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Rosenow : Fischt nicht im Trüben, aber im klaren Gewässer

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Alfredo Jodzeck aus Witzin und die Angelei – Zwei „tolle Hechte“ begegnen sich auf Augenhöhe , doch nur einer gewinnt

svz.de von
erstellt am 15.Sep.2014 | 16:51 Uhr

Geboren ist er in Rosenow bei Bützow.  Und seine „Karriere als Hechtkönig“ begann im dortigen Löschteich. Damals ging Alfredo Jodzeck  nämlich der erste Hecht an die Angel. Und damit hatte er Blut geleckt; sein Leben wurde ein Leben für die Angelei. Angeln seine Manie. Heute fischt Alfredo Jodzeck nicht mehr nur im Trüben, sondern vielmehr in größeren, klaren  Gewässern. Wie zum Beispiel im  Schweriner See. Und kein Hecht ist vor ihm sicher. Dabei ist der 54-Jährige schon selber zum tollen Hecht mutiert. Die beiden, Hecht und Mensch, respektieren sich inzwischen gegenseitig.. Aber auch in seine Heimat Bützow zieht es ihn immer wieder mal.

In seinem ersten Buch „ So angle ich – Aus dem Leben eines Hechtprofis“,  das demnächst herauskommt, beweist Alfredo Jodzeck dies auch. Und gibt viele Erfahrungen an Petrijünger weiter. Die vielen Preise, die sich Alfredo Jodzeck im Laufe der Jahre schon erangelt hat, verlangten nach einem würdigen, repräsentativen  Platz. Und so kam er auf die Idee, sich seine Garage hinter dem Haus in Witzin selbst auszubauen und zu erweitern. Inzwischen ist daraus ein kleines, privates Museum geworden. Auch eine Bar und gemütliche Sitzecken laden ein, mal ordentlich „Seemannsgarn“  zu spinnen. Und hier hat er schlussendlich sein Team „Hechtkönig“ gegründet. Nachdem ihm der Titel „Hechtkönig“ von mehreren Zeitungen verliehen wurde.

Kürzlich ist ein weiteres Ausstellungsstück hinzugekommen. Denn wieder mal hat Alfredo Jodzeck den Kampf Mensch gegen Tier gewonnen. Es hatte ihm wieder mal in den Fingern gejuckt, die Angelrute auszuwerfen. Getreu dem Motto „Der frühe Angler fängt den Fisch“ machte er sich auf in Richtung Schweriner See.  Gegen 5.30 Uhr dort angekommen, legte er mit einem 15 Zentimeter langen, perlmuttweißen  Gummifisch bei vier Metern los. Schnell  biss ein 71 Zentimeter langer Hecht – für Jodzecks Verhältnisse nichts Berauschendes –  an und danach  –  nichts mehr. „Um noch einen Hecht an die Angel zu bekommen, versuchte ich es bei zehn Metern nochmals“, so Jodzeck. „Dann warten bis Mittag, und der Wind hatte auch gerade aufgefrischt. Doch nichts tat sich. Also beschloss ich  aufzuhören.“ Und gerade, als er aufgeben wollte, kam ihm eine Yacht entgegen. Und Alfredo  dachte sich, dass, wenn er jetzt ans Ufer führe, man sich womöglich ins Gehege kommen könnte.

Und so hielt er kurz an. „Ich ließ meinen Gummifisch da, wo er gerade stand und ließ ihn danach bei zehn Metern nochmals absinken.“ Und dann, nach zweimaligem Anheben, merkte Alfredo beim Absinken des Action Schad (Gummifisch) einen kleinen Ruck in der Rutenspitze. Er schlug an, und die Rute war sofort krumm; der Hecht marschierte ab.  Jetzt folgte ein Hin und Her, mal zog der Fisch und mal er. Bis das Tier müde wurde und er es in Bootsnähe hatte. „Diesen Hecht sollte ich wohl noch unbedingt mitnehmen“, dachte sich der Angler. Und dann kam doch tatsächlich noch ein stattliches Hecht-Exemplar von sage und schreibe acht Kilo und 300 Gramm bei 114 Zentimeter Länge zum Vorschein. „In diesem Jahr  ist das der zweite Hecht von über einem Meter Länge, den ich an Land gezogen habe. Den ersten mit 115 Zentimeter Länge und 11,13 kg bekam ich im April an die Angel.“ Doch das größte Exemplar, das er jemals angelte, war 131 Zentimeter lang, und es wog 15,2 kg.“ Und Alfredo erzählt noch, dass Hechte sehr listige Raubfische seien, die sich nicht so leicht ködern lassen. Für Angler eine echte Herausforderung. „Doch auch ein Hechtkönig  lässt sich nicht so leicht ködern bzw. an der Nase herumführen. Dafür steht ja der Beiname ,Hechtkönig’, lacht Alfredo sich ins Fäustchen.

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