Studie sieht noch großes Markt- und Passagierpotenzial : Flughafen Laage will neu durchstarten

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Der Flughafen Rostock-Laage schöpft nur fünf Prozent seines Marktpotenzials aus. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie. 95 Prozent der Fluggäste, die MV als Ziel haben, reisen über die Flughäfen Hamburg oder Berlin an.

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29. November 2012, 06:38 Uhr

Rostock/Laage | In puncto Auslastung ist beim Flughafen Rostock-Laage noch deutlich Luft nach oben. Eine Studie der Uni Rostock ergab, dass der Airport bisher nur fünf Prozent seines Marktpotenzials ausschöpft. 95 Prozent der Passagiere würden noch immer die Flughäfen in Hamburg oder Berlin nutzen. "Was sie dorthin treibt, sind die fehlenden Verbindungen in Laage", sagt Prof. Martin Benkenstein, Direktor des Institutes für Dienstleistungsforschung an der Uni Rostock, der die Befragung im Auftrag der Industrie- und Handelskammer durchgeführt hat. "Wir haben das angeregt, weil die Infrastruktur eine wesentliche Voraussetzung für das Etablieren, Gelingen, Bestehen und Aufblühen von Wirtschaft ist", so IHK-Geschäftsführer Andreas Sturmowski.

Während für den Tourismus vor allem Flüge am Wochenende sowie freitags und montags von Interesse seien, würden sich die Vertreter der Industrie regelmäßige Verbindungen an Werktagen wünschen. Die bisherige Wochenend-Terminierung und die schlechte Auslastung waren für die Lufthansa Gründe dafür, zum Sommerflugplan 2013 ihre Verbindung Laage-Frankfurt ersatzlos zu streichen. Mit den Zahlen aus der Uni-Studie will der Airport-Chef Carsten Herget nun einer positiveren Zukunft entgegen gehen. Denn die Stimmung der Befragten hätte gezeigt, dass diese den Flughafen Laage gerne nutzen würden, wenn die Verbindungen zu ihren persönlichen Wünschen passen.

Um die Kosten für den Weg und vor allem die Zeit für die Pendelei nach Hamburg oder Berlin zu sparen, wären sie sogar bereit, mehr für ein Ticket zu zahlen. Ein Zuspruch, der optimistisch stimmt. "Aber wir stellen als Flughafen nur die Infrastruktur - beim Verkehr sind wir abhängig vom Wohlwollen der Fluggesellschaften", so Herget. Auch wenn die Studie davon spricht, dass das Potenzial für die Strecke Laage-Frankfurt bei 120 000 Passagieren und das für die Verbindung nach München bei gut 30 000 Fluggästen läge, würden die Airlines das Risiko scheuen, weil es nicht kalkulierbar sei. "Wenn eine Fluggesellschaft zum Beispiel die Strecke Berlin-München einstellt, gibt es verlässliche Zahlen für mögliche Nachfolger", so Benkenstein. Für Laage gebe es aber bisher nur die Zahlen für die Flugtage, die laut Studie bisher an den Wünschen der Zielgruppe vorbei festgelegt wurden. "Außerdem verlieren große Airlines ja die Passagiere, die sie in Laage aufnehmen, in Berlin und Hamburg", nennt Benkenstein ein weiteres Problem. Für große Airlines sei es deshalb kaum rentabel, Laage anzufliegen. Herget träumt von einer Charter-Maschine mit 68 Plätzen, die dauerhaft in Laage stationiert ist und werktags je zweimal nach Frankfurt pendelt. Die Zwischenzeiten könnte man mit Verbindungen nach München füllen oder andere Orte, zum Beispiel Wien, anfliegen. Ein solches Modell würde aber gut 730 000 Euro pro Monat kosten. Geld, das der Flughafen nicht hat und wofür er Sponsoren oder Fluggesellschaften begeistern will.

Laut Herget gebe es bereits intensive Gespräche. Dank der Studie sei der Flughafen nun auch nicht mehr immer nur Bittsteller, sondern würde auch einmal von den Airlines angesprochen.

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