Bützow : Frischkur fürs Heimatmuseum

Das Krumme Haus: Die Stadt Bützow will das Heimatmuseum modernisieren.
Das Krumme Haus: Die Stadt Bützow will das Heimatmuseum modernisieren.

Kommunalpolitiker sprechen sich im Hauptausschuss für neues Konzept aus. Die Kulturstiftung des Bundes bietet eine Möglichkeit

svz.de von
07. Februar 2018, 12:00 Uhr

Die Stadt Bützow plant eine Frischkur fürs Heimatmuseum. Der Hauptausschuss hat am Montagabend einstimmig eine Bewerbung bei der Kulturstiftung des Bundes befürwortet. Sie bietet beim Projekt „Stadtgefährten“ bis zu 150 000 Euro an. Museen sollen dafür mit Partnern gegenwärtige, lokale Themen bearbeiten.

Bürgermeister Christian Grüschow (parteilos) erläuterte den Mitgliedern des Hauptausschusses, dass die Exponate im Heimatmuseum seit seiner Wiedereröffnung im Krummen Haus im Jahr 2000 unverändert präsentiert würden. „Auch eine umfassende Betrachtung der Bützower Geschichte und Besonderheiten aus städtischer Sicht ist nicht oder nur unzulänglich vorhanden“, heißt es in der Vorlage der Verwaltung.

„Dieses Förderprogramm würde passen“, sagte Grüschow in der Sitzung zum Projekt der Kulturstiftung des Bundes. Die Stadt, das Krumme Haus, der Verein „PferdemarktQuartier“ sowie Einzelpersonen sollten in dieser Hinsicht zusammenarbeiten.

Eigenanteil von 15 000 Euro

Bützow kann mit einem Eigenanteil von 15 000 Euro an diesem Projekt teilnehmen. Vorgesehen sei eine gut bezahlte Stelle eines Kurators für eineinhalb Jahre, zudem eine auf ein Jahr befristete 30-Stunden-Stelle und vier 450-Euro-Stellen für je ein halbes Jahr, so Grüschow. Die Material- und Ausstellungskosten seien mit 28 000 Euro veranschlagt.

Als Thema schlägt die Verwaltung die Identifikation der Bevölkerung mit der Heimat in einer Kleinstadt im Lauf der Jahrhunderte vor. Für Bützow sind hier Grüschow zufolge die Hugenotten im 18. Jahrhundert, Flucht und Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg sowie die Flüchtlinge im Jahr 2018 interessant.

Joachim Fiedler (SPD) fragte, wo die Arbeitsplätze untergebracht werden sollten; er sehe „ein räumliches Problem“. Bauchschmerzen bereite ihm auch die hohe Zahl der Stellen. Die Frage sei, ob die Stadt nach dem Projekt die Kurator-Stelle weiterführen werde.

Generell, so Fiedler weiter, sei Fördergeld für die Integration von Flüchtlingen viel wichtiger, als ein Museum auszustatten. Grüschow antwortete, er sehe das Projekt nicht im Zusammenhang mit Flüchtlingen. Und: „Wie das Ergebnis aussieht, weiß ich heute auch noch nicht.“ Wichtig sei es, dem Museum „ein neues, anderes Gesicht“ zu geben. Der Antrag müsse noch in diesem Monat raus, dann läuft die Bewerbungsfrist ab.

Mehr Pep erwünscht
 

Manfred Urban (Linke) verwies darauf, dass das Personal in den vergangenen Jahren „kräftig ausgedünnt“ worden sei. Er begrüße es aber, wenn das Museum „etwas mehr Pep“ aufweise.

Wolfgang Wehrmann (Einzelbewerber) kritisierte an der jetzigen Ausstellung, dass Museums-Besucher zu wenig Informationen erhielten: „Das ist mir zu dünn.“

Grüschow verwies darauf, dass sich der Ausschuss für Bildung und Soziales in seiner Sitzung am 14. Februar mit diesem Thema befassen werde.

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