Bützow/Schwaan : Fruchtig süß und richtig rangeklotzt

Mit einer speziellen Brille konnten sich Schüler im virtuellen Schweißen ausprobieren. Lehrling Richard Schirmacher von der Firma Liebherr aus Rostock machte es vor.
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Mit einer speziellen Brille konnten sich Schüler im virtuellen Schweißen ausprobieren. Lehrling Richard Schirmacher von der Firma Liebherr aus Rostock machte es vor.

Unternehmen aus der Region warben beim Berufskundetag der Schule am See in Satow mit einfallsreichen Mitmachaktionen um das Interesse der Schüler

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26. Januar 2018, 09:00 Uhr

Es war die mittlerweile 13. Auflage des Berufskundetags in der Schule am See Satow. Wieder einmal hatten Schüler der siebten bis zehnten Klassen aus Schwaan, Bad Doberan und Satow gestern die Gelegenheit, sich über verschiedene Ausbildungsberufe zu informieren und sich bei Mitmachangeboten auszuprobieren.

„Insgesamt sind bei uns 53 Unternehmen aus der Region mit einem Stand vertreten“, sagt Detlef Galda, Koordinator für Berufsorientierung an der Schule. Die Unternehmen hätten sich für die Präsentationen viel Mühe gegeben. Teilweise seien es sogar ehemalige Schüler, die jetzt als Ansprechpartner für ihre Unternehmen vor Ort sind. „Es ist etwas ganz anderes, ob ich den Schülern etwas über ihre Berufswahl erkläre, oder ob es ein junger ehemaliger Schüler tut. Der hat eine andere Verbindung zu den Jugendlichen“, erklärt Detlef Galda.

Azubis suchen die Gespräche zu Schülern

Ein Beispiel dafür ist Benjamin Peters von der Satower Mosterei. Einst ist er in Satow zur Schule gegangen und hat dann eine Ausbildung zur Fachkraft für Fruchtsafttechnik gemacht. Nun ist er Fruchtsaft- und Getränkemeister. An seinem Stand können die Schüler zwei Arten von Säften probieren. Dabei sollen sie erraten, um welchen Saft es sich handelt. „Für die Ausbildung ist es natürlich nicht unwichtig, dass man Geschmacksnuancen erkennen kann“, erklärt Benjamin Peters. Den 14-jährigen Ben Becker und den 13-jährigen Fabio Lenz von der Schule am See schmeckt es jedenfalls.

Auch die Schwaaner Fischwaren präsentieren sich jung und dynamisch. Die 19-jährige Jessica Kort aus Bützow und die 18-jährige Francis Büge aus Bad Doberan sind beide mitten in ihrer Ausbildung zur Bürokauffrau. An diesem Tag leiten sie den Stand des Schwaaner Fischverarbeitungsbetriebes. Hier spielen die Schüler Memory und müssen in einer Fühlbox Gegenstände und Werkzeuge aus der Fischverarbeitung ertasten.

Filigran geht es am Stand vom Automobilzulieferer ZF TRW aus Laage zu. Jugendlichen sollen beim „Heißen Draht“ ihr Geschick beweisen. Es sei zwar mehr Spielerei als eine wirkliche Tätigkeit aus der Praxis, aber die Schüler mögen die Herausforderung, sagt Jacob Riedel, ein angehender Industriekaufmann im dritten Lehrjahr. Neben Industriekaufmännern sucht die Firma angehende Elektroniker und Mechatroniker sowie Maschinen- und Anlagenführer. „Bisher ist hier noch keiner fehlerfrei durch den Draht gekommen. Aber man sieht schon, wer nervös ist und wer nicht“, sagt Jacob Riedel. Ein ruhiges Händchen haben der 14-jährige Niklas Heller und der 15-jährige Felix Matuschek von der Prof.-Franz-Bunke-Schule Schwaan. Nur wenige Male leuchtet bei ihnen die rote Lampe auf, wenn sie den Draht mit dem Ring berühren. Die beiden Schüler spielen mit dem Gedanken, eine Ausbildung zum Elektroniker zu machen, erzählen sie. Damit hätten sie gute Chancen. „Gerade für die technischen Berufe werden gute Bewerber gesucht“, sagt Klaus Radlach, Ausbilder in dem Laager Unternehmen.

Ebenso bemüht geben sich Warnow-Klinik und Warnow-Pflege aus Bützow an ihrem Stand. Mit Blutdruckmessen, Verbandanlegen und Spritzenaufziehen verschaffen sich Schüler erste Vorstellungen, wie es ist, als Gesundheits- und Kranken- sowie als Altenpfleger zu arbeiten.

Mit Baggern und Klotzen geht es auch

Dass Baggerfahren nicht nur Männersache sein kann, beweist Lilly Freiheit aus Satow. Der Fachverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau aus Güstrow hat sich eine besondere Aktion ausgedacht. Mit einem Bagger müssen Betonklötzer gestapelt werden. Ran darf aber nur, wer zuvor sein Wissen in einem Quiz beweisen kann. Das gelingt der 16-jährigen Lilly Freiheit. Und auch an den Schalthebeln im Bagger stellte sie sich gut an. „Meine Eltern sind zwar Imker, aber ich möchte etwas anderes machen“, sagt sie. „Ich mag es im Freien zu arbeiten und kreativ zu sein. Darum überlege ich, Landschaftsgärtnerin zu werden.“

Am Ende des Berufskundetages ist sich Detlef Galda sicher, er ist seinem Ziel, die Schüler „fitt fürs Leben“ zu machen, wieder etwas näher gekommen.

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