Mühlengeez : Flüchtlinge in Mela-Zelten

Auf dem Gelände der Mela in Mühlengeez wird aktuell alles für die Ankunft der Flüchtlinge vorbereitet. In fünf großen, beheizbaren Zelten sollen maximal 1600 Asylsuchende in der Not-Erstaufnahmeeinrichtung des Landes unterkommen.
Auf dem Gelände der Mela in Mühlengeez wird aktuell alles für die Ankunft der Flüchtlinge vorbereitet. In fünf großen, beheizbaren Zelten sollen maximal 1600 Asylsuchende in der Not-Erstaufnahmeeinrichtung des Landes unterkommen.

DRK Güstrow übernimmt kurzfristig neue Notunterkunft in Mühlengeez / Schon nächsten Mittwoch sollen die ersten ankommen

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17. September 2015, 17:04 Uhr

Land und Kommunen stoßen bei der Aufnahme von Flüchtlingen an ihre Grenzen. Die Erstaufnahmeeinrichtungen in Horst und Stern Buchholz sind mehr als voll. Deshalb entschied die Landesregierung in dieser Woche, die bisher größte Aufnahmeeinrichtung als Notunterkunft auf dem Gelände der Landwirtschaftsausstellung Mela in Mühlengeez einzurichten (SVZ berichtete). Nicht wie bisher angekündigt 1500, sondern sogar 1600 Flüchtlinge sollen jetzt hier unterkommen. Das Land korrigierte die Zahlen gestern noch einmal nach oben. Kurzfristig hat der DRK-Kreisverband Güstrow die Leitung dieser Notunterkunft im Auftrag des Landes übernommen. „Das ist bis jetzt unsere größte Herausforderung, da wir wenig Erfahrungswerte haben“, sagt Manuela Hamann, Leiterin Öffentlichkeitsarbeit beim DRK Güstrow.  Schon ab dem 23. September werden die ersten Flüchtlinge erwartet.

Kapazität von 1600 Plätzen

„Es muss alles sehr schnell gehen. Der Schuh drückt. Das haben wir aus Gesprächen mit der Landesregierung erfahren. Die Zustände in Horst und Stern Buchholz sind angespannt“, sagt Manuela Hamann. Zunächst plante  das DRK  die Notunterkunft  in Mühlengeez mit einer Kapazität von   maximal 1250 Plätzen, „um den Platz in den Zelten  nicht bis zum letzten auszureizen“, erklärt Manuela Hamann. Doch gestern kündigte das Land 1600 Flüchtlinge an. Es muss also noch zusätzlich Platz geschaffen werden. Für die Unterbringung sollen die großen Zelte der am Wochenende zu Ende gegangenen Mela genutzt werden.  Bisher ging das DRK von fünf Zelten aus.  Hinzu kommen Dusch-, Toiletten- und Bürocontainer. „Das müssen wir jetzt erweitern“, sagt die DRK-Mitarbeiterin.

Die Zelte lassen sich beheizen und sollen für die Flüchtlinge in abgetrennte Bereiche aufgeteilt werden. Die Essenversorgung ist unterdessen noch nicht geklärt. Die Unterkunft soll zunächst als Übergangslösung für drei Monate genutzt werden, heißt es. Um die Betreuung der Flüchtlinge sicherzustellen, sucht der DRK-Kreisverband nach Mitarbeitern mit einem sozialpädagogischen Studium oder gleichwertigen Kenntnissen. „Das ist zurzeit ein großes Problem. Wir müssen kurzfristig Mitarbeiter einstellen“, sagt Manuela Hamann.

Erst vergangene Woche hatte der DRK -Kreisverband  Güstrow  ebenso kurzfristig die Betreuung der neu eingerichteten  Notunterkunft des Landkreises in Jördenstorf übernommen. Knapp 100 Flüchtlinge sind hier bereits untergebracht. „Das ist sehr gut angelaufen, alles sehr organisiert und sehr ruhig. Viele Jördenstorfer haben uns tatkräftig unterstützt“, sagt Manuela Hamann.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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