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Bützower Zeitung

17. Oktober 2017 | 17:18 Uhr

Angeln in MV : Fische mit Dieselgeschmack?

vom
Aus der Redaktion der Bützower Zeitung

Angler fürchten um beliebtes Angelgewässer - Geschützte Arten von Verschmutzung bedroht - Quelle weiterhin unklar

von
erstellt am 17.Feb.2015 | 18:06 Uhr

Petri Heil heißt es derzeit nicht im Alt-Arm der Warnow bei Zeez in der Gemeinde Wiendorf. Die Angler sind alarmiert, denn der Dieselfilm, der sich hier vor rund zwei Wochen gebildet hat, hat sich bislang nicht verflüchtigt. Ein Angelausflug ist hier im Moment nicht ratsam.

„Die Angelstellen an diesem Alt-Arm waren immer ein Geheimtipp – nun hat sich das wohl erledigt“, erklärt Hobby-Angler Martin Awe aus Güstrow. Auch Petrijünger Ronny Vogt ist geschockt von der Umweltverschmutzung. Beim Angeln habe er entdeckt, dass der gesamte Arm mit einem Film bedeckt sei „und es stank“, erklärt er in einem Beitrag im Sozialen Netzwerk Facebook.

Welche Auswirkungen eine derartige Umweltverschutzung auf die Flora und Fauna hat, ist schwer abzuschätzen. Klar sei aber, „dass Verschmutzungen immer negativ auf Ökosysteme wirken“, sagt Antje Krüger, verantwortlich für  Öffentlichkeitsarbeit  im Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern. Diese Ansicht stützt auch Torsten Ode, Vorsitzender des Vereins für Salmoniden- und Gewässerschutz in MV. „Eine Belastung für den Alt-Arm und die dort lebenden Fische kann nicht ausgeschlossen werden“, so der Experte. Dieser  sei insbesondere ein guter Lebensraum für Weißfische, wie Blei, Plötze und Rotfedern sowie Raubfische, darunter Hecht, Zander, vermutlich auch Wels , erklärt Ode auf SVZ  nachfrage.

Auch kommen in der Warnow bei Zeez geschützte Arten vor. „Es gibt gesicherte Nachweise vom Bitterling und vermutete Vorkommen von Steinbeißer und Schlammpeitzger“, weiß Torsten Ode. Als Pächter des Gewässers, ist auch der Landesanglerverband alarmiert. „Ich hoffe darauf, dass die untersuchenden Behörden eine vernünftige Recherche zu den Ursachen der Verunreinigungen führen. Wünschen würde ich mir aber auch einen besseren Informationsfluss“, führt Mario Voigt, Mitarbeiter im Bereich Umwelt- und Naturschutz des Landesanglerverband an.

Die Quelle der Verunreinigung sei noch  nicht geklärt, informiert Hartmut Richter, Sprecher der Wasserschutzpolizei. „Eine Ursache konnte bislang nicht ermittelt werden, daher prüfen wir derzeit alle Alternativen“, sagt Richter.

Dafür gäbe es einen Untersuchungsplan, der die Kontrollen von Fahrzeugen, Aggregaten und Versorgungsstellen mit Diesel oder Heizöl, welches dem Kraftstoff nicht unähnlich ist, vorsieht.  „Dafür werden Befragungen und auch lokale Kontrollen der Ortslage durch die Beamten durchgeführt“, so Richter. Eine heiße Spur gibt es bislang aber nicht – keine gute Nachricht für die Petrijünger.

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