Bützow : Frühjahrsputz im Kleinformat

Wie ein Riese fühlt sich auch Birgit Czarschka, Vorsitzende des Fördervereins, in der Miniaturstadt. Für die Gebäude können auch Patenschaften übernommen werden. „Noch ist die Auswahl groß“, sagt die 46-Jährige.  Fotos: Viviane Offenwanger
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Wie ein Riese fühlt sich auch Birgit Czarschka, Vorsitzende des Fördervereins, in der Miniaturstadt. Für die Gebäude können auch Patenschaften übernommen werden. „Noch ist die Auswahl groß“, sagt die 46-Jährige. Fotos: Viviane Offenwanger

Auch die Bützower Miniaturstadt wird mit vielen helfenden Händen fit für die kommende Saison gemacht.

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27. März 2015, 17:31 Uhr

Mit dem Frühling und dem Mehr an Sonne wird es wieder Zeit für den Frühjahrsputz. Dann wird geharkt, gefegt, geputzt und aufgeräumt, was das Zeug hält. Was so manchem aber schon im eigenen Haus oder den eigenen vier Wänden wenig Spaß macht, muss gleichermaßen im Kleinformat erledigt werden. Denn auch die Bützower Miniaturstadt will sich für die schönste Jahreszeit wieder herausputzen.

Auf dem 2,6 Hektar großen Gelände mit Labyrinth, Kinderspielplatz, Gemüsegarten und natürlich der originalgetreuen Nachbildung von Bützow zwischen 1850 und 1910 sind einige helfende Hände nötig, um wieder Ordnung zu schaffen. Zum Glück muss Birgit Czarschka, Geschäftsführerin der BQG Bützow und Vorsitzende des Fördervereins Miniaturstadt, nicht lange nach Hilfe fragen. Wie selbstverständlich haben sich 31 Vereinsmitglieder und Freunde und Nachbarn zusammengefunden und arbeiten Hand in Hand. Schon seit sieben Uhr früh fleißig dabei sind Alfred Gendatis und Wolfgang Noberat. Die beiden rüstigen Rentner befreien einen großen Teil der Grasflächen von Laub und Ästen. Inzwischen haben sie bereits ihren neunten Hänger gefüllt. Und auch, wenn die Arbeit keine leichte ist, machen beide sie gerne und aus Überzeugung. „Ich helfe schon seit etwa 15 Jahren“, sagt der 69-jährige Alfred Gendatis. „Her gekommen bin ich durch meine Frau, die hier arbeitet.“ Der Bützower ist immer zur Stelle, wenn mal etwas schnell repariert werden muss. Und auch sein Hark-Kollege, der 66-jährige Wolfgang Noberat, hilft mit Freude. „Etwas besseres als die Miniaturstadt gibt es in Bützow einfach nicht“, begründet er.

Einige hundert Meter weiter fegt Edith Gendatis akribisch Dachrinnen, Vorsprünge und Treppen der teilweise nicht ganz so kleinen Häuschen im Maßstab 1:10. Sie ist bereits seit zwölf Jahren im Verein tätig und kennt als gebürtige Bützowerin außerdem die Stadt – wie auch ihr Kleinformat – wie ihre Westentasche. Für sie ist die Pflege der Miniaturstadt eine Herzensangelegenheit, denn „das Projekt schweißt die ganze Stadt zusammen und jeder fühlt sich irgendwie damit verbunden.“ Ähnlich geht es dem 72-jährigen Peter Peereboom. Er gehört zu den Menschen, die das Projekt vor fast 20 Jahren ins Leben gerufen haben. Viele Jahre hat er sich um die Zuweisung der Arbeits-Beschaffungs-Maßnahmen gekümmert. Und auch als Rentner hängt sein Herz nun noch immer an diesem Projekt. Ein Lieblingsgebäude kann der Pensionär aber nicht benennen. „Ich finde alle Häuser gleich wertvoll und kann keines dem anderen vorziehen.“ Anders geht es da der Vorstandsvorsitzenden des Fördervereins, Birgit Czarschka. Der liebste Nachbau der 46-Jährigen ist das Krumme Haus. Besonders stolz ist sie auch auf die viele Handarbeit, die in der Stadt steckt. „Jeder Dachziegel wird von Hand ausgestanzt und mit selbst hergestellten kleinen Nägeln befestigt“, erklärt sie und kommt ins schwärmen. Wie groß der Arbeitsaufwand ist, vermag sie nicht zu benennen.

Bisher stehen 143 Häuschen auf dem Gelände. Auf der großen Freifläche sollen noch etwa 100 weitere entstehen. Da die Arbeiter dafür aber schwer zu finden sind, ist noch ungewiss, wie lange es dauern wird. „Zu Beginn des Projektes hatte man für die Fertigstellung 25 Jahre anberaumt. Diese Vorstellung wurde aber schnell wieder über Bord geworfen“, sagt sie und lacht.

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