Kirchengemeinderat : Frischer Wind in der Gemeinde

Engagieren sich im Kirchengemeinderat: Nicole Schierning, Matthias Röse, Isolde Bretting
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Engagieren sich im Kirchengemeinderat: Nicole Schierning, Matthias Röse, Isolde Bretting

Nach Wahl der Kirchenältesten konstituieren sich in Bützow die Ausschüsse neu / Internetseite wird auf den neuesten Stand gebracht

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12. April 2017, 12:00 Uhr

Bauausschuss, Finanzausschuss, Kinder- und Familienausschuss, Friedhofsausschuss – in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Bützow sind alle organisatorischen Aufgaben- und Themenbereiche genau durchstrukturiert. Nachdem im Januar der neu gewählte Kirchengemeinderat seine Arbeit aufgenommen hat, werden die Gremien innerhalb der Gemeinde derzeit neu konstituiert. Zusammengesetzt sind sie aus den Mitgliedern des Kirchengemeinderates, die in ihrer Arbeit aber auch von sachkundigen Gemeindemitgliedern unterstützt werden. „Jeder soll mit seinen Begabungen eingebunden werden. Deshalb schauen wir schon genau, wem etwas gut liegt. Schließlich soll das Ehrenamt in der Kirchengemeinde ja kein Druck sein, sondern vor allem Freude bringen“, sagt Pastorin Johanna Levetzow.

Nicole Schierning aus Kurzen Trechow ist eines von vier neuen Mitgliedern des Kirchengemeinderates. Sie engagiert sich unter anderem im Friedhofsausschuss. Ihre Entscheidung für die ehrenamtliche Tätigkeit bereut sie nicht. Jetzt, da ihre Kinder nicht mehr so klein seien, habe sie Zeit, sich noch aktiver einzubringen, sagt sie. Motivation fand sie nicht nur in ihrem persönlichen Glauben, sondern auch in der Vorstellung von der Kirche als Haltepunkt in einer Welt, die gerade jetzt sehr unübersichtlich erscheint, erzählt Nicole Schierning.

Am besten ist der Fokus, den die Kirchenältesten in ihrer Arbeit setzen, als Spagat zwischen Tradition und Moderne zu beschreiben. Denn während es nicht darum geht, „das Rad neu zu erfinden“, wie Kantorin Ute Kubeler sagt, versucht die Gemeinde verstärkt, sich der neuen Zeit anzupassen. „Es heißt oft, dass es früher mehr Kinder gab und auch viel mehr Menschen in die Gottesdienste kamen. Das liegt daran, dass man heute wirklich mit viel mehr beschäftigt ist“, so Ute Kubeler. Es gebe allein an den Schulen unzählige Arbeitsgemeinschaften, zwischen denen sich die Kinder entscheiden müssten. Angebote der Kirche seien eben nur wenige unter vielen. „Das ist eine wichtige Herausforderung, mit der der Kirchengemeinderat umgehen muss“, sagt die Kantorin.

Um da mithalten zu können, setzt die Gemeinde zunehmend auch auf das Internet. So wird das Facebook-Profil stetig gepflegt und auch die Homepage bekommt derzeit einen neuen Schliff. „Zur Zeit stehen dort noch keine unserer aktuellen Termine. Das muss sich dringend ändern. Denn wer von außerhalb kommt, informiert sich oft als erstes über das Internet“, sagt Johanna Levetzow. Dass der überwiegende Teil der Kirchengemeinde zur älteren, wenig internet-affinen Generation gehört, hat die Pastorin dennoch im Blick. Es gehe nicht darum, Altbekanntes abzuschaffen, sagt sie. Der Gemeindebrief bleibe nach wie vor ein wichtiges Informationsmedium. Es gehe lediglich darum, sich zu öffnen und auf allen möglichen Kanälen zu präsentieren.

Neben diesem Thema diskutiert der Kirchengemeinderat über alles, was an Organisatorischem anfällt, beispielsweise Möglichkeiten, die kleinen Kapellen, die neben der Stiftskirche zur Gemeinde gehören, noch mehr zu integrieren. Einmal im Monat gibt es ein Treffen, die einzelnen Ausschüsse treffen sich nach Bedarf, mindestens einmal vierteljährlich. „Es gibt natürlich nicht immer nur Konsens, das ist ganz normal. Oft müssen wir diskutieren und schauen, dass wir einen Kompromiss finden. Aber das ist auch gut so“, sagt Matthias Röse, der zum zweiten Mal in den Kirchengemeinderat gewählt wurde.

Wie sich die Gemeinde in Zukunft weiterentwickelt, könnte bald in einem weiteren Ausschuss besprochen werden. „Mir schwebt die Gründung eines Gemeindeausschusses vor, einer Art Denkfabrik, in der wir gemeinsam mit Jung und Alt schauen, wie wir die Gemeinde weiter voranbringen können“, verrät Johanna Levetzow.

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