Stiftskirche Bützow : Förderverein setzt sich für Glocken ein

Erste Reparaturarbeiten am Dach des Kirchenschiffes nach dem Tornado im vergangenen Jahr.
Foto:
Erste Reparaturarbeiten am Dach des Kirchenschiffes nach dem Tornado im vergangenen Jahr.

Nationales Kulturdenkmal soll vollständiges Geläut zurückbekommen

von
18. März 2016, 05:00 Uhr

Die originalgetreue Nachbildung der Lüderschen Sonnenuhr wird gerade getrocknet. Zum Tag des offenen Denkmals am 11. September soll sie offiziell eingeweiht werden. Und auch das Geld zur Restauration des Luther-Melanchthon-Bildnis und weitere drei Pastorenbilder hat der Förderverein Stiftskirche Bützow zusammen. Die sollen anlässlich des Jubiläums 500 Jahre Reformation im kommenden Jahr in neuem Glanz erstrahlen. Nun sei es an der Zeit, ein neues Projekt in Angriff zu nehmen und der Stiftskirche ihr vollständiges Geläut aus vier Glocken wiederzugeben. Das beschlossen die Mitglieder des Fördervereins Stiftskirche auf ihrer Jahrestagung am Mittwochabend. Rund 110 000 Euro sollen dafür an Spenden eingeworben werden.


Vollständiges Geläut statt Fest


Ein Jahr nach dem verheerenden Tornado sei der richtige Zeitpunkt, Dank zu sagen, erklärte Vereinsvorsitzender Axel Ulrich. „Wir, die Stadt, haben so ein Glück gehabt. Andere feiern ein Fest wenn etwas gut ausgegangen ist“, sagte Axel Ulrich. Der Verein möchte seinen Dank dadurch ausdrücken, dass er der altehrwürdigen Stiftskirche ein vollständiges Geläut zurückgibt.

Hintergrund: Vor dem Zweiten Weltkrieg gab es vier Glocken in der Stiftskirche. Drei wurden demontiert und abtransportiert. Sie wurden vermutlich zu Rüstungszwecken eingeschmolzen. Ein Schicksal, das die Bützower Kirchenglocken mit vielen anderen teilen. Nur eine Bronzeglocke aus dem Jahr 1486 wurde verschont. Zudem gibt es heute noch eine zweite Bronzeglocke und eine aus Eisen, beide aus den 1950er Jahren.

„Die fehlende größte Glocke, sie war rund 2,7 Tonnen schwer, soll neu gegossen werden“, erklärt Axel Ulrich. Außerdem soll die Eisenglocke ersetzt und die vorhandene Bronzeglocke aus den 1950er Jahren umgegossen werden. Letzteres sei notwendig, weil das Material zu dünn sei.

„Uns war natürlich wichtig, was der Kirchgemeinderat dazu sagt“, erklärt Vorstandsmitglied Rainer Boldt. Mit dem habe der Verein das abgestimmt. „Wir nehmen das nun in die Hand“, ergänzt Axel Ulrich. Begeistert von der Idee ist auch Vereinsmitglied Hans-Dieter Paetow. „Es ist gigantisch.Ich finde, das ist eine tolle Geschichte. Schließlich ist es keine kleine Kirche. Es ist eine Kirche von nationaler Bedeutung, es ist ein Kulturdenkmal, mit einem prächtigen Altar, einer prächtigen Orgel. Sie hat es verdient, ein würdiges Geläut zu bekommen.“

Erste Schritte seien schon auf dem Weg gebracht. So gibt es bereits ein Schwingungsgutachten, erklärt Axel Ulrich. Denn es solle natürlich gesichert werden, dass der Kirchturm keinen Schaden nimmt, wenn alle vier Glocken gleichzeitig läuten. Die Experten hätten keine Bedenken geäußert, informierte er.

Axel Ulrich glaubt fest daran, dass es sich um ein Vorhaben handelt, „bei dem wir die Bevölkerung mitnehmen können“. Die Projekte der Vergangenheit, die der Verein angeschoben hat, wie zum Beispiel die Kirchenuhr auf dem Dachreiter oder die Sonnenuhr hätten das gezeigt.

Rainer Boldt räumte ein, dass es natürlich ein große Aufgabe sei. Der Verein werde versuchen, große Spenden einzuwerben. „Aber in erster Linie setzen wir auf die Region. Auch wenn es vielleicht drei, vier Jahre dauert“, so Boldt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen