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20 Fragen : Freier Fall war schönstes Geschenk

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Die Bützowerin Birgit Keindl ist beim Rühner Fasching eine feste Größe und will bis ins hohe Rentenalter weiter tanzen

svz.de von
erstellt am 20.Feb.2016 | 12:00 Uhr

Birgit Keindl kennen viele als fröhliche Tänzerin der Rühner Karnevalisten. Schon mit knapp 18 Jahren widmete sie sich dem Karneval – bis heute. Im Rühner Karnevalsverein ist sie jedes Jahr wieder aktiv in die Vorbereitungen eingebunden und brachte auch ihre Tochter auf den Geschmack. Die Urbützowerin wuchs in der Warnowstadt auf, ging hier zur Schule und hat auch ihren Freundeskreis hier. „Mein Hobby ist das Turnen, schon seit kleinauf“, erzählt die 56-Jährige. Nach ihrer Ausbildung zur Zahnarzthelferin war sie unter anderem bei der FJ in den Bereichen Kultur, Sport und Touristik tätig. Nach der Wende kehrte sie direkt in ihren alten Beruf zurück. SVZ-Redakteurin Sabine Herforth stellte ihr die 20 Fragen zum Wochenende.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz?
Das ist ein Badesteg, direkt an der Warnow. Dort ist es unwahrscheinlich ruhig. Es ist idyllisch dort, man springt ins Wasser, liegt auf dem Steg. Wir gehen da auch mit Freunden baden. Das ist mein absoluter Lieblingsplatz.
Was würden Sie als Bürgermeister in Ihrem Wohnort sofort ändern?
Ich bin eigentlich immer recht zufrieden, mit dem was man selber macht und für sich tut. Aber was mich am Leninring stört, ist, dass es dort keine Geschäfte mehr gibt, seitdem der Markt geschlossen ist. Ob das machbar ist, weiß ich nicht. Aber ich würde es mir für die älteren Leute wünschen. Ansonsten würde ich mir wünschen, dass die Stadt generell überlegt, ob Beschlüsse, die mal gefasst worden sind, auch umgesetzt werden.
Wo kann man Sie am ehesten treffen?
Auf der Arbeit und in der Sporthalle sowie im Tanzsaal der Musikschule. Das ist auch eine Leidenschaft, dort mache ich Stepptanz.
Womit haben Sie Ihr erstes Geld verdient?
Das kann ich genau sagen: Mit Kartoffelsammeln. Das war über die Oktoberferien, die hießen auch Kartoffelsammelferien. Da wurden wir morgens eingesammelt auf einem Lkw auf dem Marktplatz und auf das Land gebracht. Und da haben wir Kartoffeln gesammelt. Das haben wir eine Woche lang gemacht.
Wofür haben Sie es ausgegeben?
Von meinem ersten Geld habe ich Weihnachtsgeschenke gekauft für die Familie. Meine Mama liebte Sammeltassen – und diese eine habe ich auch noch.
Was würden Sie gerne können?
Fremdsprachen. Englisch, Französisch würde ich gern können, aber dafür bin ich zu faul. Ich beneide Menschen, die Fremdsprachen können.
Was stört Sie an anderen?
Unzuverlässigkeit und Ja-Sager; wenn sie keine eigene Meinung haben, finde ich das ganz schlimm.
Worüber haben Sie zuletzt herzlich gelacht?
Das war gerade am Mittwoch, beim Basteln von Requisiten für den Fasching in Rühn. Mehr darf ich nicht verraten. Aber da habe ich herzlich mit allen gelacht.
Was haben Sie zuletzt Unvernünftiges getan?
Ich bin eine Kletterwand hoch in Rostock im Spieleland. Da waren wir zur Weihnachtsfeier mit den Kindern, die vorher einen Auftritt hatten. Wir Erwachsenen haben alles mit gemacht: das Rutschen, das Klettern, hoch, runter. Ich glaube, wir haben genauso geschwitzt wie die Kinder. Aber das verrückteste war diese Kletterwand.
Wer ist Ihr persönlicher Held?
Für mich sind die Leisesten meistens die größten Helden. Für mich persönlich ist es meine Mutter. Sie ist 98 geworden, ist bis sie 95 war, aktiv gewesen. Und von kleinauf an habe ich es von ihr mitbekommen, für andere da zu sein. Sie war, solange ich denken kann, in der Volkssolidarität. Sie hat mich auch in allem unterstützt und mich nie erzogen, sondern vorgelebt. So halte ich es auch mit meiner Tochter.
Welches Buch lesen Sie gerade?
„Der Hüter der Rose“, der zweite Teil. Das hat mir meine Tochter mitgebracht. Sie kennt da meinen Geschmack.
Welche Fernsehsendung verpassen Sie nie?
Ich habe keine Sendung, die ich regelmäßig gucke.
Wo trifft man Sie eher: bei einer Karnevalsfeier oder bei einem Fußballspiel?
Ich habe keine Ahnung vom Fußballspielen. Deshalb trifft man mich natürlich beim Karneval.
Wen würden Sie gerne mal treffen?
Thomas Gehle, das ist der Chef der Stage School, einer Musical-Schule in Hamburg. Das finde ich großartig. Im März, glaube ich, wird die neue Bühne eröffnet, die haben sie aus Privatmitteln selbst finanziert.
Wenn Sie selbst kochen: was kommt dann bei Ihnen auf den Tisch, griechische, italienische, chinesische oder deutsche Gerichte?
Deutsche Küche.
Mit welchem Lied verbinden Sie Ihre schönste Erinnerung?
Die schönsten sind von Buddy Holly „Peggy Sue“ oder „Oh Boy“. Ich mag Buddy Holly sehr gern.
An welches Geschenk erinnern Sie sich noch gerne und von wem haben Sie es bekommen?
Ein Tandemsprung aus 4000 Metern Höhe. Den habe ich von meinen Freunden geschenkt bekommen. Ich brauchte zwei Jahre, bis ich den Mut hatte, das zu machen. Die Erfahrung gönne ich jedem, das sollte jeder Mensch mal machen und den freien Fall spüren. Dafür bin ich meinen Freunden dankbar ohne Ende.
Welchen Traum möchten Sie sich noch erfüllen?
Ich möchte gerne mal auf Safari nach Südafrika. Ich mag es, draußen in der Natur mit den Tieren zu sein und Südafrika hat auch etwas Exotisches.
Wie gestalten Sie Ihre Freizeit als Rentner?
Ich weiß es noch nicht. Mal gucken was da kommt. Auf alle Fälle mache ich weiter Stepptanz, das kann ich mir bis ins hohe Alter vorstellen. Ich hoffe, dass Enkel ins Haus kommen. Und ich wünsche mir, dass der Zusammenhalt hier in unserem Wohnviertel so bleibt.
Wem sollten wir diese Fragen ebenfalls stellen und warum?
Bianca Lübke. Sie singt, komponiert, macht selber Programm und macht viel für die Jugend. Sie ist eine bemerkenswerte Frau.

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