Bützowerin in DKB-Arena im Einsatz : Fischbrötchen für Hansa-Fans

<strong>Was hier auf</strong> dem Rasen der DKB-Arena passiert, bekommt Jenny Kollow zumeist nu 'zu hören'.
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Was hier auf dem Rasen der DKB-Arena passiert, bekommt Jenny Kollow zumeist nu "zu hören".

Es ist Sonnabendnachmittag. In der DKB-Arena des FC Hans Rostock ertönt Musik. Gleich wird es wieder laut, denn die Mannschaftsaufstellung des FC Hansa Rostock wird verkündet. Jenny Kollow hat dafür aber kein Ohr.

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28. März 2013, 12:26 Uhr

Bützow/Rostock | Es ist Sonnabendnachmittag, 13.52 Uhr. In der DKB-Arena des FC Hans Rostock ertönt Musik. Gleich wird es wieder laut, denn die Mannschaftsaufstellung des FC Hansa Rostock wird verkündet. Jenny Kollow hat dafür aber kein Ohr. Sie steht hinter einem der Verkaufstresen in den Katakomben des Stadions. Sie hat alle Hände voll zu tun. Denn die Fußballfans wollen sich noch schnell eine Stärkung holen, für hoffentlich spannende 90 Minuten. Jetzt muss es schnell gehen, denn keiner will den Anstoß verpassen.

Seit 2005 "tritt" Jenny Kollow als Mitarbeiterin eines Cateringunternehmens zu den Heimspielen des FCH "an". Damals war sie 18. Der FC Hansa Rostock war gerade in die 2. Bundesliga abgestiegen und der traditionelle Name "Ostseestadion" prangte noch an den Mauern der Arena. "Ich ging zu diesem Zeitpunkt noch zur Schule, habe mein Abitur im Sommer 2006 gemacht, und wollte mir ein wenig Geld verdienen, um meinen Führerschein zu finanzieren", erzählt die heute 26-Jährige. Nach dem Abitur begann Jenny eine Ausbildung zur staatlich anerkannten Ergotherapeutin. Dafür musste sie Schulgeld bezahlen. So kam ihr der Nebenjob weiterhin sehr gelegen. Die gebürtige Rostockerin sei zwar kein Hansa-Fan mit Leib und Seele, sie verfolge dennoch die aktuellen Entwicklungen der Mannschaft. "Vor allem durch das regelmäßige Arbeiten im Stadion entgeht mir kein Hoch von Hansa, und leider auch kein Tiefpunkt", erzählt Kollow. Besonders gern hat die gelernte Ergotherapeutin den Kontakt zu den Fans, denn sie übertragen die Stimmung aus dem Stadion immer direkt in die Verkaufsbuden und lassen Jenny und ihre Kollegen am Spiel teilhaben.

"Wenn ein Tor im Ostseestadion gefallen ist, dann strömen die Fans oft zum Tresen, um auf eben dieses Tor anzustoßen." Die Stimmung kippe aber immer schnell, wenn ein zweites Tor fällt - gegen Hansa. "Das erlebe ich in all den Jahre immer wieder", so die 26-Jährige. Die hat ihren "Stammplatz" am Ausschank hinter der Nordtribüne. Und so kennt sie mittlerweile einige treue Hansa-Fans persönlich, es gibt richtige Stammkunden. "Bei jedem Heimspiel bediene ich z.B. einen Vater und seinen Sohn. Wenn ich die beiden aus der Ferne auf mich zukommen sehe, bereite ich zwei Bratwürste und zwei Bier vor - das ist schon seit vielen Jahren immer ihre gleiche Bestellung", erzählt Kollow und lacht. Ein anderer Fußballbegeisterter bestellt bei Jenny jedes Mal einen großen Kaffee und das allseits beliebte nordische Fischbrötchen.

Wenn die Zeit dafür da ist, kommt die junge Bützowerin mit den blonden Haaren mit Fans ins Plaudern. "Das lenkt ab, heitert auf und fühlt sich kaum noch wie Arbeit an." Dabei ist der Job nicht immer nur leicht. Vor allem nerven ständige Diskussionen um vermeintliche Preiserhöhungen. Dabei seien die Preise in den sieben Jahren, in denen Jenny Kollow jetzt im Ostseestadion arbeitet, nur einmal angehoben worden.

Auch wenn die Bützowerin schon längst als Ergotherapeutin fest im Beruf steht. Den Nebenjob in der DKB-Arena möchte sie nicht missen. Die Stimmung am Tresen hinter der Nordtribüne sei toll. Es gebe Stammbesetzungen. "Da sind sogar schon richtige Freundschaften entstanden." Und außerdem frischt sie mit dem Zusatzeinnahmen ihre Urlaubskasse auf. Deshalb denkt Jenny Kollow gar nicht ans Aufhören.

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