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Vereine in der Region : Für eine lebendige Dorfkirche

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Vor drei Jahren wurde der Förderverein in Wiendorf gegründet

von
erstellt am 29.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Noch herrscht Ruhe hoch oben auf dem Berg in Wiendorf. Dort erhebt sich die Dorfkirche aus dem 14. Jahrhundert. Bis auf wenige Gottesdienste im Jahr und das traditionelle Weihnachtssingen lag der gotischer Backsteinbau viele Jahre im „Dornröschenschlaf“. So jedenfalls hat es Peter Reizlein empfunden, als er nach Wiendorf kam . Vor drei Jahren hat er deshalb mit Gleichgesinnten den Förderverein Dorfkirche Wiendorf ins Leben gerufen. Seit dem hat sich einiges getan, ist wieder Leben in die historischen Mauern eingezogen.

In knapp vier Wochen soll es dann auch mit der Winterruhe vorbei sein. Am Sonnabend, 19. März, planen die Vereinsmitglieder einen großen Arbeitseinsatz. Unmittelbar vor dem Osterfest soll das Gotteshaus gereinigt werden.

Wer es vor einigen Jahren von innen gesehen hat, wird es heute nicht mehr wiedererkennen. Insbesondere im vergangenen Jahr konnte der Verein mehrere Projekte auf den Weg bringen. Margot und Harald Holz und Martina Riedel sorgten zum Beispiel dafür, dass der Innenraum des Kirchenschiffes hell erstrahlt. „Die Wände wurden von lockerer Farbe, lockerem Putz und Staub befreit, größere Löcher wurden verputzt, die Wände mit Grundierung vorbehandelt und mit Sumpfkalkfarbe gestrichen“ erzählt Peter Reizlein. Rund 50 Stunden hätten die drei Mitglieder dafür investiert.

Stolz ist der Vereinsvorsitzende auch auf die neuen Sitzpolster. Die bis 2015 vorhandenen stammten aus den 1990er-Jahren, waren abgesessen und verschlissen. Selbst erneuern oder das Problem professionell regeln? Letztendlich entschied der Verein gemeinsam mit dem Kirchengemeinderat eine Firma mit den Arbeiten zu beauftragen. Ein Unternehmen aus Saarlouis, das auch die Dresdener Frauenkirche mit Polstern ausgestattet hat, leistete auch in Wiendorf ganze Arbeit. „Bei der Farbe haben wir uns am Rot der Kuppel orientiert“, erzählt Peter Reizlein.

Von Beginn an hatte sich der Verein zwei Ziele auf die Fahne geschrieben: Zum einen Erhaltungsmaßnahmen an der Kirche zu unterstützen und dafür auch finanzielle Mittel einzuwerben. Zum anderen mit kulturellen und festlichen Veranstaltungen die Kirche zu beleben.

Mittlerweile sind Projekte im Wert von rund 20 000 Euro umgesetzt. Die Kirche hat davon rund 8000 Euro aufgebracht, der Verein hat die Kofinanzierung gesichert – mit Geld, mit Spenden, mit Eigenleistungen.

Dabei war den Vereinsmitgliedern von vornherein bewusst, dass sie sich kleineren und überschaubaren Projekten widmen. Dafür wurde im ersten Jahr nach der Vereinsgründung eine Liste über mögliche Projekte aufgestellt. Die ebenfalls dringend notwendige Sanierung des Kirchendaches ist hingegen einige Nummern zu groß. „Da geht es um einen sechsstelligen Betrag. Das ist Aufgabe der Landeskirche“, so Peter Reizlein.

Doch es geht nicht nur um den baulichen Erhalt. Kirche muss auch mit Leben erfüllt werden. Auch da hat der Verein in den vergangenen zwei Jahren auf Worte auch Taten folgen lassen. Es gab Konzerte, Lesungen, Bildbesprechungen, Veranstaltungen für die ganze Familie. Peter Reizlein würde sich da manchmal noch mehr Resonanz der Wiendorfer wünschen. Denn die Struktur des Vereins sei ähnlich, wie das unmittelbare Interesse für dessen Arbeit, sagt er.

Mit elf Gründungsmitgliedern angefangen, gibt es heute 22 Mitstreiter in dem Verein. „Zehn sind aus Wiendorf, ein Drittel sind Auswärtige“, so der Vereinsvorsitzende.

Derzeit steht bereits ein neues Projekt des Fördervereins in den Startlöchern: Zwei Holzskulpturen, die in der Wiendorfer Kirche gefunden wurden, sollen von einer Restauratorin aufgearbeitet werden und dann wieder neben dem Altar ihren Platz finden.

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