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Pilzsachverständiger wird auch in der Winterzeit im Wald fündig : Frische Waldpilze zu Silvester

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Frische Pilze aus dem Wald zu Silvester? Was auf den ersten Blick kaum denkbar scheint, ist für den Bützower Pilzsachverständigen Klaus Warning kein Ding der Unmöglichkeit.

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erstellt am 28.Dez.2012 | 06:16 Uhr

Bützow | Frische Pilze aus dem Wald zu Silvester? Was auf den ersten Blick kaum denkbar scheint, ist für den Bützower Pilzsachverständigen Klaus Warning kein Ding der Unmöglichkeit.

Erst am Donnerstag fand er am Bützow/Güstrow-Kanal einen ganzen Korb voller essbarer Pilze. Dabei handelt es sich, wie Warning erklärt, um den Samtfuß-Rübling oder Winterpilz, mit wissenschaftlichen Namen: Flammulina velutipes. Es ist ein Pilz, der niedrige Temperaturen zur Entwicklung braucht. Er wächst in der Zeit von Oktober bis April, ist also ein Pilz, der in der kalten Winterzeit vorkommt.

Während andere Pilze wie Maronen, Steinpilz, Pfifferlinge, Champignons usw. bei Frosteintritt nicht mehr gegessen werden können (Vergiftungsgefahr!) wird das Wachstum beim Samtfuß-Rübling bei Frost stimuliert und der Pilz kann auch nach Auftauen und Wieder-Einfrieren bedenkenlos verzehrt werden. "Dieses wäre bei den Sommer- und Herbstpilzen unmöglich und könnte gesundheitliche Schäden hervorrufen", so Klaus Warning.

Der Samtfuß-Rübling wächst überwiegend an Laubholz, sehr gerne an Weiden, aber auch an Pappeln, oft büschelig. "Es ist ein ausgezeichneter, um diese Jahreszeit fast unverkennbarer Speisepilz", sagt der Pilz-Experte. Die Stiele seien jedoch nicht zu verwenden, da sie zäh sind. Sehr gute Erfolge bei der Suche habe man an Bach- und Flussläufen sowie auf Wiesen, die oft mit langen Weidenhecken bepflanzt sind, so ein Tipp von Klaus Warning.

Die Zubereitung erfolgt wie bei den bekannten Pilzarten, besonders aber als köstliche Pilzsuppe, zu der man ruhig eine käufliche Tütensuppe als Grundlage verwenden könne, meint er. Wenn er persönlich in den Wald geht - und das ist fast täglich - halte er nicht nur nach den gängigen Pilzen Ausschau, sondern vor allem nach Besonderheiten. Von den insgesamt 3000 vorkommenden Pilzarten in Deutschland kenne er ungefähr an die 1800, sagt er. Ein großes Erfolgserlebnis war es deshalb für Klaus War ning, als er in diesem Jahr nach 20 Jahren Suche an einer uralten, schon vor Jahrzehnten umgestürzten Eiche im Naturschutzgebiet am Peetscher See den seltenen Eichen-Zungenporling fand. "Das ist erst der dritte Fund dieses Pilzes in Mecklenburg-Vorpommern, seitdem darüber Aufzeichnungen gemacht werden", sagt Klaus Warning. Porlinge seien nicht essbar. "Seltene Pilze interessieren mich mehr als ein Korb voller Steinpilze", sagt der Pilzsachverständige. Auch jetzt, in der kalten Jahreszeit, steht er Interessenten, denen es vielleicht genauso geht, zur Beratung zur Verfügung. Zu erreichen ist Klaus Warning unter Telefon 038461/2709 oder Handy 01744688098.

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