidemarie Beyer aus Lübzin (v.l.). Foto: Hans-Jürgen Kowalzik

Der SPD-Kandidat für die Landratswahl am 22. September heißt Sebastian Constien. Der Bützower Bürgermeister setzte sich Sonnabend klar mit 73 Prozent gegen den zweiten Kandidaten Lutz da Cunha durch.

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26. Mai 2013, 07:23 Uhr

Güstrow | Der SPD-Kandidat für die Landratswahl am 22. September heißt Sebastian Constien. Der Bützower Bürgermeister setzte sich Sonnabend klar mit 73 Prozent gegen den zweiten Kandidaten, den Güstrower Ex-Landrat Lutz da Cunha, durch. Da Cunha erreichte bei einer Enthaltung unter den 100 Genossen 26 Prozent. Damit wurde der vom erweiterten Kreisvorstand und einer Findungskommission nominierte Constien der Kandidat, der die Landkreisspitze weiter als SPD-Hochburg besetzen soll.

"Wir werden das SPD-Monopol, was die CDU-Kandidatin gerne brechen möchte, erhalten, wenn wir alle dafür kämpfen", sagte der 33-Jährige in seinen Dankesworten. Mit einem Schmunzeln und einem Hieb auf den größten Wahlkontrahenten, die CDU, endete er mit einem CDU-Zitat, das der CDU bekannt vorkommen dürfte: "Die Zukunft des Landkreises Rostock wird mit C geschrieben."

Damit vollziehen und bauen die Genossen auf einen auf die Zukunft orientierten Generationswechsel. "Wir brauchen eine politische Kontinuität über einen längeren Zeitraum. Dafür ist Sebastian Constien besonders geeignet", begründete Stefanie Drese, die Kreisvorsitzende, die Kandidatur Constiens.

Hans-Erich Höpner, Mitglied des Ortsvereins Güstrow und Ex-Bürgermeister von Güstrow, schlug Lutz da Cunha wegen seiner kommunalpolitischen Erfahrung in 17 Jahren als Landrat vor. Auch erinnerte er an die große Geste da Cunhas vor der Wahl von Thomas Leuchert als er auf eine Kampfkandidatur verzichtete. Die Querelen aus Sicht einiger Genossen im Ortsverein Güstrow, die sich als Mitglieder der Basis bei der Nominierung Constiens übergangen fühlten, erwähnte Höpner nur noch in wenigen Sätzen. Man wisse ja wie das mit Versprechungen bei Kandidaturen und Nominierungen laufen würde . Da gebe es immer "Strippenzieher", erinnerte Höpner an die Differenzen bei der Kandidatenfindung in der SPD (wir berichteten).

Sebastian Constien überzeugte in seiner Vorstellung mit klaren Positionen und Zielen. Er sieht die Verwaltung als Dienstleister und will die Kommunen an der Wertschöpfung der Energiewende beteiligen. Den Tourismus will er mit einem besseren Radwegenetz und der Warnow-Schifffahrt ankurbeln. Er sieht den Landkreis in einer Regiopolregion mit der Hansestadt Rostock, setzt Schwerpunkte in der Jugend- und Sozialpolitik und will die Interessen der finanziell gebeutelten Kommunen gegenüber dem Land vertreten. "Kommunale Selbstverwaltung darf keine leere Hülse werden", betonte er. Seinen mit ihm vollzogenen Generationswechsel sieht er auch als Signal für viele andere Menschen der Nachwende-Generation, die politische und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen sollen.

Lutz da Cunha erklärte, dass er als Landrat weiter etwas zum Wohl des Landkreises bewegen möchte. Seine Rede reichte aber nicht, um die sich vorher abzeichnende Stimmenmehrheit für Constien zu kippen. Da Cunha zeigte sich allerdings als fairer Verlierer. Bereits vor Bekanntgabe des Ergebnisses sagte er Sebastian Constien Unterstützung zu, wenn er nicht als Sieger hervorgehe.

Die Brisanz der Kandidatenwahl zeigte auch die Teilnahme von Erwin Sellering, Vorsitzender des Landesverbandes und Ministerpräsident. Er lobte beide Kandidaten und bescheinigte ihnen "eine hervorragende Eignung" als Landrat. Sellering warb bei der Wahl des Kandidaten und im Wahlkampf für ein geschlossenes Auftreten, um den Wählern den "politischen Gestaltungswillen und die Zukunftsfähigkeit der SPD" klar zu zeigen, damit "die SPD im Landkreis weiter den Landrat stellt".

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