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Bützower Zeitung

21. November 2017 | 04:00 Uhr

Flächenplan in den Wind schreiben?

vom

svz.de von
erstellt am 24.Apr.2012 | 10:00 Uhr

Langen Trechow/Bernitt | Kann Bernitt einen Teilflächenutzungsplan, den einst die Gemeinde Kurzen Trechow beschlossen, in den Wind schreiben? Diese Frage stellt sich derzeit in dem Dorf vor den Toren der Stadt Bützow. Anlass ist der Plan eines Windanlagenbetreibers, vorhandene Anlagen bei Langen Trechow zu vergrößern. Die Trechower wollen das aber nicht.

Vor über zehn Jahren wurden die ersten Windräder bei Langen Trechow gebaut. Damals hagelte es in Langen Trechow heftige Proteste, beeinflussten doch Schattenwurf und Geräuschkulisse das Leben einiger Einwohner des Ortsteiles. Doch letztlich blieb es beim Bau. Ein Teilflächennutzungsplan Kurzen Trechow (Sondergebiet Windenergieanlagen) wurde von den Gemeindevertretern auf den Weg gebracht und später auch im Amtsblatt veröffentlicht. Denn erst mit der Veröffentlichung erhält ein solcher Beschluss seine volle Wirksamkeit.

Über zehn Jahre gingen seit dem ins Land. Die Entwicklung bei der regenerativen Energiegewinnung hat eine rasante Entwicklung genommen. Auch Windenergieanlagen wurden größer und effizienter. Deshalb sollen auch die drei Windräder bei Langen Trechow modernisiert werden. Liegt die Nabenhöhe - der Punkt, an dem der Rotor mit den drei Flügeln befestigt ist - bei 65 Meter, soll sich dieser Punkt um bis zu 30 Meter in die Höhe schrauben. Dafür müsste aber der Teilflächennutzungsplan aus dem Jahr 1999 verändert bzw. aufgehoben werden. Denn dort ist die Nabenhöhe auf 65 Meter beschränkt. Und so soll es auch bleiben. "Die Langen Trechower haben mit den ortsnahen Windanlagen schon genug zu tun", sagt Bernitts Bürgermeister Erhard Finck. Die Gemeinde Bernitt lehnt deshalb eine Änderung des Teilflächennutzungsplanes ab.

Doch der soll auf einmal nicht mehr gültig sein. Hintergrund: Das Papier wurde Ende 1999 noch von der Gemeindevertretung Kurzen Trechow beraten und beschlossen. Veröffentlicht wurde es dann Anfang des Jahres 2000. Da gehörte Kurzen Trechow zur neu gegründeten Großgemeinde Bernitt (1. Januar 2000). Doch das sei nicht rechtens. Dass zumindest wird jetzt gegenüber der Gemeinde und der Verwaltung behauptet. "Ich verstehe das nicht. Die Gemeinde Bernitt ist doch nach der Fusion Rechtsnachfolger der Gemeinde Kurzen Trechow", sagt Finck. Außerdem habe man festgestellt, dass zwei Windanlagen außerhalb des Flächennutzungsplanes gebaut wurden. "Wer hat das zugelassen?", ist eine weitere Frage in diesem undurchsichtigen Spiel.

Die Gemeindevertreter lehnten auf ihrer jüngsten Sitzung jedenfalls einen Beschluss zur Aufhebung des Teilflächennutzungsplanes ab. In einer kurzfristig anberaumten Beratung wollen die Ehrenamtler von Rechtsexperten eine Erklärung und auch einen Weg aufgezeigt bekommen, wie sie weiter vorgehen sollen. Denn neue Planungen sind auch mit Geld verbunden. Geld, das die Gemeinde nicht hat.

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